Mussten seit März fast alle Veranstaltungen abgesagt werden, so werden die Münnerstädter und ihre Gäste im September eine Vielzahl kultureller Höhepunkte erleben. "Wir wollen den Menschen anbieten, endlich wieder Kultur genießen zu können", sagt Kilian Düring vom Team im Schloss. Völlig neu ist eine Veranstaltungsreihe mit Kabarett und Mentalkunst an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Ein Name ist auch schon gefunden: "Münnerstädter Kabarettsommer" heißt die Serie. Und die soll zur Tradition werden.

Künstler verdienen nichts

Bei all den Absagen der letzten Monate und immer wieder wechselnden Hygieneauflagen war es praktisch unmöglich, Veranstaltungen zu organisieren. Das war für Kulturliebhaber bedauerlich, für die Kulturschaffenden geradezu dramatisch. Viele von ihnen hielten sich mit kleineren Auftritten über Wasser. "Es ist egal, ob es Künstler sind, die früher in großen Sälen aufgetreten sind oder als Kleinkünstler in Kneipen", sagt die Münnerstädterin Susanne Will. Aus ihrer Zeit in Nürnberg kennt sie viele Künstler persönlich, ist mit einigen sogar befreundet. "Die Corona-Krise trifft alle, egal ob Groß oder Klein - sie haben schlichtweg kein Geld mehr."

Die einen wollen endlich wieder Kultur erleben - die anderen wollen endlich wieder auf der Bühne stehen. Susanne Will hatte die Kontakte, den Rest erledigten Kilian Düring und Nicolas Zenzen von der Touristeninformation mit Henneberg-Museum. Nun steht das Programm des ersten "Münnerstädter Kabarettsommers" in der Alten Aula.

Start ist am Freitag, 4. September, mit der in Münnerstadt bestens bekannten Lizzy Aumeier, die diesmal Verstärkung mit an die Lauer bringt: Das Damensalonorchester "Lizzy und die weißen Lilien" gibt sich die Ehre mit seinem Programm "Küss die Hand", eine Hommage an Johann Strauss, eine brillante Mischung aus Konzert, Kabarett und Musiktheater. Beginn ist um 20 Uhr.

Weltmeister auf der Bühne

Am Samstag, 5. September, gibt sich Christoph Kuch, der Mentalmagier, die Ehre. "Ich weiß" heißt die Show mit dem Deutschen Meister und Gewinner der Weltmeisterschaft der Zauberkunst (Sparte Mentalmagie). Beginn ist um 19.30 Uhr.

Mäc Härder bildet am Sonntag, 6. September, den Abschluss der Trilogie. Er kommt mit seinem Programm: "Wir haben nicht gegoogelt, wir haben überlegt!" Beginn ist um 18 Uhr.

Sämtliche Karten gibt es ab sofort in der Touristeninformation im Deutschordensschloss, sie können aber auch telefonisch unter 09733/ 787482 oder per Mail unter info@muennerstadt.de vorbestellt und dann im Schloss abgeholt werden. Karten kosten im Vorverkauf 20 Euro (ermäßigt 18 Euro). Sollten noch Karten vorhanden sein, können sie an der Abendkasse erworben werden. Dann kosten sie 24 Euro (ermäßigt 22 Euro).

Auch wenn Veranstaltungen prinzipiell wieder möglich sind, so gelten nach wie vor die Vorschriften wegen Corona. Deshalb hat Kilian Düring ein Hygienekonzept erarbeitet. Die Alte Aula darf nur mit Maske betreten werden, am Platz kann sie dann abgenommen werden. Es gibt Desinfektionsmittel und eine Einbahnstraßen-Regelung im Gebäude.

Vorverkauf nutzen

Die Plätze werden zugewiesen, der Abstand bleibt gewahrt, weswegen es nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen gibt. Genau deshalb bittet Kilian Düring dringend, den Vorverkauf zu nutzen. Familien und Kleingruppen dürfen nämlich zusammensitzen. So kann die Alte Aula schon vor den Veranstaltungen entsprechend bestuhlt werden. Sollte der erste Münnerstädter Kabarettsommer ein Erfolg werden, dann könnte es durchaus eine Wiederholung geben. Kilian Düring wünscht sich, dass er zur Tradition wird. Mangel an Künstlern gibt es ganz sicher nicht, denn: "Ich habe noch viele Telefonnummern in meinem Büchlein", sagt Susanne Will.

Im September wird aber noch viel mehr geboten. So gibt es bereits am Donnerstag, 3. September, ab 18.30 Uhr ein Besuch im Bienenlehrstand im Rahmen der Reihe "Oh!wieschönistmünnerstadt".

Zu den Höhepunkten gehören auch eine Lesung mit Monika Hanshans am 12. September (Alte Aula) sowie Lesen und Lesen lassen "spezial" mit Texten des Heimatdichters Ludwig Nüdling (Anger) am 13, September. Das gesamte Programm ist unter www.muennerstadt.de/Veranstaltungen veröffentlicht.

Hintergrund:

Lizzy Aumeier ist vielen als wuchtige Kabarettistin mit einem großen Hang zur Selbstironie bekannt. Ihr Kontrabass ist keine Staffage - sie absolvierte als erste Frau im Fach Kontrabass am Meistersingerkonservatorium in Nürnberg. Zusammen mit vier weiteren Musikerinnen bildet sie das Damensalon-Orchester "Lizzy und die weißen Lilien". Die Lilien sind: Svetlana Klimova (Violine, Konzertmeisterin der Moskauer Symphoniker), Baronesse Irene von Fritsch (Cello, Gast verschiedener symphonischen Orchester), Alice Graf (Diplompianistin und Lehrerin an der Fürther Musikschule) und Gaby Althmann (Flöte, Studium am Meistersingerkonservatorium in Fürth). Die fünf hochvirtuosen Musikerinnen führen eine Hommage an Johann Strauss auf. Klar: Ohne Witz geht das mit Lizzy Aumeier nicht. Sie wird bewegende Fragen stellen und vielleicht beantworten: Wäre Strauss heute berühmter als Abba? War Sissi eine heimliche Geliebte von Johnny S.?

Christoph Kuch ist Weltmeister, er gewann die Weltmeisterschaft der Zauberkunst in der Sparte "Mentalmagie". An seinem Gewinnertrick arbeitete er zehn Jahre. Wo Christoph Kuch auftritt, hinterlässt er ratlose, begeisterte und völlig überraschte Menschen, "das ist eine ganz große Form der Unterhaltung", sagt beispielsweise Komödiant und Schauspieler Michael "Bully" Herbig über ihn. Und Frank-Markus Barwasser, "Erwin Pelzig", seufzte: "Der macht mich fertig." Christoph Kuch scheint die Gedanken aller Menschen im Raum lesen zu können, sein Können führte ihn schon quer durch Europa, Asien, Australien und die USA. Kultur mit Stil, Köpfchen und sehr vielen Überraschungen. "Ich weiß" heißt sein Programm, das er in er Alten Aula aufführt, und darin entführt er die Besucher an die Grenze zwischen Realität und Fiktion - es könnte sein, dass Sie danach an Ihrem Verstand zweifeln werden.

Mäc Härder, Kabarettist aus Bamberg und gebürtiger Wollbacher, erinnert sich an früher und sagt: "Wir haben nicht gegoogelt - wir haben überlegt!" So heißt das Programm, mit dem er in der Alten Aula auftritt. Früher war er Mitglied von TBC, dem Totalen Bamberger Cabaret, für seien Jonglagen wurde er Preisträge beim Europäischen Jonglierfestival in Schweden. Mäc Härder ist bekannt wegen seiner Auftritte bei "Kabarett aus Franken", in "Ottis Schlachthof" und bei der "Grünwald Freitagscomedy". 2011 erhielt er den Sonderpreis des "Fränkischen Kabarettpreises". Mit "Wir haben nicht gegoogelt - wir haben überlegt!" meint Härder nicht, dass früher alles besser gewesen sein. Nein, da erinnert er schnell an die Telefonhäuschen, die gerochen haben, "wie wenn jemand in einen vollen Aschenbecher gepinkelt" hätte. Und dass die Jungen heute ihr Tablet, die Alten ihre Tabletten brauchen, Stadtbewohner jetzt "Landlust" lesen und Geländewagen in der Innenstadt fahren - das sind weitere Themen, die Mäc Härder aufspießen wird.