Die Einigung innerhalb des Arbeitskreises über die Parteigrenzen hinweg könnte bedeuten, dass sich auch im Stadtrat eine politische Mehrheit dafür findet, den bestehenden Abriss-Beschluss aufzuschieben, wenn die Bindungsfrist an den Bürgerentscheid im Dezember ausläuft. Ein Bürgerentscheid hatte Ende 2016 den vom Stadtrat in einer Kampfabstimmung beschlossenen Abriss gestoppt. Außerdem sollte eine Vergleichsberechnung zwischen den Kosten für den Abriss und die dadurch nötige Neugestaltung des Areals und einer Sanierung im Stadtrat diskutiert werden. Diese Vergleichsberechnung steht bislang aus und muss kurfristig auf komplett neue Füße gestellt werden, weil der damit beauftragte Architekt im September überraschend seinen Auftrag zurückgegeben hat.
An der Vergleichsberechnung will der Arbeitskreis festhalten, auch nach Ablauf der Bindungsfrist. In dieser Woche hatte der Arbeitskreis in nichtöffentlicher Sitzung getagt. Der Leiter des Arbeitskreises, 3. Bürgermeister Axel Knauff (SPD), sprach von einer "konstruktiven und sehr ergebnisorientierten Sitzung". Auch Bürgermeister Helmut Blank hatte kurz an der Besprechung teilgenommen.
Die Mitglieder des Gremiums einigten sich nach Angaben Knauffs darauf, dass es ein Gespräch mit der Regierung von Unterfranken geben soll, um die weitere Vorgehensweise auch mit den übergeordneten Behörden abzusprechen. In Absprache mit der Regierung soll ein neuer Planer mit Erfahrung im Hallenbadbau gefunden werden, der die Vergleichsberechnung durchführt. Dieser soll ausreichend Zeit für seine Berechnungen haben. "Wir wollen es richtig schön vernünftig machen", erklärt Axel Knauff. Damit wird aber auch wahrscheinlich, dass es einen mehrheitsfähigen Stadtratsbeschluss benötigt, um den Abriss des Hallenbades aufzuschieben, sollten bis zum Ende der Bindungsfrist die Vergleichszahlen noch nicht auf dem Tisch liegen. Er hofft, dass sich dafür auch im Stadtrat die Mehrheit findet. Die Chancen dafür stehen nach Ansicht Knauffs gut. Der CSU-Stadtrat Michael Kastl ist Mitglied im Arbeitskreis und gehört damit zu den Stadträten, die vor drei Jahren für den Abriss gestimmt haben. Er bestätigt auf Anfrage, auch er sei jetzt dafür,die Vergleichsberechnungen vorzulegen, selbst wenn nach dem 18. Dezember der Abriss des Hallenbades theoretisch möglich wäre . Es sei wichtig, dass es einen Kostenvergleich gibt, der von allen akzeptiert wird, findet Kastl. Solange würde er einem Abbruch-Aufschub zustimmen. Er möchte nicht noch einmal, dass dieses Thema so an die Wand gefahren wird wie zu dem Zeitpunkt, als die CSU-Mehrheit Ende 2014 den Abriss -Beschluss durchgesetzt hatte, ohne eine damals in Arbeit gewesene Kostenberechnung des 3. Bürgermeisters abzuwarten.
Bürgermeister Helmut Blank betont auf Anfrage, er werde mit zur Regierung fahren, auch wenn er an der zeitlichen Machbarkeit der Vergleichsrechnung zweifelt. Bei diese Gespräch möchte er aber die Initiatoren des Abriss-Beschlusses, die Neue-Wege-Stadträte Fabian Nöth und Klaus Schebler dabei haben.