Darf man über demente Menschen Witze machen, darf man über Alzheimer laut lachen? Vor sechs Jahren noch hätte man diese Frage mit einem kategorischen Nein beantwortet. Aber dann kam in den deutschen Kinos der Film "Honig im Kopf" heraus, eine Produktion von Till Schweiger und Hilly Martinek, mit dem ohnehin schon immer ein bisschen komisch wirkenden, grimassenbegabten Dieter Hallervorden als dementem Opa Amandus Rosenbach.

Und plötzlich war das Eis gebrochen, der Film wurde zum unerwarteten Kassenschlager. Das war nicht unbedingt zu erwarten, denn er behandelt ein zwar medizinisch und gesellschaftlich ernsthaftes und wichtiges Thema und ist daher eigentlich auch nicht massentauglich. Aber das, was das Publikum an die Kinokassen lockte, war der überraschende, gut geerdete Humor, der die Rezeption erleichterte. Warum auch nicht. Schließlich haben demente Menschen ja nicht ihren Humor, sondern ihr Kurz- und Mittelzeitgedächtnis verloren. An die alten Witze von Anno Tobak, die sie in ihrer Jugend erzählt haben, erinnern sie sich genau - und erzählen sie immer wieder.

Der Regisseur und Schauspieler Florian Battermann hat aus dem Filmskript eine Bühnenfassung erarbeitet, und seine Kollegin Sandra Lava hat mit ihr die Spielzeit auf der Maßbacher Freilichtbühne eröffnet - und wird sie damit auch beschließen, denn es wird und muss die einzige Produktion in diesem Sommer bleiben.