Um überhaupt arbeiten zu können, braucht eine Kommune eine Geschäftsordnung, in der unter anderem die Aufgabenbereiche des Bürgermeisters, des Stadtrats und der Ausschüsse festgelegt sind. Es geht aber auch um Ladungsfristen für Sitzungen und darum, über welche Mittel der Bürgermeister (und im Vertretungsfall seine Stellvertreter) verfügen kann, ohne dass er den Stadtrat befragen muss.

Die Geschäftsordnung gilt auch nach einer Wahl weiter, bis sie durch eine neue ersetzt oder vom Stadtrat geändert wird. In der Regel wurde in Münnerstadt in den Monaten nach einer Wahl die Geschäftsordnung den Wünschen des neuen Gremiums angepasst. Dass diesmal gleich bei der konstituierenden Sitzung eine neue Geschäftsordnung erlassen wurde, hatte vor allem einen Grund: Die seit April 2017 geltende Fassung schränkte in hohem Maße den Spielraum des Bürgermeisters ein. Fast alles musste im Stadtrat behandelt werden. Diese Geschäftsordnung war aus einem Arbeitskreis heraus entstanden. Ganz bewusst wollte der Stadtrat die Befugnisse von Bürgermeister Helmut Blank einschränken.

Die neue Geschäftsordnung orientiert sich am Muster des Bayerischen Gemeindetages, unterscheidet sich aber auch in Teilen. Bei der konstituierenden Sitzung erläuterte Michael Kastl, was aus der zuvor geltenden Fassung gestrichen und ergänzt werden soll, wo die Satzung dem Muster entspricht, und was bleiben soll, obwohl es nicht in der Mustergeschäftsordnung enthalten ist. Zu letzteren zählt beispielsweise, dass der Bürgermeister den Stadtrat spätestens bis zur übernächsten Sitzung berichtet, wie der Stand einer beschlossenen Angelegenheit ist.