Der Jörgentorpark ist bereits jetzt ein gerne genutztes Naherholungsgebiet in unmittelbarer Nähe der Altstadt. Dort befinden sich ein Kinderspielplatz und eine Boule-Anlage. In der nordwestlichen Fortsetzung der Lauer-Aue liegt ein mittlerweile 20 Jahre alter Skaterplatz. In der jüngsten Stadtratssitzung hat der Stadtrat den Auftrag an das Planungsbüro Schlicht und Lamprecht erteilt, eine Neugestaltung des gesamten Areals zwischen Jörgentor und Parkplatz Lache zu planen. Gefördert wird das Projekt nach Angaben von Bürgermeister Helmut Blank über den Stadtumbau West. Man sei froh und stolz, es geschafft zu haben, dass der Umgriff des Jörgentorparks in diese Förderung falle, erklärt Blank.

Bereits im vergangenen Jahr war der Jörgentorpark schon einmal Thema im Stadtrat. Damals ging es darum, die Anlage zum Stadtjubiläum 2020 aufzuhübschen. Die Idee stieß grundsätzlich auf Gefallen, aber der Stadtrat wollte, dass die Maßnahme nicht im Schnellverfahren erledigt wird. Man sprach sich für ein klares Konzept aus. Jetzt gibt es den Auftrag, das Gebiet vom Jörgentor bis zur Skateranlage fachmännisch zu überplanen. Allerdings bedeutet das auch, dass die Umgestaltung wohl nicht zum Stadtfest fertig sein wird.

Evi Mohr vom Büro Schlicht und Lamprecht in Schweinfurt erklärt auf Anfrage, worauf ihr Augenmerk als Planerin liegt. Es gehe grundsätzlich darum, wie das Areal aufgewertet werden könne. Sie wird Vorschläge erarbeiten, wie die öffentlichen Flächen genutzt werden können. Außerdem sei es beispielsweise auch sinnvoll, die Stadtmauer wieder besser in Szene zu setzen, erklärt Evi Mohr. Denn die grüne Außenbereich der Stadtmauer sei ein Stück historischer Stadtstruktur. Oder man könne untersuchen und abklären, ob und wie beispielsweise der vorbeifließende Bach in eine Nutzung einbezogen werden könne.

Wie schnell das Projekt entwickelt werden kann, dazu möchte die Planerin zum momentanen Zeitpunkt keine Aussage wagen. Wasserrechtliche Aspekte müssen bei der Gestaltung ebenso abgeklärt werden wie denkmalschützerische Belange, erläutert sie. Die zuständigen Behörden müssen gehört werden. Außerdem soll die Bürgerschaft durch eine Informationsveranstaltung in die Planung mit einbezogen werden. Wann dies in Zeiten von Corona wieder möglich sein wird, kann Evi Mohr derzeit nicht abschätzen.

Nicht unmittelbar in Zusammenhang mit der geplanten Umgestaltung des Jörgentorparks steht eine Maßnahme, die aktuell im Jörgentorpark gelaufen ist. Dort hat die Stadt ein verwaistes und deshalb stark zugewuchertes Gartengrundstück erworben. Dieses wurde bereits im Februar gerodet. Dieser Tage haben Mitarbeiter des städtischen Bautrupps die alten Betonfundamente der Gartenzaunanlage ausgebaggert und werden diese jetzt entsorgen. Die Fläche soll angesät werden und kann in die zukünftige Planung des Jörgentorparks integriert werden.

Durch den Kauf dieses ehemaligen Gartens hat die Stadt die öffentliche Fläche im Park erweitert. Der Bereich kann somit - sofern die Corona-Beschränkungen es im Spätsommer zulassen - als Festgelände für das geplante historische Gelage der Heimatspielgemeinde Münnerstadt anlässlich des Stadtjubiläums genutzt werden, erläutert Simon Glückert von der städtischen Bauverwaltung.