Ein Paukenschlag war es nicht, sollte es auch nicht sein. Der "Gock", multifunktionaler Festplatz am Rande Kleinwenkheims, bietet dem "Netzwerk für soziale Dienste e.V." nunmehr seit 20 Jahren das ideale Umfeld für das frühe Sommerfest. Wie bei einer Familienfeier trudeln die Gäste, viele Kinder jeden Alters, ewig jung gebliebene Erwachsene, sowie Senioren, denen der Geschmack an Lebendigkeit noch nicht verloren gegangen ist, auf dem Gelände ein.
Als erstes fällt demjenigen auf, der bereits in den vergangenen Jahren Besucher war, dass die Beschaulichkeit zu Gunsten eines großen Event-Zeltes zugenommen hat. Karl-Heinz "Charly" Friedel, der Erste unter den Gleichen beim Netzwerk, nennt auch gleich unverblümt den Grund dafür: man habe in diesem Jahr mit weniger Aufwand mehr Stimmung erzeugen wollen. " Das Fest bringt immer einen finanziellen Verlust, den nehmen wir zwar bewusst in Kauf, doch im letzten Jahr war es zu viel." 19 Jahre waren es Live-Bands, die bis in die Nacht hinein für Partystimmung sorgten. Diesmal sollte die Stimmung aus der Konserve kommen, lust- und stimmungsvoll eingesetzt von DJ Alex aus Rhön-Grabfeld.
Tagsüber bei den Kinderaktionen, wie Seifenblasen fliegen, Ball spielen mit Eltern oder untereinander oder Schminken, sowie Relaxing der Erwachsenen ist es Entspanntheit pur auf dem weitläufigen Platz im Wald. Doch gegen Abend - wenn die Kinder sich müde gespielt haben - brummt der Bär. Es wird getanzt, trifft viele Bekannte udn ist endlich wieder draußen an diesem wundervollen Maiabend.
Charly Friedel richtet gerne den Blick zurück zu den Anfängen des "Netzwerkfestivals". Es begann vor zwei Dekaden mit lateinamerikanischen Rhythmen, es blieb in der Folgezeit bei schweißtreibender Musik, dazwischen Auftritte kleiner und größerer Künstler. Im Mittelpunkt bleibt dabei jedoch immer der Familiengedanke, nicht der Massenauftrieb, sondern die Übersichtlichkeit mit Handschlag für jeden.


Gegenseitige Wertschätzung

Der Verein, dessen soziales Anliegen unter anderem die gegenseitige Wertschätzung der Menschen untereinander ist, gibt jedes Jahr seinem großen Sympathisantenkreis mit dem Festival am Gock ein Begegnungsforum, bei dem man die Arbeit des Netzwerks hinterfragen kann - aber nicht muss. Denn viel zu schön ist der Partycharakter zwischen Lagerfeuer und Discofieber, zwischen Stockbrot und Schweinesteak.
Die Wetterprognosen reihen sich jedes Jahr neu in die Experimentierfreudigkeit des "Netzwerk für soziale Dienste e.V." ein. Man weiß nie, wie feucht es werden kann. Trotzdem, die Freude bleibt bei Helfern und Gästen.