"Kalkspatzen und Quarzsprung - Die Kunst fränkischer Hafner" - mit einer Sonderausstellung über das Töpferhandwerk startet das Münnerstädter Henneberg-Museum nach der Winterpause in die neue Saison. Museumsleiter Nicolas Zenzen hat dabei besonderen Wert auf die Kunstfertigkeit gelegt, die hinter der Keramikherstellung steckt. "Das ist ein Paukenschlag", urteilt Bürgermeister Helmut Blank über die Sonderausstellung, die am 2. April eröffnet wird.

"Ich habe als Thema Keramik aus der Sammlung des Henneberg-Museums ausgesucht, die in diesem Bereich sehr umfangreich ist", sagt Nicolas Zenzen. Dafür hat er auch einige Objekt aus dem Depot geholt. Der Ausstellungsbesucher bekomme einen breiten Überblick über das Handwerk, von traditioneller Hafnerware bis hin zu unterschiedlich gefertigtem Porzellan. "Der wesentliche Schwerpunkt liegt darauf, den Herstellungsprozess eines Keramikgefäßes zu verdeutlichen und zu zeigen, was für eine Kunst eigentlich dahinter steckt", betont der Museumsleiter. Deshalb habe er auch den Untertitel "Die Kunst fränkischer Hafner" gewählt.

Dargestellt wird, wie aufwendig die Herstellung ist und wie viele Schwierigkeiten dabei zu bewältigen sind. Dazu gehören Kalkspatzen und Quarzsprung. Die genaue Bedeutung dieser Begriffe erschließt sich dem Besucher der Ausstellung. "Es ist die Faszination, wie aus Erde ein funktionierender Gegenstand, entsteht, der Jahrtausende lang Bestand hat", sagt der Museumsleiter. "Keramik ist das einzige Material, das nicht vergeht."

Nicolas Zenzen hat sich zunächst einen Überblick verschafft, was sich in der Sammlung des Henneberg-Museums an Keramik befindet. Dann kam die Überlegung, wie er die Ausstellung angehen könnte und daraus hat er ein Konzept erarbeitet. "Anhand dieses Konzeptes habe ich dann die Auswahl getroffen, was gezeigt wird." Dabei hat Nicolas Zenzen vor allem auf Keramik aus der Rhön und ganz Franken gesetzt. Die Rhön war früher Zentrum der Krugbäckerei, es finden sich auch Exponate aus Oberthulba, wo früher ganz besondere Branntweinkrüge hergestellt wurden. Einige Ausstellungsstücke stammen nicht von hier. "Weil es um den technischen Aspekt geht, den ich zeigen möchte."

Die Vernissage zur Sonderausstellung findet am Dienstag, 2. April, um 19 Uhr im Henneberg-Museum statt. Geöffnet ist sie bis zum 21. Juli, von Dienstag bis Freitag von 10 bis 15 Uhr sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen jeweils von 11 bis 15 Uhr.

"Wir freuen uns als Stadt Münnerstadt, dass sich unser Museum so gut der Öffentlichkeit präsentiert", sagt Bürgermeister Helmut Blank. "Es ist uns wichtig, dass wir kontinuierlich hochwertige Ausstellungen in unsere Stadtmauer nach außen präsentieren, auch über Münnerstadt hinaus." Der Bezirk Unterfranken begleite das Museum wohlwollend und er erhoffe sich auch für die neue Sonderausstellung eine Unterstützung aus dem Kulturfond, sagt der Bürgermeister.

Nicolas Zenzen hat sich natürlich auch schon Gedanken über weitere Sonderausstellungen in diesem Jahr gemacht. "Es wird auf jeden Fall im August/September eine Ausstellung mit Werken des Münnerstädter Künstlers Gerald Kriedner geben", sagt er. Eine weitere wird im Herbst folgen.

Neuer Veranstaltungskalender

Gerade eben ist der neue Veranstaltungskalender der Touristinformation mit Hennebergmuseum erschienen. Der enthält eine Vielzahl von Veranstaltungen. Vom Ostermarkt mit Ostereiermarkt, Trödelmarkt, Automarkt, Verkaufsoffenen Sonntag und BRK-Ostermarkt am 14. April, über Angrillen im Schloss am 27. April und der GTI-Saisoneröffnung am 28. April bis hin zu 50 Jahre Musikverein Fridritt und 130 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kleinwenkheim im Mai reicht das Angebot. Und es gibt noch viel, viel mehr.