Im Jahr 1641 belagerten und beschossen starke schwedische Truppen vergeblich die Stadt. Die Bürger, die Marketenderinnen und die Landsknechte von damals hatten sicherlich Angst um Leib und Leben, ganz im Gegensatz zu denen, die am Samstag wieder einmal zum Lagerleben auf dem Anger zusammengekommen waren und dabei viel Spaß hatten.

Vor allem die Landsknechte mit ihren weißen Hosen, roten ärmellosen Jacken, roten Strümpfen, schwarzen Federhüten und den Hellebarden sowie die Marketenderinnen in unterschiedlich bunten Kleidern und Röcken bestimmten das Bild auf dem großen Platz unter den beiden weit ausladenden Kastanienbäumen. Nicht zu verkennen waren aber auch einige Bauern. Ob es insbesondere den Landsknechten nicht heiß wurde in ihren relativ dicken Uniformen? "Ich denk mir einfach, die Hitze geht mich nichts an, dann schwitz ich auch nicht", lautet das Rezept von Bernd Eckert.

Das Kontrastprogramm zum mittelalterlichen Szenarium auf dem Anger bildeten die zahlreichen Zuschauer, von denen die meisten auf Bierbänken Platz genommen hatten und sehr aufmerksam verfolgten, was sich vor ihren Augen so alles tat. Nicht nur aus der Kernstadt selbst waren sie kommen, sondern auch aus den Stadtteilen und aus Städten und Gemeinden rundherum. "Dieses Lagerleben ist eine tolle Idee. Seitdem es das gibt, komme ich jedes Jahr mit meinem Sohn", erklärte ein Vater aus Bad Neustadt.