"Es ist unverständlich, vor allem, nachdem Bad Kissingen vor Jahren eine Goldmedaille für seine Blütenpracht bekommen hat." So kommentiert Johannes R. Köhler den Zustand auf dem Marienplatz. Und tatsächlich gleicht das gesamte Areal zur Zeit eher einer Steppe. Ausgetrocknete Erde, dazwischen Grasbüschel, der unvermeidliche Löwenzahn uns sonstiges Unkraut.
Keine Visitenkarte für die Kurstadt, so direkt vor Kirche und Postamt.

"Wenn man vom Theater Richtung Post läuft, hat man fast den Eindruck, als ob die Kirche auf einer Feldwiese steht", sagt Köhler. Oder solle das gar ein Landeplatz für den Heiligen Geist sein?

Verständnis fehlt

Köhler fehlt für die Kraut- und Rüben-Wiese an der Kirche jegliches Verständnis. "Das ist ein unhaltbarer Zustand, zumal Busreisende, die vom Berliner Platz kommen, hier vorbeilaufen."

Köhler hält es für denkbar, dass auch der Flohmarkt rund um die Herz-Jesu-Kirche mit zu diesem unbefriedigenden Zustand beigetragen hat. Für diese Flohmärkte gibt es seiner Meinung nach geeignetere Plätze. Zum Beispiel den Eisenstädter Platz, der ja ansonsten mehr oder weniger Niemandsland sei.

"Mich würde interessieren, wer da zuständig ist", sagt Köhlers Geschäftsnachbarin Sabine Servatius. Auch ihr ist der vergammelte Zustand des Marienplatzes aufgestoßen. Weder vor Ostern noch vor dem Weißen Sonntag sei etwas gemacht worden: "Ein Aushängeschild ist das nicht."

Diese Erfahrung hat auch Uschi Kriener gemacht. Schon an Ostern ist ihr der schlimme Zustand des Marienplatzes aufgefallen. "Ich habe mir gedacht, bis zum Weißen Sonntag werden die das schon anpflanzen." Doch weit gefehlt. Das musste Uschi Kriener feststellen, als sie vor der Kirche die Kommunionkinder fotografierte.


Keine Antwort bekommen

Sie machte sich schlau, wer wohl für diesen Bereich zuständig ist, bekam erst einmal die Auskunft, dass es der Servicebetrieb sei. Sie schrieb an die Stadt, legte ein Bild vom Marienplatz bei . "Ich habe nie eine Antwort gekriegt", sagt Uschi Kriener. Ein Bekannter habe sogar etliche Male bei der Stadt angerufen - ebenfalls ohne Erfolg.

Inzwischen vermutet Uschi Kriener, dass nicht der Servicebetrieb für den Marienplatz zuständig ist, sondern eine Fremdfirma, an die die Arbeiten vergeben worden seien. Das jedenfalls habe ihr ein städtischer Mitarbeiter gesagt, der gerade die Blumenkübel in der Stadt gegossen hat. Am vergangenen Samstag schließlich hat die Fotografin Oberbürgermeister Kay Blankenburg angesprochen. Der habe versichert, sich um die Sache zu kümmern.

Es soll besser werden, sagt der Pressereferent der Stadt, Thomas Hack. Er spricht von einer Auswirkung der Kanalbaumaßnahme in der Von-Hessing-Straße und auf dem Marienplatz. Die Wiederherstellung sei an eine Fachfirma vergeben worden, die sich im Rahmen eines Jahresauftrags auch um den Marienplatz kümmert.

"So, wie es ist, wird es nicht bleiben," versichert Hack. Es sei eine Blumenwiese angesät worden, aber die Pflanzen müssten Zeit zum wachsen haben und erst einmal mehrfach gemäht werden. Wenn etwas frisch angesät wurde, wachse das Unkraut halt erst einmal schneller als das Gras.