"Für die Bäume in unserem Wald war es positiv, für unser Schwimmbad war es negativ" - so fasste Bürgermeister Matthias Klement (CSU) die Folgen des regenreichen Sommers 2021 zusammen. Gemeinsam mit den Försterinnen Ute Kerschbaum und Hannah Severin von der Forstbetriebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld w.V. konnte sich der Marktgemeinderat während eines Rundgangs durch die Waldabteilungen Possenberg und Geheeg ein Bild vom Zustand des Gemeindewaldes machen.

Einige Waldflächen in der Abteilung Possenberg sind Teil des FFH-Gebietes (Fauna Flora Habitat) "Wälder und Trockenstandorte bei Bad Kissingen und Münnerstadt" sowie des Naturschutzgebietes "Wurmberg-Possenberg". Deshalb ist besondere Rücksichtnahme bei der Bewirtschaftung, z.B. durch bodenschonende Holzrückung mit Pferd oder Arbeitsunterbrechung während der Märzenbecherblüte nötig. "Das hat bisher immer prima geklappt" bescheinigten die beiden Försterinnen. Die Vielschichtigkeit in Alter, Struktur, Baumarten und Behandlung konnte beim Rundgang durch die Abteilung eindrucksvoll erlebt werden.

Ute Kerschbaum und Hannah Severin schilderten, dass die Verjüngung des etwa 130-jährigen Eichen-Hainbuchen-Edellaubholzbestandes kleinflächig über Verjüngungskegel läuft. Die Eichen-Verjüngung wird teilweise durch Wildzäune geschützt. Auch in 25-jährigen Beständen geht die Verjüngung weiter. Ein Eichen-Saat-Zaun aus dem Jahr 2018 muss weiterhin gepflegt werden, um Hasel und Begleitgrün im Zaum zu halten. Auch in der Waldabteilung Geheeg schauten sich die Mitglieder des Marktgemeinderates um.

In einem 60-jährigen Fichtenbestand entlang des Tal-Radweges haben Sturm und Borkenkäfer nur noch wenige Reste übrig gelassen. Jedoch wurden dort 2014 und 2015 auf Teilflächen Rotbuchen unter die Fichten gepflanzt, die sich gut entwickelt haben, sodass die Fläche nicht komplett kahl dasteht. Mithilfe aktiver Pflege war die natürliche Verjüngung von Ahorn, Buchen und Eichen seit einigen Jahren erfolgreich. Das Ganze wird durch Pflanzung von Eichen und Edelkastanien mit Einzelschutz ergänzt. "So wird sich in den kommenden Jahren ein sehr unterschiedlicher, strukturierter, gemischter Waldbestand ergeben" hoffen die beiden Försterinnen der Forstbetriebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld.

Nach dem Rundgang durch die beiden Waldabteilungen ging es ins Feuerwehrhaus nach Poppenlauer. Dort gaben Ute Kerschbaum und Hannah Severin einen Rückblick auf das Jahr 2020 und stellten den Jahresbetriebsplan für das laufende Jahr vor. Im letzten Jahr gingen die Schäden durch Borkenkäfer im Vergleich zu 2019 um rund 80 Prozent zurück, sie sind allerdings nach wie vor deutlich spürbar. Entwarnung gibt es bei den Schwammspinnern.

Die Neukulturen aus dem letzten Herbst sind sehr gut angegangen. 16.335 Pflanzen (Eichen, Linden, Große Küstentannen, Elsbeeren, Buchen, Baumhasel, Esskastanien und Vogelkirschen) wurden 2021 gesetzt und fast 2,5 Kilometer Zaun dafür gebaut. 9925 Pflanzen wurden zum Schutz vor Verbiss gestrichen. Der Plan für 2021 sieht die Pflege und Durchforstung von 27,8 Hektar Wald vor,1065 Festmeter Holz sollen geschlagen werden. Die Brennholzpreise für die kommende Saison werden beibehalten. Brennholz (Langholz gerückt) kostet 55 Euro pro Festmeter, Abraumholz (Langholz) 15 Euro pro Ster und Abraum (Weichholz) zehn Euro pro Ster. Der Marktgemeinderat billigte einstimmig und ohne lange Diskussionen den Jahresbetriebsplan 2021 und die Holzpreise.