Die Liste der prominenten Gäste, die den Rindhof bei Maria Bildhausen besuchen, wird immer länger und vielfältiger. Nach dem bekannten Maler und Grafiker Markus Lüpertz und Handball-Legende Kurt Klühspies, die beide Anfang Juli am Rindhof waren, besuchte mit Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder ein politisches Schwergewicht die Anlage.

Der ehemalige Regierungschef wollte ein paar Tage Auszeit nehmen und so traf er sich mit seinem alten Freund Markus Lüpertz auf Einladung von Marco Weigand am Rindhof. Eigentlich war der Besuch bereits für Sonntag und Montag terminiert, doch Schröder nahm am Montag noch an der Trauerfeier für den verstorbenen ehemaligen SPD-Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel in München teil und somit verschob sich der zweitägige Besuch.

Auf der Rückreise nach Hannover erreichte er den Rindhof ohne großen Umweg. Bei einem Rundgang über das Gelände am späten Montagabend stellten Rudi und Marco Weigand den Rindhof und Markus Lüpertz die angedachten Möglichkeiten für ein Kunstprojekt vor. "Das könnte ein fantastisches Werk werden, das nicht überall möglich ist", sagte Schröder. Es sei erfreulich, dass erfolgreiche Unternehmer, denen seit 2016 der Golfplatz in Maria Bildhausen gehört, zusätzlich auch an ein Kunstprojekt denken. Die Kunst gehöre auch zum Leben.

"Dieser Golfplatz ist ein Traum, hier sind ganz viel Landschaft und ein herrlicher Blick in die Ferne bei absoluter Ruhe", zeigte sich Schröder nach einer Golfrunde mit Rudi Weigand begeistert von der Anlage. Dieser weitläufige Platz sei einmalig in Deutschland. Da müsse er unbedingt wieder spielen, zumal er erst seit zwei Jahren zum Golfschläger greife. "Für diese kurze Zeit spielt er aber schon unheimlich gut", lobte Rudi Weigand seinen Spielpartner.

Beim nächsten Mal werde er seine Frau mitbringen, um ihr viel Landschaft zu zeigen, denn in Korea, wo seine Frau herkomme, gebe es nur wenig Landschaft, da viel Fläche verbaut sei. Außerdem möchte er sich auch die Schönheiten der Rhön zeigen lassen. "Meine Frau möchte alle Ecken Deutschlands kennen lernen", sagte Schröder.

Nach der Golfrunde entwickelte sich in geselliger Runde bei den typischen fränkischen Schmankerln Bratwurst, Sauerkraut und Wein ("Das schmeckt ja alles vorzüglich") eine lebhafte Gesprächsrunde. Da erzählte Gerhard Schröder, der von Oktober 1998 bis November 2005 Regierungschef war, in seiner lockeren, witzigen und ungezwungenen Art eine ganze Reihe von Anekdoten aus der Politik, dem Sport und der Kultur.

So sei bei einem Auslandsbesuch in einem asiatischen Land, bei dem auch Franz Beckenbauer dabei war, dieser als Regierungschef begrüßt worden und nicht er. "Franz Beckenbauer war dort halt als der Kaiser bekannt und der kommt zuerst", sagte Schröder schmunzelnd. Erstaunt zeigte sich der Altkanzler auch von der Tatsache, dass gerade der nördliche Teil Unterfrankens zu den regenärmsten Gebieten zählt. Bei der Fahrt von München ins Grabfeld hat es bis Schweinfurt geregnet, dann war Schluss.

Eigentlich hätte er als damals amtierender Bundeskanzler bereits einen offiziellen Besuchstermin vor genau 19 Jahren auf dem Golfplatz in Maria Bildhausen gehabt, denn er war Schirmherr der 1. Europameisterschaften der behinderten Golfer, konnte diesen Termin aber aus zeitlichen Gründen nicht wahrnehmen. Da kämen unzählige Anfragen im Laufe eines Jahres, die könne er bei weitem nicht alle erfüllen. Gerne hätte Gerhard Schröder noch ein paar Löcher Golf gespielt, doch der Zeitplan zwang ihn zur Weiterfahrt nach Fulda, wo er mit dem ICE nach Hannover reiste, denn am nächsten Tag stand schon der nächste Termin in Berlin auf dem Programm.