Der riesige Drachen liegt noch entspannt auf der Oberfläche des Hauptakteurs dieses Nachmittags. Bereits Minuten später haben sich die kleinen "Siegfrieds" des eher freundlich dreinblickenden Ungeheuers bemächtigt, sie klettern, springen oder rutschen in das Jubiläumsnass, das gerade im nahegelegenen Zelt von offizieller Seite für seine 50-jährige Frische bejubelt wird. Das Freibad Maßbach ist ein Wert an sich.
Es ist ein Lieblingskind von Gemeinderatsgenerationen und natürlich teuer von Anbeginn an. Aber es ist den Bürgerinnen und Bürgern wert, dass die Gemeindevertreter immer wieder mit Investitionen das Bad auf den Stand der Zeit bringen.
Bürgermeister Matthias Klement (CSU) zeigte sich in seiner als Chronik vorgetragenen Rede sichtlich stolz, das Ergebnis von 2017 vorstellen zu können. Das Versorgungsgebäude mit seinem Umfeld wurde in einem ersten Bauabschnitt völlig neu konzipiert und bedeutend attraktiver gestaltet. Dadurch entstand ein neuer Kiosk mit einer Terrasse zum Bad hin.
In einem zweiten Abschnitt soll ab Herbst die Umrandung des Beckens erneuert werden. "Das Freibad ist ein wichtiger Standortfaktor für den Markt Maßbach!" Vor allem für junge Familien und Gäste aus dem gesamten Lauertal bis nach Schweinfurt hin ist der Charme dieses Bades als überschaubares Freizeitgelände attraktiv und wird gerne besucht.
Aus heutiger Sicht waren es goldige Argumente, die als Motivation für den Beschluss des Gemeinderats am 11. Februar 1965 herhalten mussten, von denen einige der Bürgermeister zitierte: "... solle ein Kinderschwimmbecken gebaut werden", "... die Finanzierung soll durch Spenden der Einwohnerschaft erfolgen", " außerdem sei der in der Nähe liegende Stausee zu entlasten" , oder "... der TSV Maßbach hat bereits eine Schwimmabteilung", die müssen bisher außerhalb schwimmen gehen.
Was folgte war die Umsetzung zu einer Anlage, wie sie im Kern heute noch besteht. 1980 musste schon mal die Technik, samt neuem Gebäude aufgerüstet werden. In den neunziger Jahren hatte der Freibadgedanke eine schwere Zeit zu überstehen. Der Gemeinderat glaubte, trotz Appellen von Bürgermeister Erhard Klement, auf das Freibad verzichten zu müssen. Eine Bürgerinitiative bildete sich und die Unterschriften vieler Bürgerinnen und Bürger konnten die ursprünglichen Beschlüsse ins Gegenteil verkehren. Das Freibad wurde ab 1995 saniert und 1999 mit einer Solaranlage ausgestattet, mit der seitdem die Wassertemperatur besser gesteuert werden kann.


750 Arbeitsstunden

Dem Bürgermeister lag neben dem Geschichtsabriss aus fünfzig Jahren Freibad besonders am Herzen, den Menschen zu danken und auch denen zu gedenken, die das Bad als eine Maßbacher Attraktion gestaltet haben und es bis heute ständig aufwerten. Besonders freue er sich, dass der Gemeinderat ziemlich einhellig mit ihm für das Freibad eingestellt ist und das im oberen fünfstelligen Bereich liegende Defizit mitträgt. "Das Freibad ist eine Infrastruktur, um die uns Andere beneiden." Außerdem gibt es seit 2011 den Förderverein, der in vorbildlicher Weise Unterstützung in materieller und personeller Hinsicht leistet.
Über 750 Arbeitsstunden haben die Mitglieder bei der Neugestaltung des Versorgungsgebäudes eingebracht, sie haben Spenden gesammelt und mit der Vorsitzenden Barbara Keller einen Motor, die unter anderem Helfer aus allen Ortsteilen zur rechten Zeit an die richtige Stelle gebracht habe. Die Zusammenarbeit mit Bauhofleiter Wolfgang Brust, welcher die Projektleitung inne hatte, verlief reibungslos.
Das Gemeinschaftswerk wurde von vielen örtlichen Firmen nachhaltig und vielfältig unterstützt. Besonders hob er die Spende von 5000 Euro von Karl Schüller hervor, der anlässlich eines runden Geburtstages seine Gratulanten um Spenden für das Freibad gebeten hatte. "Als Bürgermeister bedanke ich mich für das Engagement bei allen, die zum Wohle der Marktgemeinde Maßbach beigetragen haben", sagte Klement.
Für Sabine Dittmar (MdB, SPD), Gemeinderätin in Maßbach seit langer Zeit, war es eine Genugtuung mit Leidenschaft zu betonen: "...dass das Freibad ein Herzensanliegen ist." Einige von ihr genannten Zahlen geben zu bedenken, 44 Bäder in Bayern seien in den letzten Jahren geschlossen, davon elf in Unterfranken. 52 Prozent der Bevölkerung geben an, nicht oder nur sehr unsicher schwimmen zu können.


Lob für Gemeinschaftssinn

Für stellvertretende Landrätin Monika Horcher (B.90 Die Grünen) ist "Wasser das schönste Ding der Welt" zumindest als Zitat von Thales von Milet (625 bis 545 v.Chr.). Sie amüsierte das Publikum mit der "Geschichte der Badekultur", um dann sinnbildlich im schönen Lauertaler Freibad zu landen. Bezirksrätin Karin Renner (CSU), betonte, dass "... die Maßbacher stolz auf die Leistung sein können".
Der Platz sei ideal für die Anlage. Sie anerkannte den "unheimlichen Gemeinschaftssinn", der dieses Ziel verwirklichen ließ.
In einer ökumenischen Andacht erteilten die Pfarrer Stefan Bonawitz und Manfred Finger den kirchlichen Segen für das sanierte Gemeinschaftswerk. Besonders betonten sie, dass das Bad nicht nur ein Eventbereich für Sport und Action ist, sondern auch der Ruhe, Entspannung und der Sinnlichkeit in einem Rückzugsgebiet aus dem Alltag dienen könne.