Der Thundorfer Gemeinderat machte sich noch vor dem Lockdown zusammen mit dem zuständigen Revierleiter, Forstoberinspektor (FOI) Matthias Lunz, dem Forstdirektor (FD) Hubert Türich, sowie dem gemeindlichen Forstwirt Wolfgang Fuchs ein Bild davon, wie sich der Gemeindewald entwickelt. Auch Bürgerinnen und Bürger nehmen an dieser Waldbegehung teil.

Auch in Thundorf, spielt die Forstwirtschaft eine wichtige Rolle, sagt Türich. Besonders die Nachhaltigkeit erhält durch den Klimawandel eine immer höhere Bedeutung. Nachhaltige Forstbewirtschaftung heiße: "Der Wald soll zukunftsfähig gestaltet werden".

Der Forstbetrieb der Gemeinde setzt auf Vielfalt, auf eine naturnahe, ökologische Waldwirtschaft, die sich auf 228,7 Hektar (ha) Fläche erstreckt. Diese verteilt sich auf die drei Gemeindeteile, Thundorf 40,6 ha, Rothhausen 111,7 ha und Theinfeld 76,2 ha. Bei der Baumartzusammensetzung rangiert die Eiche beim Laubholz mit 63,8 Prozent vor der Hainbuche mit 7,3 Prozent und beim Nadelholz die Douglasie mit 7,2 Prozent an erster Stelle.

Unter der Führung von Revierleiter Lunz ging es in die Waldabteilung "Dicke Tanne" in Rothhausen. Das Hauptaugenmerk in dieser Waldabteilung liegt auf der Eichelverjüngung, nachdem 2018 ein Eichel-Mast-Jahr gewesen ist. Hier war der Bestand auf großen Teilen erfolgreich mit der Eichen- und Buchenverjüngung. Nur am Waldrand wurde Eiche weitestgehend von vitaler Hainbuchenverjüngung überwachsen. Lunz weiter: "Naturverjüngung ist das günstigste Verjüngungsverfahren, um den Anteil der eher konkurrenzschwachen Eichen zu halten". Es gelte nun, die jungen Bäumchen mit Licht zu versorgen und vor Verbiss zu schützen. Für dieses kostenlose Angebot an jungen Eichen entnehme man gerne andere Arten, nicht zuletzt die schneller wachsende Buche. Ein Teilnehmer wies darauf hin, nicht nur auf die Eiche als Monokultur zu setzen, das beste Beispiel zeigt das Nadelholz, das aufgrund der Klimaentwicklung immer mehr zurückgeht. Dies wurde in der zweiten Abteilung vor Augen geführt, wo der Fichtenanteil unter anderem durch Käferbefall abnimmt.

Geringer Erlös

Der Gesamteinschlag 2020 lag bei 664 Festmeter(fm) bei einer jährlichen Vorgabe von 1100 fm laut Betriebsplan, so Lunz. Der Haupteinschlag war bei der Auflichtung über Eichenverjüngungsflächen im Stegholz Thundorf und Krengel Theinfeld mit einem hohen Brennholzanteil, aber geringem Erlös, zu verzeichnen. Auf die Wertholzsubmission gingen 10,2 fm Eiche mit einem Durchschnittserlös von 690 Euro/fm.

Lunz betonte, dass der Nadelholzmarkt angespannt ist und deshalb keine Harvesterdurchforstungen im Nadelholz durchgeführt werden. Im übrigen sei man kein Freund von Maschineneinsätzen im Wald. Wie auch die letzten Jahre gab es einen relativ hohen ZE (Zufällige Ergebnisse) - Anteil durch Käferbefall und die extreme Trockenheit, insgesamt etwa 320 fm, das sind circa 50 Prozent vom Gesamteinschlag.

Der Jahresbetriebsplan 2021 sieht einen Hiebsatz von 661 fm vor, das ist deutlich unter der Vorgabe der Forsteinrichtung.

Die Jungdurchforstung wird auf 5,8 ha und 70 fm im Rechtlerholz Theinfeld, Reinhardsschloss Rothhausen und Stegholz, sowie Langeloh in Thundorf durchgeführt. Hinzu kommt noch die Jungpflege auf 11,9 ha. Laut Lunz sind an Pflanzungen 200 Weißtannen und 100 Vogelkirschen auf Kosten der Baumschule vorgesehen und der Bau von drei Weißerzäunen in den Eichenverjüngungsflächen, um Einfluss des Wildverbisses besser einschätzen zu können. Die Kosten sind durch Fördermittel gedeckt.

Die Brennholzbestellung geht weiter zurück. Deshalb beschließt der Gemeinderat bis auf eine Änderung die Holzpreise zu belassen. Nur das Losholz (weich) wird von 10 auf 5 Euro pro Ster gesenkt. Der Gemeinderat genehmig die Forstbetriebspläne 2021 in vollem Umfang als Absichtserklärung. mib