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Bad Kissingen
Bekämpfung

Mit dem Sauger gegen den Eichenprozessionsspinner im Landkreis Bad Kissingen

Die Bäume müssen fast schon jährlich vom Eichenprozessionsspinner befreit werden. Im Landkreis Bad Kissingen geht es dem Schädling erst im Juli an den Kragen.
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Matthias Scheder, Mitarbeiter der Baumpflege Lenz GmbH (Ebenhausen), saugt die Nester des Eichenprozessionsspinners ab. Foto: Joachim Lenz
Matthias Scheder, Mitarbeiter der Baumpflege Lenz GmbH (Ebenhausen), saugt die Nester des Eichenprozessionsspinners ab. Foto: Joachim Lenz
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In den nächsten Wochen werden entlang der Bundes- und Staatsstraßen im mainfränkischen Zuständigkeitsbereich des staatlichen Straßenbauamts (Schweinfurt) die Bäume vom Eichenprozessionsspinner befreit. Das damit beauftragte Unternehmen Baumpflege Lenz (Ebenhausen) wird je nach Witterung und Schädlingsaufkommen mehrere Wochen dafür benötigen.

Wegen der erforderlichen Sicherungsmaßnahmen kann es jeweils örtlich kurzzeitig zu Verkehrseinschränkungen kommen, weist das Straßenbauamt in seiner Pressemeldung schon jetzt vorsorglich darauf hin. Im Landkreis Bad Kissingen ist wohl erst im Juli mit diesen Arbeiten zu rechnen.

Warme Witterung, weniger Feinde

Seit einigen Jahren ist ein verstärktes Auftreten des Eichenprozessionsspinners in Mainfranken zu beobachten. Gründe sind die anhaltende warme Witterung und der Rückgang natürlicher Feinde. Der Kontakt mit den langen Raupenhaaren, die ein Eiweißgift enthalten, kann beim Menschen zu Hautreizungen, Raupendermatitis und im Extremfall sogar zu gefährlichen allergischen Reaktionen führen. Deshalb sei "eine konsequente und nachhaltige Bekämpfung im öffentlichen Raum" notwendig, informiert das Straßenbauamt. Hierzu werden an den Bundes- und Staatsstraßen, an Park- und Raststätten sowie an Geh- und Radwegen alle Larven, Nester und Kokon-Reste mit Hilfe eines für diesen Zweck modifizierten, mit speziellem Filtersystem ausgestatteten Industriestaubsaugers abgesammelt.

Diese Bekämpfungsaktion muss nach Aussage der Fachleute unbedingt dann ausgeführt werden, wenn die Entwicklung des Eichenprozessionsspinners das letzte Larvenstadium erreicht hat. Denn dann steht der Schädling kurz vor seiner Verpuppung und zieht sich in sein Gespinstnest zurück. Diese Nester, die sich bis zu einem Meter ausbreiten können, werden nun einschließlich der darin befindlichen Larven abgesaugt. Nur durch diese zeitgenaue Bekämpfung kann die namensgebende "Prozession", der Formationsmarsch der Raupen ins Blätterwerk der Baumkrone, ausgeschlossen werden. Anderenfalls würden sie dort für erheblichen Lichtungs- oder sogar Kahlfraß sorgen.

Wasserglasspray bindet giftige Raupenhaare

Um das Aufwirbeln der gefährlichen Brennhaare während des Absaugens zu vermeiden und die mit dieser Arbeit Beschäftigten zu schützen, werden die Nester vor dem Absaugen mit Wasserglasspray benetzt, um die giftigen Raupenhaare zu binden.

"Die Bekämpfung dient dem Schutz der Menschen, ist aber für die befallenen Bäume völlig ungefährlich", versichert Joachim Lenz, Inhaber des beauftragten Baumpflegebetriebs in Ebenhausen. In den vergangenen Jahren habe sich die Raupe in einem Maß vermehrt, dass die Bekämpfung fast schon in jährlichem Intervall durchgeführt werden muss, bestätigt er. Heuer wird mit der Bekämpfung zunächst im Landkreis Schweinfurt begonnen. "Am Main ist es immer wärmer als in der Rhön, weshalb der Eichenprozessionsspinner dort in seinem Entwicklungsstadium schon weiter ist." Die Arbeiten im Landkreis Bad Kissingen müssen also noch etwas warten und werden voraussichtlich erst im Juli ausgeführt.