Die Sicht der Bürgermeister über die Netzabdeckung ist gespalten. Die einen sind zufrieden, andere sehen große Unterschiede in der Netzabdeckung innerhalb ihres Gemeindegebiets oder sogar innerhalb des Ortes. Zusätzlich variiert die Abdeckung der drei Anbieter, die es in Deutschland gibt.

Das stellt beispielsweise Maßbachs Bürgermeister Matthias Klement (CSU) fest. Einen sogenannten weißen Fleck gebe es in Volkershausen: "Dort sind wir aber bei der Aktion der Telekom ,Wir jagen Funklöcher' ausgewählt worden. Hier soll eigenwirtschaftlich ein Mast der Telekom entstehen", berichtet er.

Zumindest durch das Netz der Telekom sei der Markt Maßbach weitestgehend abgedeckt. "Etwas problematisch ist, dass zum Beispiel Vodafone nur in Poppenlauer verfügbar ist. An der Vielfalt der Anbieter mangelt es somit."

Große Unterschiede

Ähnliche starke Unterschiede bei den Netzbetreibern, sowie an verschiedenen Orten beschreiben die Gemeindevertreter von Aura, Bad Brückenau, Fuchsstadt, Oberthulba und Ramsthal. Daniel Kleinheinz, Geschäftsleiter in Wildflecken, ist zufrieden. "In Wildflecken und Oberwildflecken haben wir Flächendeckend LTE-Empfang."

Im Ortsteil Oberbach gebe es Lücken, die aber ein neu errichteter 5G-Mast voraussichtlich im Herbst schließen soll. Dieser ist einer von zwei 5G-Masten in der Gemeinde Wildflecken. Auch ein weiterer Anbieter habe den Plan, einen Mast in Oberbach zu errichten. "Hier sind wir mit der Kompetenzstelle des Landkreises bereits dabei, eine Kooperation mit der Telekom auf dem neuen Funkmast zu vermitteln", so Kleinheinz.

Kein Flächendeckendes Netz

Dass Gemeinden stark von den Betreibern abhängig sind, zeigt sich in den Schilderungen von Harald Hofmann (CSU), Bürgermeister von Nüdlingen. Er berichtet: "Mit Telekom kann ich zum Beispiel in der Schlossberghalle nicht telefonieren. Mit Vodafone kann ich das schon, aber dafür im Riedweg anscheinend nicht."

Das liege daran, dass die beiden Funkmasten jeweils nur eine Seite des Dorfes gut abdecken. Deswegen habe er bei den Betreibern angefragt, ob sie bei dem jeweilig anderem noch etwas anbringen würden. So müsse nicht extra ein neuer Turm gebaut werden und das Dorf hätte mit beiden Anbietern guten Empfang. "Die Antwort der Betreiber war nein, das geht nicht, das würde technische Probleme geben", sagt Hofmann.

Wenig Einfluss auf die Betreiber

Weiteren Nachrüstungsbedarf sieht Hofmann auf dem Weg von Nüdlingen nach Münnerstadt: "Wenn ich die Walze hochfahre macht es irgendwann klack, und der Empfang ist weg." Deswegen habe er sich auch bei der Telekom erkundigt, ob sie dieses Problem angehen wolle. "Die Antwort war, dass jetzt und in nächster Zeit nichts geplant wäre.

Mehr können wir leider nicht wirklich machen. Wir können höflich fragen, aber unser Einfluss ist ziemlich klein", sagt Hofmann. "Befriedigend ist das nicht. Das einzige was uns Kommunen bleibt, ist zu fragen."

Insgesamt sehen die Gemeinden das D1-Netz von Telekom als gut ausgebaut an (meist vorkommend: 3G-4G). Auch das D2-Netz von Vodafone schneidet in den Einschätzungen gut ab. Das E-Netz von Telefónica (O2), mit dem Handynutzer in ländlichen Gegenden eher weniger Empfang haben, scheint für die Gemeinden keine Rolle zu spielen.

Telefónica hat 4G aufgerüstet

Florian Streicher sagt für Telefónica, derzeit "massiv in den weiteren Ausbau" des 4G-Netzes im Landkreis Bad Kissingen zu investieren. "Allein in den vergangenen vier Monaten haben wir rund 15 neue, flächenwirksame 4G-Stationen im Landkreis Bad Kissingen errichtet", so Streicher. Darunter die neuen 4G-Stationen in Bad Kissingen, Münnerstadt, Bad Brückenau, Oberleichtersbach, Burkardroth, Wartmannsroth und Oerlenbach.

Mit Blick auf die Karte von cellmapper.net ist zu erkennen, dass der Betreiber dafür keine neuen Funkmasten aufgestellt, sondern 2G-Masten erweitert hat. An anderen Orten seien bestehende 4G-Standorte weiter ausgestattet worden, so Streicher, damit mehr Kunden parallel mit hoher Geschwindigkeit surfen können.

Vodafone plant 5G-Masten

Vodafones Breitbandversorgung erreiche 91,9% der Haushalte im Landkreis. Bis Mitte 2021 seien im hiesigen Vodafone-Netz noch zehn LTE-Bauprojekte geplant. "Dabei werden wir drei neue Mobilfunkstandorte in Betrieb nehmen, an fünf bestehenden Mobilfunkstationen erstmals LTE-Technik installieren sowie zwei vorhandene LTE-Standorte mit zusätzlichen LTE-Antennen ausstatten", so Heike Koring, Pressesprecherin von Vodafone. An einem Mobilfunkstandort sei eine 5G-Erweiterung geplant.

Telekom sucht neue Standorte

Markus Jodl, Sprecher der Telekom sagt: "Wir haben im Landkreis derzeit 65 Mobilfunkstationen. Wir erreichen damit eine Abdeckung von über 95 Prozent der Haushalte." 60 Standorte davon seien mit LTE ausgestattet, bis Ende 2022 will die Telekom noch drei erweitern. Insgesamt sollen 24 Standorte. Auch 5G sei geplant.

"Wir würden bis Ende 2022 noch weitere 15 Mobilfunkstandorte im Landkreis neu bauen, um die Versorgung noch weiter zu verbessern. Ob das gelingt, hängt aber davon ab, ob wir geeignete Standorte (Dach- oder Mast-Standort) von Kommunen und Privatleuten anmieten können", so Jodl. Wer der Telekom einen Standort anbieten möchte, könne dies laut Jodl auf der Seite www.dfmg.de bei der Tochterfirma ‘Deutsche Funkturm' tun.