Mit jedem Schrank, mit jedem noch übrig gebliebenen Gegenstand und jedem Einbaumöbel verschwindet in diesen Tagen ein weiteres Stück des ehemaligen Münnerstädter Jugendhauses. Die Carl-von-Hess´sche Stiftung lässt das Gebäude derzeit vom Dach- bis zum Erdgeschoss entrümpeln. Die Ausräumarbeiten sind nach Angaben von Martin Pfeuffer (stellvertretender Stiftungsvorstand) nicht der Baubeginn. Doch bevor in dem stattlichen Gebäude im Herzen der Münnerstädter Altstadt die Umbauarbeiten anlaufen werden, muss das Haus leer sein, um zügig beginnen zu können, wenn es soweit ist.

Auch wenn das Innere des ehemaligen Jugendbeleghauses der Augustiner nach seiner Schließung auf den ersten Blick einen guten Eindruck gemacht hatte, viele Teile der Einrichtung wie Schränke, Betten und Couchen seien nach mehr als drei Jahrzehnten der Nutzung abgewohnt und landen jetzt in den aufgestellten Müllcontainern, bestätigt Martin Pfeuffer auf Anfrage.

Ehe das Ausräumen begann, hatte die Stiftung soziale Einrichtungen gefragt, ob sie Interesse an Teilen der Ausstattung hätten. Die Augustiner, die früheren Eigentümer des Hauses, konnten bis zur Schlüsselübergabe Dinge zur Weiterverwendung abholen. Die Pfarrgemeinde hat nach Auskunft von Stadtpfarrer P. Markus Reis 30 Tische und 130 Stühle für das Jugendzentrum ausgewählt. Die Garnituren sollen die alte Bestuhlung im Jugendzentrum, die noch aus den frühen 1970er Jahren stammt, ersetzen.

Auch Thermoskannen und Geschirr aus dem ehemaligen Jugendhaus sind ins Jugendzentrum oder ins Pfarrheim gekommen. Der alte Kicker steht jetzt im Hort des Studienseminars, zwei kleine Tische in der Sakristei der Pfarrkirche. Ein Verein in Bad Kissingen übernahm Bettwäsche. Selbst in den Erfurter Augustinerkonvent sind einzelne Gegenstände aus dem ehemaligen Jugendhaus gewandert.

Albert Köpplin, der die Ausräumarbeiten im Jugendhaus als Projektleiter koordiniert, zeigt eine gut erhaltene Küche in der ehemaligen Arche, einem Seitentrakt des Gebäudes. Sie hat ebenfalls einen Abnehmer gefunden und muss nur noch abgeholt werden. Auf einigen Schränken kleben Zettel, dass sie reserviert sind. Aber das meiste komme weg, weiß Albert Köpplin. Die Stiftung behält für den Saal des Jugendhauses vorerst einmal die verbliebene Bestuhlung. Denn der Saal soll in Zukunft erhalten bleiben. Dieser sei auch für die zukünftige Nutzung sinnvoll, meint Pfeuffer.

Die Ausräumarbeiten laufen über ein Arbeitsprojekt des Kissinger Vereins "Kidro" (Kissinger Drogenhilfe). Damit erfüllt das Ausräumen einen sozialen Aspekt. Jeden Vormittag ist Arbeitseinsatz. Die Arbeiten laufen nicht unter Zeitdruck, denn erst bis zum Herbst muss das Haus komplett leer sein. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Stiftung plant, mit dem Umbau starten zu können.

Aus dem einstigen Jugendhaus wird dann ein Teil der Münnerstädter Juliusspital-Senioreneinrichtung, die bereits jetzt mit ihrem Betreuten Wohnen unmittelbar an das Gebäude angrenzt.