Die Felder sind zum Großteil abgeerntet. In einer relativ kurzen Zeit waren die Mähdrescher in Aktion und die Bauern fuhren das Getreide in die Mühle oder zur Baywa. Das war in den 50er Jahren anders, als nur wenige Landwirte einen Mähdrescher hatten.

Das Getreide ernteten die Bauern mit dem Mähbinder. Ein Gerät, das oft noch von zwei oder drei Ackergäulen, später dann vom Traktor gezogen wurde. Ein Mähbalken schnitt das Getreide, ein drehendes Lattenkreuz richtete und schichtete die Halme, ein Laufband bündelte eine Hanfkordel um die Garbe schnürte sie zusammen. Dann fiel die Garbe nach hinten vom Gerät, wo sie von nachfolgenden Erntehelfern aufgehoben und aufgestellt wurde.

Nach einigen Tagen der Trockenzeit brachte der Bauer diese Getreidegarben auf einem Leiterwagen heim auf seinen Hof. Zu Hause angekommen, verbrachten die Landwirte das Korn in die Scheune. Dort blieb es solange liegen, bis die Dreschmaschine ins Dorf kam.

Von Herbst bis in den Winter hinein zogen Lohnunternehmen mit der Dreschmaschine von Ort zu Ort, um bei den Landwirten das Getreide zu dreschen. Der 91 jährige Gustav Braun, erinnert sich daran, dass die Dreschmaschine von Hof zu Hof durch Manneskraft weiter befördert wurde. An einem solchen Dreschtag waren nicht nur alle zur Verfügung stehenden Hände vom Hof und aus der Nachbarschaft notwendig, sondern auch eine ausgebildete Mannschaft , die mit der Dreschmaschine reiste.

Es gab eine Dresch-Reihenfolge: Zu erst wurde die Wintergerste, dann der Roggen und schließlich der Winterweizen gedroschen. Es folgten Sommergerste, Sommerweizen und am Schluss der Hafer. Das Stroh wurde in einem Binder, der an der Dreschmaschine angeschlossen war, zusammengebunden.

Die Kinder wurden bei diesem Vorgang des öfteren angeraunzt mit den Worten: "Ihr Säufratze mocht euch vom Houf, wenn sou e Rieeme roo gätt", denn es war schon hie und da vorgekommen, dass der Antriebsriemen riss. Aber dennoch war die Neugier groß. Man sah oben auf der Maschine eine Person, welche die Garben einlegte. An einem Ende kamen die gebundenen und gepressten Strohballen und am anderen Ende rieselten die Getreidekörner über einen Trichter in einen Sack heraus. Die gefüllten Säcke band ein Helfer zu fuhr sie zur Mühle.

Die Dreschtage endeten mit einer zünftigen Brotzeit. Während die Helfer in der Stube oder Küche zusammensaßen, wurde oftmals die Maschine schon zum nächsten Bauern transportiert.

Bild zeigt einen Dreschtag in der Scheune von Ambros Seufert, just jener Scheune die dem Neubau der Festhalle in Thundorf weichen musste.