Es handelt sich dabei um ein in circa neun Metern Höhe in das Tympanon (nach oben bogenförmig abschließendes Feld über dem Türsturz) des klassizistischen Giebels eingemauertes Sandsteinrelief.

Mit etwa 150 Zentimetern Breite und 100 Zentimetern Höhe weist das halbkreisförmige Werk beachtliche Maße auf. Das Relief stellt die Auferstehung Christi dar, und ist mit Roll- und Beschlagwerk sowie Fruchtbündel, Putten und vielen zusätzlichen Details reich verziert. Ein Stilvergleich mit dem Epitaph des Valentin Echter von Mespelbrunn (Mainfränkisches Museum) und nicht zuletzt die Initialen "I.E." zu Füßen des Auferstandenen weisen die Arbeit als ein Spätwerk (um 1620) des Bildhauers Julius Emes aus, einer der führenden fränkischen Kleinplastiker der ausklingenden Renaissancezeit. Von ihm sind im nordfränkischen Raum eine ganze Reihe weiterer Arbeiten bekannt, so auch der Bildstock in Münnerstadt aus dem Jahre 1613. Das Thundorfer Relief darf in seinen Ausmaßen und der künstlerischen Bearbeitung wohl zu den bedeutendsten Werken des Meisters gezählt werden.

Bisher für viele unentdeckt

Vermutlich nur durch seine für eine genauere Betrachtung ungünstigen Platzierungshöhe blieb es bisher für viele unentdeckt. Da das Relief circa 200 Jahre älter ist als die katholische Kirche, kann man annehmen bzw. vermuten, dass es sich früher im Bogenfeld über der Eingangstür der Bergkirche auf dem Burgberg (Vorgängerkirche) befand und nach deren Abriss im Jahre 1816 in die neue Kirche übernommen wurde. Das Thema "Auferstehung Christi" befindet sich auch auf Emes Grabmälern. Wegen seiner Form und Größe ist aber die ursprüngliche Verwendung des Thundorfer Reliefs als Grabmalaufsatz eher unwahrscheinlich.