Bad Kissingen — "Das Jahr 2013 war für uns ein gutes Jahr." Überaus zufrieden mit den Ergebnissen des vergangenen Geschäftsjahres der Sparkasse Bad Kissingen zeigten sich Vorstandsvorsitzender Roland Friedrich und Vorstandskollege Michael Rendl bei der Bilanzpressekonferenz.
"Das Betriebsergebnis ist zufriedenstellend." Man wolle auch weiterhin der starke und verlässliche Partner vor Ort für Kommunen, Mittelstand und Privatkunden sein.
Die Kreditvergaben stiegen 2013 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2012 von 517 auf 562 Millionen Euro. Nicht nur diese Steigerung wirkte sich positiv auf das Geschäftsergebnis aus, sondern auch die sinkende Arbeitslosigkeit im Landkreis. Friedrich: "Der Kreditausfall war rückläufig." Die Kreditnehmer zahlten also das von der Sparkasse geliehene Geld auch zurück.
Die Geldanlagen (Einlagen und wertpapiernahe Anlagen) konnten im Vergleich zu 2012 um sechs Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro gesteigert werden. Dabei stiegen allein die Einlagen von 962 Millionen um fünf Prozent auf 1,01 Milliarden Euro. Friedrich: "Zum ersten Mal haben wir die Milliardengrenze geknackt." Das Bausparvolumen habe mit 45 Millionen Euro erneut die Vorliebe der Kunden zur Investition in die eigene Wohnimmobilie bewiesen. Dies zeige die "Flucht ins Betongold", wie der Sparkassenchef es ausdrückte: "Weg vom Sparbuch - hin zum Grundbuch." Ein Grund sei die aktuelle Niedrigzinssituation in Deutschland. "Bei der Bundesnotenbank können wir Millionen bekommen", verweist Friedrich auf den günstigen Zinssatz, weshalb das Geld von Privatkunden kaum benötigt werde und als Folge dessen der Zinssatz für Anleger und Sparer niedrig sei. Höhere Zinssätze seien für Privatkunden nur mit Streuung des Kapitals bei gleichzeitiger Risikoverteilung zu erzielen. "Wer breit streut, rutscht nicht aus." Doch der deutsche Sparer tue sich schwer damit, weiß der Banker.
Konservatives Denken gelte besonders bei Senioren. Dies wirke sich auch auf die Arbeit der Bad Kissinger Sparkasse aus, berichtete Vorstandskollege Michael Rendl. Einerseits sagen Statistiker bis 2030 im Landkreis einen Bevölkerungsrückgang um zehn Prozent voraus, da es junge Menschen in die Metropolen zieht. Andererseits soll im selben Zeitraum der Anteil der über 60-Jährigen von 30 auf 38 Prozent ansteigen.
Auch deshalb arbeitet die Sparkasse nach einem "traditionsreichen Geschäftsmodell": Keine Geschäftsstelle wird geschlossen, jede ist als "Ihre Sparkasse vor Ort" mit eigenem Leiter besetzt, und viele der 340 Mitarbeiter blicken auf eine überdurchschnittliche Betriebszugehörigkeit zurück. Rendl: "Wir werden mit unseren Kunden alt." Persönliche Beratung der Kunden werde groß geschrieben, doch auch der Internet-Auftritt und das Online-Banking immer weiter ausgebaut. Seit 2013 bietet die Sparkasse erstmals die Ausbildung zum IT-Kaufmann an.
Mitarbeiter mit höherem Lebens- und Dienstalter bedingen allerdings eine ständige Aus- und Weiterbildung. Über 1000 Tage habe die Sparkasse 2013 in die Weiterbildung investiert, heißt es dazu im Geschäftsbericht. "Wir leben nicht auf einer Insel der Glückseligkeit", begründet Friedrich die Notwendigkeit, zu jeder Zeit über die aktuellen Veränderungen im Finanzmarkt und im Tagesgeschäft informiert zu sein. Doch auch das Gesundheitsmanagement zum Erhalt der Leistungsfähigkeit aller Mitarbeiter werde bei der Sparkasse groß geschrieben, betont Rendl. "Das Durchschnittsalter unserer Mitarbeiter liegt um zwei Jahre über dem Durchschnitt aller Sparkassen."
Zusammenfassend zeigt sich der Sparkassenvorstand zufrieden mit dem Jahresergebnis 2013, auch wenn der Jahresüberschuss um 2,5 Prozent auf 1,36 Millionen nur leicht gesteigert werden konnte. Die Sparkasse, die auf keine Aktionäre Rücksicht nehmen müsse, strebe nicht nach "Ertrag um jeden Preis", sondern nach einer soliden Bonität. Vorstand und Verwaltungsrat sind sich einig: "Wenn's den Menschen gut geht, geht's der Sparkasse gut."
Deshalb ist der Sparkasse Bad Kissingen auch daran gelegen, den Kontakt mit den Menschen vor Ort zu halten. So fördert sie etliche Projekte in Kultur und Bildung, allen voran den "Kissinger Sommer", unterstützt aber auch Hilfe zur Selbsthilfe wie die Kissinger Tafel oder das Mehrgenerationenhaus. Rendl: "Wir wollen im Landkreis fühlbar und erlebbar sein." Bei aller Spendierfreudigkeit kommt aber auch das eigene Unternehmen nicht zu kurz: Im laufenden Geschäftsjahr (Friedrich: "Auch 2014 wird wieder ein gutes Jahr.") soll die große Schalterhalle der Kissinger Hauptgeschäftsstelle modernisiert und durch Neugestaltung "näher zum Kunden zukommen", in dem die Beratungstresen näher zum Eingang versetzt werden.