Vor 50 Jahren feierten Hippies in Woodstock Sex, Liebe, Rock"n"Roll. Spätestens mit Einzug der Pille und der damit verbundenen Freiheit der Frauen, die endlich ein funktionierende Verhütungsmittel nutzen konnten, hatte sich das kirchliche Gebot der Keuschheit überholt. Und dennoch: Es gibt sie, die Menschen, die erst nach der Eheschließung Sex haben werden. So wie Rudolf Gehrig aus Seubrigshausen. Der 25-Jährige ist Redakteur für den katholischen Fernsehsender EWTN.TV in Köln.

Sie sind attraktiv, jung, selbstbewusst - einer wie Sie, der könnte doch 1000 Frauen haben.

Rudolf Gehrig(lacht): Selbst wenn es so wäre: Ich werde nächstes Jahr heiraten und weiß, dass eine einzige Frau schon ausreicht, um die Nerven zu strapazieren. Aber auch, um glücklich zu sein.

Glückwunsch! Da hoffe ich, dass Sie beide sich vorher genau geprüft haben.

Oh ja! Wir haben Stürme und Erdbeben überlebt. Klar, es kracht in einer Beziehung immer wieder mal, aber ich weiß schon seit einiger Zeit: Sie und keine andere.

Sie leben keusch. Ihren ersten Geschlechtsverkehr werden Sie erst nach der Hochzeit haben. Ist das nicht ziemlich...gestrig?

Es liegt ja noch vor mir in der Zukunft. Im Ernst: Ich habe mich nicht für diesen Weg entschieden, weil er "gestrig" ist, sondern weil er für mich der richtige ist.