2008 hat die Stadt Münnerstadt auf der Zenthöhe auf die Errichtung eines Kreisels zwischen der Kreisstraße KG 14 und dem Autobahnzubringer verzichtet. Gestorben war damit nicht nur eine zweite ortsnahe Anbindung an den Autobahn-Zubringer, sondern auch ein angedachtes kommunales Gewerbegebiet. Jetzt ist ein Straßenanschluss an den Zubringer wieder aktuell. Allerdings wird er nicht von Münnerstädter Seite aus forciert. Den Vorstoß haben Strahlunger Bürger gemacht.

In der Nachbargemeinde des Landkreises Rhön-Grabfeld ärgert es die Pendler, dass sie die Autobahn und den Zubringer fast vor der Haustüre haben, aber nicht auffahren können. Die Autofahrer müssen einen Umweg über Münnerstadt oder Rödelmaier in Kauf nehmen. 300 Unterschriften für den Straßenanschluss übergab der CSU-Ortsverband Strahlungen deshalb bereits im Februar an die Staatssekretärin des Bundesverkehrsministeriums Dorothee Bär (CSU).

Neue Bürgermeisterin soll sich darum kümmern

Wie aktuell das Thema aber tatsächlich ist, oder ob es irgendwann unter die Kategorie "Wahlkampf" in den Schubladen landen wird, ist bislang schwer absehbar. Bürgermeister Willi Schmitt (CSU) aus Strahlungen hat auf jeden Fall darüber nicht mit seinem Kollegen in Münnerstadt gesprochen. "Ich unternehme nichts mehr; das macht die neue Bürgermeisterin", erklärt Willi Schmitt.

Sichtbar wird die Problematik nur nahe der KG 14-Brücke zwischen Münnerstadt und Strahlungen und an den angrenzenden Feldwegen. Direkt oberhalb des Zubringers parken einige Pendler ihre Autos am Wegrand. Über einen Schotterweg und dann über eine Treppenanlage gelangen sie fußläufig zum tief unten liegenden Zubringer.
In einer Haltebucht unter der Brücke können sie zu ihrer Mitfahrgelegenheit ins Auto steigen.

Für die Landwirte ist das Parken an den Feldwegen teilweise ärgerlich. "Mit Mähdreschern hat man manchmal keine Möglichkeit zu den Feldern zu kommen", beschreibt der Vorsitzende der Münnerstädter Jagdgenossenschaft und Feldgeschworene Dieter Petsch auf Anfrage die Situation.

Der Wunsch nach einer Anbindung an die Autobahn in diesem Bereich hat für die Strahlunger einen Haken: Sie sind komplett vom guten Willen anderer abhängig. Die mögliche Zufahrt liegt in der Münnerstädter Gemarkung. Überhaupt denkbar wäre der Bau nur dann, wenn der Landkreis Bad Kissingen als Träger der Kreisstraße und die Stadt Münnerstadt mit ins Boot geholt werden. Das unterstreicht auch eine Stellungnahme von Staatssekretärin Dorothee Bär: "Grundvoraussetzung für die Wiederaufnahme der Planungen und deren Konkretisierung durch die Bayerische Straßenbauverwaltung wäre zunächst die Klärung, ob hier überhaupt ein gemeinsames Interesse der Stadt Münnerstadt, der Landkreise Bad Kis singen und Rhön-Grabfeld und der Gemeinde Strahlungen vorliegt." Insbesondere müsste sich der Baulastträger der Kreisstraße KG 14, der Landkreis Bad Kissingen, hierzu erklären.

Nirgends nachgefragt

Weder bei der Stadt Münnerstadt, noch beim Landkreis Bad Kissingen wurde allerdings nachgefragt. Das bestätigen sowohl Bürgermeister Helmut Blank, als auch der Pressesprecher des Landkreises, Stefan Seufert. Bürgermeister Helmut Blank zeigt sich momentan dem Strahlunger Ansinnen gegenüber deutlich reserviert und das liegt nicht nur daran, dass er offiziell davon gar nichts weiß. Blank befürchtet, dass sich durch einen Kreisel auf den Zubringer der Autoverkehr zur Autobahn stark auf die KG 14 und damit auf das Wohngebiet der Zent verlagern könnte. Das könne er nicht hinnehmen. Diese Furcht der Anlieger unterstützte er auch 2008 und mit ihm die Mehrheit im Stadtrat. Damals beschloss der Stadtrat auf Kreisel und Gewerbegebiet zu verzichten. Als Gegenleistung für die Einsparung erhielt die Stadt drei ausgebaute Flur-Wege im Wert von 425.000 Euro.

Bei den übergeordneten Behörden ist das Strahlunger Anliegen bekannt. "Das Thema ist bei uns angekommen", betont der Leiter des staatlichen Bauamtes Schweinfurt, Holger Bothe. Der Anschluss sei rein technisch machbar, erläutert der Fachmann. Es habe ja bereits Untersuchungen und Planungen für diese Zufahrt gegeben. Nicht möglich sei allerdings, die Planungen heute einfach aus der Schublade zu holen und umzusetzen wie damals vorgesehen. "Es haben sich seitdem viele gesetzliche Vorgaben geändert." Bothe betont, dass sicherlich der lange Weg des Baurechts zu durchlaufen sei.