Auf wilde Kapernfahrt begaben sich die Windheimer Narren bei einem Kappenabend im Vereinsheim "Alte Schuel". Als "Pirates oft the Windseller" starteten sie einen Angriff auf die Lachmuskel der Zuschauer, denen das Programm außerordentlich gut gefiel. Lokale Themen wurden dabei genau aufgenommen wie der Blick auf die Stadtpolitik. Dabei führten Thomas Reuß, Claudia Beck und Lothar Hein die Landratten durchs Programm und nahmen das Publikum auf die lustige Reise mit.
Bereits seit Anfang der 1980-er Jahre ist Thomas Reuß beim Kappenabend dabei, seit einigen Jahren hat er mit Lothar Hein und Claudia Beck auch die Moderation des Windheimer Kappenabends übernommen. "Es macht einfach Spaß, auf der Bühne zu stehen und die Zuschauer zu unterhalten", so der Windheimer. Dies fällt ihm leicht: Hat er doch auch immer seine Gitarre dabei, mit der er in diesem Jahr das Publikum mit Piratenliedern unterhielt, das lauthals mitsang.

Was den Kappenabend ausmacht

Doch was genau ist es eigentlich, was einen Kappenabend in einem kleinen Dorf wie Windheim ausmacht? "Man ist hier sehr spontan und behandelt die Themen des Dorfes, was für alle in jedem Jahr wieder ein echtes Highlight ist", sagt Thomas Reuß. Man ist eben unter sich, in fast privater Atmosphäre genießt man den Abend. "Zensur oder ähnliches gibt es bei uns nicht", weiß der gelernte Journalist zu berichten. Jeder kann das machen, was ihm gefällt. Natürlich geht es immer sehr humorvoll zu, auch wenn öfter mal Originale veralbert werden.
Auf eine Generalprobe verzichtet man aus gutem Grund - es ist für die gute Stimmung einfach besser, wenn man nicht genau weiß, was als nächstes passiert. Natürlich steigen auch die Moderatoren selbst in die Bütt und nehmen das Geschehen in Windheim und städtische Themen aufs Korn. Bis zur letzten Minute wird noch am Text gefeilt: "Meist steht die Büttenrede drei Tage vor dem Kappenabend. Einmal wird geprobt und das war es dann", rekapituliert Reuß, "frei nach dem Motto - "wer probt, ist feige". Das macht den Charme in Windheim aus: Man versteht zu improvisieren und behandelt örtliche Themen. "Natürlich nimmt man die Mitbürger aufs Korn, aber auf eine liebenswerte Art", weiß Reuß aus Erfahrung.

Piratenlieder und -geschichten

In diesem Jahr hieß es Segel zu setzen und ins wilde Reich des Humors zu segeln. Thomas Reuß und seine Mitmoderatoren begeisterten mit Piratenliedern, deren Text auf Windheim zugeschnitten war. Das Publikum sang lautstark mit. Fabian und Philipp Bötsch schauten als Kleinkinder den Erwachsenen auf die Finger und wussten mit ihrem Witz dem Publikum zahlreiche Lacher zu entlocken. Auch sie sind seit Jahren im Winner Fasching aktiv. Und natürlich erschallte nach ihrem Auftritt auch kein "Helau", sondern dem Thema des Abends entsprechend ein dreifaches "Windheim Ahoi".

Automatische Rasenmäher

Claudia Beck und Lothar Hein wussten allerhand über die Unsitten der Windheimer zu berichten, so war zum Beispiel von automatisch fahrenden Rasenmäher die Rede, die in den Gärten von früh bis spät ihre Runden drehen, da sie keinen Parkplatz finden. Im Zentrum des Spotts der beiden standen die Kampfhennen, die seit neuestem die Nachbargrundstücke unsicher machen.
Ein besonderer Hingucker waren die Saaelenixen aus Bad Bocklet. Fantasievoll verkleidet nahmen sie das Thema "Fußball-WM" in ihren Tanz auf. Seit 13 Jahren tanzen sie nun schon, in Windheim waren sie in diesem Jahr das erste Mal. Natürlich waren auch die lauten Windräder ein Thema. "Du hörscht duch soawiesao nias", sagte Claudia Beck zu Lothar Hein, der sich fortwährend über den Krach beklagte, den die Räder machen.

Die Garde und ein Windjammer

Die Tanzgarde des Faschingsclubs Großenbrach erfreute die Zuschauer mit einem akrobatischen Tanz, Madeleine Neugebauer hatte ihn einstudiert. Zwei echte Seebären kamen schließlich in Gestalt von Roland und Petra Bötsch. Im stolzen Windjammer "Feuchter Traum" waren sie vorgefahren, um über die Untiefen des Ehelebens zu berichten. Die beiden Faschingsveteranen schafften es, den Zuhöreren Lachtränen zu entlocken. Was ist das Idealgewicht einer Schwiegermutter? 4,5 Kilo mit Urne. Das Publikum brüllte.

Schwere Fragen

"Wer wird Millionär" oder auf winnerisch "Wäär wirdd Windheimjonäär" - dieser Frage widmete sich Edgar Borst als Günther Schlauch. Live aus der "Hädknupperarena" wusste die Formation mit viel Witz zu gefallen und nahm dabei Windheimer Originale aufs Korn. Das Publikum amüsierte sich köstlich über die schweren Fragen und auch über die Werbung, die zwischen den einzelnen Raterunden eingespielt wurde - so beispielsweise für "Seitensprung-Kondome".
Zum großen Finale kamen alle Akteure noch mal auf die Bühne, bis es dann hieß, wieder in den Heimathafen einzulaufen und an Land zu gehen. Das Publikum war über die Darbietungen wieder sehr begeistert, was sich am großen Applaus zeigte.