Die Orgel in ihrer Vielfalt und Klangfülle erleben Besucher des "10. Rhöner Orgelsommers" vom 17. Juli bis 15. August. In dieser Zeit gibt es ganz besondere Konzerte in den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen.

Fünf prächtige Kirchen, ebenso viele Orgeln und neun namhafte Interpreten aus der Region sowie dem In- und Ausland sind dabei. Endlich ist die Zeit des Wartens vorbei und die Kultur nimmt langsam wieder Fahrt auf.

Für die Orgelkultur ist 2021 ein besonderes Jahr, ist die Orgel doch von den Landesmusikräten zum Instrument des Jahres erwählt worden. Zudem hat schon 2017 der Zwischenstaatliche Ausschuss den Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Später als sonst

Pandemiebedingt wird der diesjährige 10. Rhöner Orgelsommer etwas später als gewohnt starten und mit insgesamt sechs Konzerten kleiner ausfallen. Zudem müssen die Veranstalter aufgrund der beschränkten Plätze einen Eintritt erheben, der allerdings dank der Sponsoren niedrig gehalten werden konnte, teilt Regionalkantor und Kantor der Stadtpfarrkirche Münnerstadt Peter Rottmann mit.

Zum Auftakt erklingt am Samstag, 17. Juli, um 19 Uhr die weithin beliebte Klais-Orgel der Münnerstädter Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena in einer ganz besonderen Kombination. Jürgen Weyer (Trompete), Frank Stäblein (Pauke) und Peter Rottmann an der klanggewaltigen Orgel läuten mit Pauken und Trompete den Neustart der Kirchenkonzerte in Münnerstadt ein. Zur Aufführung kommen festliche Werke aus der Barockzeit von Lully bis Händel.

Lauteste Freiluftorgel

Am Sonntag, 25. Juli, kann man den Festivalleiter, Regionalkantor Peter Rottmann mit einem erlesenen Programm in der Stadtpfarrkirche St. Kilian in Mellrichstadt erleben. Dort steht ein imposantes Orgelwerk der Urspringer Orgelbaufirma Hey, die laut Guinnessbuch der Rekorde die lauteste (Freiluft-) Orgel der Welt erbaut, sich gegen Konkurrenten aus aller Welt durchgesetzt und mit einem spektakulären Orgelneubau für die internationale Weltausstellung 2013 in Südkorea in der internationalen Orgelszene für Furore gesorgt hat.

Das Besondere an dem Instrument ist seine Positionierung. Die Orgelanlage ist auf drei Stellen im Raum verteilt, was ein dreidimensionales Klangerlebnis möglich macht, heißt es in der Pressemitteilung.

Vier Hände, vier Füße

Mit einem Konzert für vier Hände und vier Füße zieht der Orgelsommer am Freitag, 20. Juli, in die Pfarrkirche St. Andreas nach Oberstreu, wo das Musikerehepaar Gabriele und Michael Wurm (Domorganist in Attendorn) um 19 Uhr ein Konzert auf der klangstarken Hoffmann & Schindler-Orgel spielen wird. Dabei wird auch das weltweit größte, je in eine Orgel eingebaute Glockenspiel aus der weltberühmten Manufaktur Schiedmayer zu hören sein.

Am Sonntag, 1. August, gastiert der Rhöner Orgelsommer zum ersten Mal in der Kath. Pfarrkirche St. Vitus mit einem Sonderkonzert für Sopran und Orgel in Ramsthal. Die Sopranistin Iva Simon wird mit dem Festivalleiter ein besinnliches, heiteres und virtuoses Programm mit Musik aus drei Jahrhunderten musizieren. Durch das Programm führt dabei Dieter Simon.

Am Sonntag, 8. August, 17 Uhr kommt dann ein absoluter Spitzenorganist, der international renommierte Orgelvirtuose Christoph Kruyer aus Alzenau nach Münnerstadt. Er spielt ein ausgesucht publikumswirksames Programm mit französischen, englischen und deutschen Orgelwerken.

Die Orgel der Wallfahrtskirche auf dem Findelberg wurde dieses Jahr mit erheblichem Aufwand renoviert, aus dem Dornröschenschlaf geweckt und vor dem Holzwurm gerettet. "Wir wollen diese Großtat mit einem festlichen Abschlusskonzert am Feiertag Maria Himmelfahrt, 15. August, um 17 Uhr würdigen", erklärt Regionalkantor Peter Rottmann.

Die Münnerstädter Sopranistin Yvonne Düring wird mit dem Festivalleiter mit "Das Ave Maria der Rhön" übertitelten Konzert berühmte Marienvertonungen zu Gehör bringen und somit den Klang der Muttergottesverehrung an ihrem Festtag in die Rhön tragen, heißt es weiter.

Es gelten die üblichen Hygienevorschriften (AHA-Regel und FFP2-Maske). Der Eintritt für das Sonderkonzert in Ramsthal ist für die Renovierung des Pfarrheims bestimmt. Der Eintritt für das Orgelkonzert des Festivalleiters in Mellrichstadt ist frei, sonst wird überall Eintritt verlangt.