"Mir wurde nachgesagt, dass ich schwer zufrieden zu stellen bin. Dieses Jahr bin ich es und zwar uneingeschränkt", sagte 1. Kommandant Sebastian Wetzel, als er in der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr seine Jahresbilanz vorlegte. Zwar seien keine größeren Einsätze nötig gewesen, aber es musste die Feier zum 140-jährigen Bestehen organisiert werden und die Beteiligung nach Alarmierungen mit 18 Kameraden im Schnitt sowie bei den 41 Übungen sei gut gewesen.

"Aus Eigenmitteln und mit Förderung beschafften wir eine Wärmebildkamera. Der TÜV legte den alten Ford Transit still. In Absprache mit der Gemeinde erwarben wir einen Tag später als Ersatz in Bürstadt bei Worms einen Gerätewagen, der derzeit in Eigenregie mit hohem Geld- und Zeitaufwand um- und ausgebaut wird", erklärte Wetzel.
Sorgenkinder seien die Heizung in der Fahrzeughalle und fehlende Lagermöglichkeiten. Um Platz zu schaffen, könnte der Schlauchwaschtrog abgebrochen werden.
An Bürgermeister Siegfried Erhard - letztmals in seiner Funktion dabei - wandte er sich zum Abschluss: "Wir haben viel diskutiert, auch kontrovers. Aber Reibung erzeugt Wärme und führte zu guten Lösungen für alle. Unsere Wehr steht gut da."
Erfreuliche Daten zum Nachwuchs fügte Jugendwart Tobias Keßler an: Fünf Abgänge bei den Aktiven konnten sozusagen durch sieben Neuzugänge kompensiert werden. Neben den Übungen befasste sich die Jugend mit dem Thema Asylbewerber und richtete die 110 Jahre alte Druck- und Saugspritze sowie den Tragkraftsprit zenanghänger für die 140-Jahr-Feier her.
Vorsitzender Manfred Schubert würdigte alle ehrenamtlichen Dienste, die letztlich den Bürgern dienten. Die Jubiläumsfeier sei sehr gut gelaufen. An Bürgermeister Erhard gerichtet sagte er: "Wir waren zwar nicht immer einer Meinung, rauften uns aber zu tragbaren Lösungen durch und erreichten viel. Du bist uns auch künftig herzlich willkommen." Dieses Angebot nahm der bald scheidende Bürgermeister - selbst einst in Rottershausen Feuerwehrmann und zehn Jahre Vorsitzender - gerne an. "Ich ziehe den Hut vor euch für all das, was ihr für die Allgemeinheit investiert habt", lobte Siegfried Erhard.
Gemäß Beratungsbericht sei eine Verbesserung der Heizung für die Gerätehalle schwierig. Der Gemeinderat werde sich des Problems annehmen.
"Ihr gehört mit zu den aktivsten Wehren meines Bereichs", würdigte Kreisbrandinspektor Edwin Frey. Immer wieder Jugendliche heranzuführen bleibe dauerhafte Aufgabe. Kreisbrandmeister Holger Ulrich regte an, Leistungsprüfungen abzulegen und an der Ausbildung Digitalfunk teilzunehmen.