Sehr viel Geld hat die Stadt Münnerstadt in den letzten Jahren für den Brandschutz in den Stadtteilen ausgegeben. Mit knapp 600.000 Euro stand nun die nächste Investition in Wermerichshausen an. Nach konstruktiven Gesprächen zwischen allen Beteiligten, ist jetzt eine Lösung gefunden worden, mit der alle einverstanden sind. Statt des gebrauchten Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF) von Seubrigshausen bekommen die Wermerichshäuser einen Mannschaftsbus und einen neuen Tragkraftspritzenanhänger (TSA). Dadurch wird auch der Umbau des Gerätehauses günstiger. Auf 190.000 Euro beziffern die Mitglieder der Wehr die Kosten, wobei sie einen großen Teil der Arbeiten in Eigenleistung ausführen wollen.

Es muss investiert werden

"An diesem Feuerwehrgerätehaus muss etwas gemacht werden", sagte Bürgermeister Michael Kastl (CSU) bei der jüngsten Stadtratssitzung. Als vor Jahren unter seinem Vorgänger, Helmut Blank, ein Fahrzeugkonzept durch die Kreisfeuerwehrführung erstellt worden war, sollte das alte Fahrzeug aus Seubrigshausen nach Wermerichshausen kommen und später sogar ein neues TSF mit Wasser. Dafür müsste das Gerätehaus aber aufwendig umgebaut werden. "584.000 Euro für dieses Gebäude sind außerhalb des Möglichen und des Realistischen" betonte der Bürgermeister. Aber: "Wir müssen was tun, können das nicht zehn Jahre liegen lassen."

Bus für 50.000 Euro

Die Lösung des Problems hat sich nach Gesprächen mit den Wehrleuten in Wermerichshausen ergeben: Wie bereits die Löschgruppe Althausen, soll die Wehr einen Kleinbus als Mannschaftstransporter bekommen. 50.000 Euro stellt die Stadt dafür zur Verfügung. Weil der alte Anhänger von einem Schlepper gezogen werden muss, kauft die Stadt einen neuen, der an den Kleinbus angehängt werden kann. "Das ist etwas, was auch reinpasst ins Haus", so Michael Kastl. Trotzdem müssen unter anderem das Dach saniert und der alte Schlauchturm entfernt werden. Das Haus wird für die Fahrzeuge hergerichtet, es gebe keinerlei Luxus. Dafür sinken die Kosten aus rund 190.000 Euro. "Ich halte das für eine gute Sache", betonte der Bürgermeister. Und damit stand er nicht allein.

Leo Pfennig (Freie Wähler) fand es ebenso sehr gut, dass der Bürgermeister die Initiative ergriffen und zusammen mit der Ortssprecherin Ulla Müller (CSU) und den Vertretern der Wehr eine Lösung gefunden hat. "Der Gewinn für Wermerichshausen besteht darin, dass wir eine realistische Planung haben", betonte er. Ulla Müller verwies auf die junge Mannschaft der Wermerichshäuser Wehr. Sie hält die jetzt geplanten Investitionen für wichtig, auch im Hinblick auf die Zukunft. Und die Feuerwehr würde ja auch ihre Eigenleistung mit einbringen.

Mit dem Bus zu Einsätzen

Er könne das bisher Gesagte nur unterstreichen, so Feuerwehrreferent Thorsten Harnus (CSU). Die Wermerichshäuser wollen auch zu Einsätzen raus fahren und dafür sei der Kleinbus mit Hänger sehr gut geeignet. Zustimmung kam auch von Johannes Röß (CSU). Der Beschluss fiel einstimmig.

Während der Diskussion drang immer wieder durch, dass eigentlich niemand so recht hinter der ursprünglichen Planung stand, nicht einmal die Wermerichshäuser Wehr. Immer wieder gab es kleine Seitenhiebe auf Investitionen in der Vergangenheit. Die süffisante Bemerkung: "So etwas haben wir doch noch nie gemacht", konnte sich 3. Bürgermeister Axel Knauff (SPD) nicht verkneifen, als die Sprache darauf kam, dass man das Gerätehaus in Wermerichshausen nun nicht für sehr viel Geld einem zu großen Fahrzeug anpassen muss. Denn genau das ist schon passiert.