Auch die DLRG Bad Kissingen muss sich der Corona-Lage anpassen. Deshalb hat sie ihre Mitgliederversammlung jetzt online abgehalten. 85 Mitglieder und zehn geladene Gäste nahmen teil. Christoph Kleinhenz, der Webmaster der DLRG Bad Kissingen, organisierte die Veranstaltung, so dass alles reibungslos klappte.

Das Jahr 2020 war ein ungewöhnliches Jahr, aber das machte es auch interessant, erklärte Vorsitzender Markus Brandl. Und wenn man zurückblickt, erkenne man sogar die ein oder andere positive Entwicklung. Unter anderem hätte sich gezeigt, dass im Verein alle zusammenhalten.

Mitte März kam der erste Lockdown. Alles wurde abgesagt. Doch die DLRG Bad Kissingen hat spontan reagiert und strukturierte ihre Ausbildung schnellstens um. Als Alternative gab es unter anderem online Theoriekurse.

Ende Mai machte sich eine kleine Gruppe auf nach Schönhagen, um die Rettungsstation an der Ostsee unter Corona-Bedingungen für die Saison 2020 aufzubauen. Danach startete der Wasserrettungsdienst in einer anderen Form. Ab Juni konnte dann das Freibad in Bad Kissingen zum Training und für die Ausbildung genutzt werden. Dafür ist die DLRG der Stadt sehr dankbar. Unter Einhaltung von Corona-Bedingungen konnte im Oktober auch das Training eingeschränkt im Hallenbad stattfinden. Die gewohnten Trainingsabläufe mussten zur Einhaltung der Auflagen verändert werden.

Im November dann der zweite Lockdown und es ging wieder los mit Online-Schulungen und online -Vorstandsitzungen. Im Dezember wurde die DLRG mit dem Betrieb der Corona-Teststrecke durch das Landratsamt Bad Kissingen beauftragt. Dieser Auftrag wurde mit 25 Helfern vom 18. Dezember bis 8. Januar in Wechselschichten mit dem BRK erfüllt.

" Das Jahr 2020 war ein außergewöhnliches Jahr für uns alle. Ständig haben wir versucht die Vereinsmitglieder mit Online-Veranstaltungen zu beschäftigen. Auch die Auflagen und Vorschriften vom DLRG Landesverband Bayern, Landratsamt und Stadt mussten regelmäßig bearbeitet werden", erklärte der Vorsitzende.

Der Verein sei zwar finanziell gut aufgestellt, aber dennoch habe man handeln müssen, so Markus Brandl. Nachdem keinerlei Einnahmen durch Ausbildung oder Absicherungen mehr erwirtschaftet werden konnten, musste man nach anderen Möglichkeiten suchen, um die laufenden Kosten zu decken. Deshalb wurden Förderanträge gestellt, die teilweise genehmigt, teilweise abgelehnt wurden.

Schatzmeister Frank Wehner erklärte, dass dank einiger Spenden eine ausgeglichene Bilanz gezogen werden könne, obwohl so viele Einnahmen weggefallen sind. Die Einbußen seien aufgrund der Rücklagen und des jahrelang guten Wirtschaftens zu verschmerzen.

Shawn Gamble und Claus Huber von der technischen Leitung berichteten von sieben Einsätzen der Schnellen Einsatzgruppe (SEG). Wegen der Pandemie sei fast nur theoretischer Unterricht möglich gewesen. Huber, der technische Leiter für Ausbildung, berichtete von den Vereins- und Bayerischen Meisterschaften. Dabei konnte sich der Ortsverband Bad Kissingen mit drei Bayerischen Meistertiteln und vielen weiteren guten Platzierungen sehen lassen.

Christian Wöhning, Leiter des Jugendeinsatz Teams (JET), berichtete über Aktivitäten der Jugend. Auch hier musste so einiges gestrichen werden.

Der stellvertretende Vorsitzende, Johannes Dünninger, sprach über die Wachsaison in Schönhagen. Hier hat die DLRG Bad Kissingen vor einigen Jahren die Patenschaft für den Wachabschnitt übernommen. So habe an der Küste wieder eine gute Wachmannschaft über die ganze Sommer-Saison gestellt werden können. Dabei wurden 4120 ehrenamtliche Stunden geleistet. Die Kissinger DLRG stellte in der vergangenen Saison sieben Wachleiter und zahlreiche Rettungsschwimmer. Sie leisteten 87 Mal Erste Hilfe, und konnten sogar ein Leben retten.

Nina Rittelmeier und ihr Team dachten sich einiges aus, um die Jugend am Ball zu halten. So wurde in der Jugendabteilung n Online-Spiele und ein Online-Rätselquiz veranstaltet. An Weihnachten bastelten und packten sie Überraschungstüten und verteilen sie an alle Jugendlichen. Diese Aktion kam so gut an, dass sie es auch in Zukunft geben soll.

Die Liste derjenigen, die Grußworte hielten und voll des Lobes für die DLRG Bad Kissingen waren, war lang. Den Anfang machte Oberbürgermeister Dirk Vogel, der sich erfreut zeigte, dass die DLRG in den letzten 20 Jahren so enorm gewachsen und modern geworden ist. Stellvertretender Landrat Gotthard Schlereth lobte den ehrenamtlichen Einsatz an der Teststrecke im Tattersall. Manuela Rottmann plädierte dafür, dass Schwimmbäder bezuschusst werden. Kurdirektorin Sylvie Thormann bedankte sich für die Unterstützung der Lebensretter bei den Aktionen in Bad Kissingen und auch für die Werbung, die die DLRG in Schönhagen und in ganz Bayern macht. Dieter Olmer, Bürgermeister von Brodersby, bedankte sich für die Arbeit im Wasserrettungsdienst an seinem Osteestrand in Schönhagen. Stadtbrandinspektor Harald Albert betonte stellvertretend für alle Blaulichtorganisationen, wie gut die Zusammenarbeit mit der DLRG sei.