Er ist und bleibt zusammen mit dem nahen Heimatspielhaus am Anger der ideale Standort für den schon zur Tradition geworden vorweihnachtlichen Kunsthandwerkermarkt.
Zum 15. Mal hatte ein Team des Altstadtvereins um Oliver und Christine Schikora, Christine Tapken, Carmen Schlott und Magda Michel in monatelanger Arbeit alles nötige bis hin zum attraktiven Rahmenprogramm für Erwachsene und Kinder organisiert.

An etwa 40 Ständen im Schloss-Innenhof und den Räumen ringsherum sowie im Heimatsspielhaus gab es natürlich viel Weihnachtliches von Christbaumkugeln und Weihnachtsdekoration aller Art bis zu Kerzen in allen Farben und Größen oder Gestecken. Nicht umsonst hat der Altstadtverein diese beiden Tage unter das Motto "Weihnachten im Schloss" gestellt. Die Aussteller präsentierten viel Kunsthandwerk und Geschenkideen von Keramik über Glasperlen und duftenden Seifen bis hin zu Drechselarbeiten, Stoffpuppen, Kissenhüllen, bunten Häkelmützen, Hüttenschuhen, Backmischungen oder Handytaschen und originellen Vogelhäuschen.

Viel bestaunt wurden die leuchtenden Kaffee- und Teekannen am Stand von Peter Braun. Er hatte in den Boden der antiquarischen Porzellankannen Löcher gebohrt, durch die von unten das Kabel für die Beleuchtung mit LED-Lampen geführt wurde. "Gutes Porzellan ist dünn genug, dass das Licht durchkommt" erklärte er Skeptikern und eine Probe aufs Exempel zeigte, dass die Sache klappt. Schon am frühen Samstagnachmittag erklärte Braun zufrieden "ich habe vier Kannen verkauft."


Flüchtlinge bereiten orientalische Häppchen

Nicht nur professionelle und private Aussteller waren vertreten, sondern auch Vereine, Schulen und Organisationen. Am Stand der Berufsfachschule für Hauswirtschaft im Trauzimmer verkauften drei junge charmante Damen Fruchtaufstriche und Plätzchen. Taschen aus Verpackungsmaterial, selbst
Gestricktes und Genähtes verkaufte am Stand der Selbsthilfegruppe Dystonie Unterfranken Marion Rudloff. Kreuzritter-Pfadfinderinnen verwöhnten im Heimatsspielhaus die Besucher mit Kaffee und Kuchen und verkauften Basteleien. Erstmals dabei war der Imkerverein und Umgebung. An dessen
Stand im Schlosshof gab es natürlich Honig und dazu Honigprodukte. Ein neuer Aussteller ist auch das Netzwerk für soziale Dienste e.V., mit seinem Haus "AKWAABA" (eine Wohngruppe unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge) im Hof des Heimatsspielhauses. Hier gab es orientalische
Häppchen, Kränze, Weihnachtsdekoration, Kaffee und Kuchen. Gleich daneben hatte Werner Schneider aus Reichenbach sein Weihnachts-Fotostudio mit einer winterlichen Kulisse aufgebaut, die es mangels Schnee bei uns leider nur noch selten gibt. Hier konnten Kinder auf einem Schlitten posieren und sich fotografieren lassen.

Bürgermeister Helmut Blank (CSU) war es vorbehalten, den Kunsthandwerkermarkt zu eröffnen. Er dankte dem Veranstalter, dem Altstadtverein, der nun schon zum 15. Mal diesen Markt veranstaltet. Er vergaß aber auch die anderen Vereine nicht, die sich hier mit engagieren und freute sich, dass auch neue Aussteller mit dabei sind. Er ermunterte die Besucher "greift zu, nehmt was mit" und kündigte an, dass die Gründer dieser weit über die Grenzen von Münnerstadt bekannten Veranstaltung sich demnächst im goldenen Buch der Stadt verewigen sollen. Schon die Autonummern der auf dem Anger geparkten Fahrzeuge (am Samstagnachmittag unter anderem viele aus Schweinfurt, Bad Neustadt, Hassfurt, Würzburg) geben dem Bürgermeister recht. Beate Schneider war mit ihren Töchtern Isabel und Monika aus Würzburg angereist. "Mit der Eisenbahn geht das sehr bequem. Mir gefällt am
Kunsthandwerkermarkt in Münnerstadt vor allem, dass er noch übersichtlich ist und an einem so schönen Ort wie Eurem Schloss stattfindet" sagt sie.


In 15 Jahren insgesamt 25.000 Euro gespendet

Oliver Schikora dankte dem Helfer-Team und allen mitwirkenden Vereinen, "ohne sie könnten wir das gar nicht organisieren." Im Gespräch mit dieser Zeitung betonte er, dass ein Teil der Erlöse, die der Altstadtverein mit dem Kunsthandwerkermarkt erzielt, gespendet wird. In den letzten 15 Jahren
gingen etwa 25.000 Euro zum Beispiel an soziale Einrichtungen oder an das Heimatspielhaus, sagte er. Der Kinder- und Jugendchor der Liedertafel unter der Leitung von Petra Rohracker und das Münnerstädter Engelchen (Anna-Sophie Sturmat) sorgten dafür, dass es bei der Eröffnung des Kunsthandwerkermarktes richtig feierlich zuging.

Auch das Himmels-Postamt im Schloss hatte wieder geöffnet. Hier konnten die Kinder ihre Wunschzettel abgeben und bekommen nun in den nächsten zwei Wochen eine persönliche Antwort vom Christkind. "Das wird in nächster Zeit einige unserer Mitglieder ziemlich beschäftigen" sagt Oliver Schikora. Vielen Kindern war offenbar das Wetter für den "märchenhaften Taschenlampen-Umzug" am Samstagabend zu schlecht. Aber immerhin, eine kleinere Schar Kinder zog, angeführt von Christine Schikora (die Idee für diesen Umzug stammt von ihr), durch die Stadt.

Auch für musikalische Unterhaltung war gesorgt. Eine Akkordeongruppe der Musikschule, eine Sängergruppe der Liedertafel und die beiden Bands "Bruderherz" und "Nochtschicht" sorgten am Samstag für Stimmung. Am Sonntag spielten das Jugendblasorchester der Musikschule, die Stadtkapelle, (Marie Kastl (Querflöte, im Heimatsspielhaus) und schließlich gab es Irish Folk
mit "Whistling tot he Bird."