Maßbachs Bürgermeister Matthias Klement (CSU) sieht seinen Markt als Spitzenreiter bei der regenerativen Energieversorgung im ganzen Landkreis Bad Kissingen. Mit der Einweihung des Solarparks in Richtung Rannungen könne der Markt nun theoretisch 8800 Haushalte mit Strom versorgen - das ist sehr viel mehr als in der Gemeinde selbst benötigt werde. Hinzu komme Stromversorgung aus sieben Windrädern und zudem sei ein weiterer Solarpark, der bei Volkershausen in Planung ist. Bei Idealbedingungen könnten insgesamt rund 34 000 Haushalte mit grünem Strom versorgt werden.

Das Lob von Landrat Thomas Bold (CSU) ließ deshalb nicht lange auf sich warten. Maßbach leiste einen enormen Beitrag zur regenerativen Energiegewinnung, die auch den Landkreis nach vorne bringe. Gerade die Solarenergie nehme in Bayern eine herausragende Stellung ein, was die im Verhältnis zum Norden eher mäßigen Windverhältnisse ausgleiche. Dass Projektierer EnBW auch Bürgerbeteiligungen anbiete, schaffe persönliche Bindung. Diese sei wichtig, weil nur durch Akzeptanz könne regenerative Energiegewinnung im Einklang mit dem Bürgerwillen von statten gehen.

Thorsten Jörß, Leiter Projektentwicklung Photovoltaik bei EnBW, stellte den Solarpark vor. Er sei mit einer Leistung von 28 Megawatt der zweitgrößte seines Unternehmens überhaupt und derzeit der größte in Bayern. Zwei Drittel des Stroms wurden förderfrei vermarktet, ein Drittel nach EEG-Förderrichtlinien. Entstanden sind knapp 70 000 Module auf einer Fläche von 42 Hektar, was in etwa der Fläche von 60 Fußballfeldern entspricht. Gut geworden sei damit ein Projekt, das schon 2009 angestoßen wurde, damals noch von der Schweinfurter 1A Solar GmbH. Nach einer Änderung im Erneuerbaren-Energiegesetz kam es jedoch zum Stillstand. 2015 übernahm EnBW das Projekt und führte es fort. Mit dem Umspannwerk in Oerlenbach stand dann auch eine zentrale Anlieferstelle zur Verfügung, sodass das Projekt nun vollendet wurde.

Ab 20. Oktober soll der Solarpark mit voller Leistung laufen. Bürgerbeteiligungen sind schon ab 500 Euro möglich, die der EnBW als Nachrangdarlehen gewährt werden. Die EnBW verspricht dafür fixe Zinszahlungen. Die Einlagen sind auf maximal 10 000 Euro begrenzt.

Eine Besonderheit ist, dass die Flächen landwirtschaftlich genutzt werden, denn sie werden zu artenreichen Grünland umgestaltet. In den Zaun um den Solarpark sind zahlreiche Klappen eingebaut, um Kleintieren ungestörten Zu- und Ausgang zu ermöglichen. Zudem soll das Areal als Weidefläche für Schafe dienen. Dies soll ab 2023 möglich sein.