Das Topthema in der Gemeinderatssitzung von Rannungen war der geplante Ausbau der Kreisstraße KG 43, der die Große Kreisstadt Bad Kissingen mit dem östlichen Landkreis besser anbinden soll. Sie soll von Rottershausen kommend nördlich an der Gemeinde vorbei laufen Richtung Poppenlauer. Als Ausgleich wird die Ortsverbindungsstraße "Ebenhäuser Weg" zum asphaltierten Feldweg abgestuft.


Bürgerbefragung

In einer Bürgerbefragung hat sich im Vorfeld eine Mehrheit für die Umgehung ausgesprochen. Der Wirtschafts- und Umweltausschuss des Kreistages hat bereits am 11. April den Bau der KG 43 bis zur KG 8 bei Rannungen beschlossen. Der Gemeinderat hatte sich in seiner Sitzung vom 31. Mai diesen Jahres bereits negativ zu den Bauvorhaben des Landkreises geäußert. Ebenso stimmte der Gemeinderat, wenn auch denkbar knapp mit sechs zu sechs Stimmen, gegen den Neubau der KG 43 im weiteren Verlauf bis zum Maßbacher Weg. Die Wortmeldungen zu dem Thema fielen kontrovers aus. "Eine Umgehung ist Lebensqualität" proklamierte Sybille Büttner (Bürgerliste) "wenn wir jetzt nicht dafür stimmen, haben wir die nächsten 30 Jahre die Lkw im Dorf", so Büttner weiter. Aufgrund des zu erwartenden geringen Bedarfes sieht Werner Keller (Bürgerliste) keinen Bedarf einer neuen Kreisstraße. "Die Fläche wird asphaltiert, ohne adäquate Ausgleichsflächen zu schaffen. Das kann nicht sein!", so Büttner. Dem Landkreis bleibt jetzt noch die Möglichkeit eines förmlichen Planungsfeststellungsverfahrens, um das Baurecht für die geplante Kreisstraße zu erhalten und das Vorhaben umzusetzen.
Der Gemeinderat hat Bürgermeister Fridolin Zehner einstimmig beauftragt sich für ein Beratungsverfahren zur Förderung des Breitbandausbaus in der Gemeinde einzusetzen. Hierzu wird zeitnah ein Termin mit einer Beratungsstelle im Rahmen des Bundesförderprogramm "Breitband" gestellt. Die maximale Fördersumme beträgt 50 000 Euro pro Ausbaumaßnahme und Gemeinde.
Auf Antrag der Musikvereine Poppenlauer und Rannungen gab der Gemeinderat seinen Segen für eine einmalige jährliche Zuwendung 1000 Euro für den Musikunterricht an den Grundschulen. Der Markt Maßbach trägt 3000 Euro der 7500 Euro Fördersumme. Da die Sponsoren in den letzten Jahren abgesprungen sind, steht der Fortbestand der frühkindlichen Musikerziehung auf dem Spiel. "Im kommenden Jahr kann es sein, dass wir die Gesamtsumme mitfinanzieren müssen". so Bürgermeister Zehner.


Windpark "Maibacher Höhe"

Durch die von der Landespolitik eingeführte "10-H Regelung", die eine zehnfache Entfernung eines neuen Windrates zur Wohnbebauung vorsieht, beantragt die Nachbargemeinde Poppenlauer eine Änderung des Flächennutzungsplanes, der bei Zustimmung aller betroffenen Nachbargemeinden eine Abweichung der 10-H Regelung erlaubt und den Bau ermöglichen soll. Für Wolfgang Röder ist dies keine Option: "Wir haben genug Windräder, die sich nicht drehen. Außerdem wird die 10-H Regelung unterwandert." Mit sieben zu vier Stimmen gab der Gemeinderat dem Bitten der Nachbargemeinde statt.
Auf Anregung von Daniel Weigand wurden Bilder zum Zustand des Jugendtreffs gezeigt. "Wenn das weiter so bleibt, dann kann das alles auf den Müll", so Bürgermeister Zehner abschließend. "Es ist schade, wenn so lange für ein Projekt gekämpft wird, und am Ende so verkommt", bedauerte er den Zustand des Jugendtreffs.