Bei einem Treffen zahlreicher FDP-Mitglieder aus dem Landkreis auf dem landwirtschaftlichen Unternehmen von Manfred Dittmar gab es eine hohe Ehrung für den Hausherrn. Der FDP-Kreisvorsitzende Linus Rieß nutzte das Treffen, um Manfred Dittmar die Theodor-Heuss-Medaille als Dank für seine 50-jährige Zugehörigkeit zur FDP zu überreichen.

Die FDP-Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer war aus dem fernen Landshut in den Wahlkreis Bad Kissingen gekommen, um dem hiesigen Kandidaten Karl Graf Stauffenberg Schützenhilfe im Wahlkampf zu leisten. Sie präsentierte sich als Expertin für alle auftauchenden Fragen rund um die Landwirtschaft.

Karl Graf Stauffenberg will sich in der FDP besonders für den ländlichen Raum einsetzen, denn der ist nach seiner Meinung auch in seiner eigenen Partei unterrepräsentiert, obwohl 60 Prozent der Bevölkerung in Deutschland dort leben.

Den anwesenden Landwirten gab er mit: "Ihr prägt das Landschaftsbild und das, was auf den Teller kommt". Die Politik in München und Berlin kümmere sich vor allem um zu wenig Wohnraum, um zu hohe Mieten, um die Energiegewinnung - "doch die Wind- und Solarparks stehen auf dem Land, die Lebensmittel werden hier produziert". Andererseits würden die Gewinne in den Metropolregionen gemacht und auf dem Land gebe es zu wenig.

"Es mag viele überraschen, dass für uns in der FDP die Landwirtschaft ein essenzielles Thema ist und dass wir uns für eine zukunftsfähige Landwirtschaft stark machen", begann Nicole Bauer. Ihre Kernforderung: die Landwirtschaftspolitik müsse wieder wissenschaftsorientiert sein, nicht ideologisch.

Tierwohl-Label und Wölfe

Klar sprach sie sich auch gegen ein schnelles Verbot von Verbrenner- und Dieselautos aus, das sei auf dem Land völlig unrealistisch und bis zum Jahr 2030 keinesfalls durchsetzbar.

Die Bundestagsabgeordnete forderte für die Landwirtschaft "ideologiefreie Politik, Planungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit". Ein deutsches Tierwohl-Label sei unnötig, dafür sei ein EU-einheitliches Label erforderlich. Vehement kritisierte sie, dass die Landwirte "immer mehr komplett sinnfreie Auflagen obendrauf bekommen". Deshalb gebe es immer weniger Betriebe bei uns und dafür mehr in den umliegenden Ländern.

Zu den Problemen mit dem Nitrat im Grundwasser betonte sie, dass durchaus nicht nur die Landwirtschaft daran schuld sei, sondern sehr stark zum Beispiel auch Kläranlagen oder große Industriebetriebe.

In der Diskussion ging es unter anderem um das Vordringen der Wölfe aus Hessen. Endlich sollte Europarecht auch in Deutschland umgesetzt werden und es müsse geschossen werden können.