2575,27 Euro - das ist die erfreuliche Spendensumme beim vorweihnachtlichen Benefizkonzert mit dem Bundespolizeiorchester München für die Nüdlinger Werkstatt der Lebenshilfe. "Das ist ganz toll für uns", würdigte Werkstattleiter Martin Denninger bei der Übergabe des Geldes, das die Behinderteneinrichtung bestens gebrauchen kann.


2015 steht Jubiläum an

Im Rahmen der Benefizveranstaltung gab Denninger einen knappen Einblick in die Arbeit der Werkstatt, die 1990 für 120 behinderte Menschen errichtet wurde. 87 Menschen mit Behinderung begannen zusammen mit 23 Angestellten im ersten Jahr ihre Tätigkeit. In der Folgezeit wurde die Anlage mehrmals erweitert. Ein weiterer Anbau entstand 2010 für mehrfach Schwerstbehinderte mit 24 Plätzen, zu denen im kommenden Jahr 30 weitere entstehen. "Unsere Mitarbeiter kommen vorrangig aus dem Altlandkreis Bad Kissingen. Von den Angestellten sind viele in Teilzeit. Unsere Produkte finden zum größten Teil regionalen Absatz. Kunden haben wir aber auch von Hamburg im Norden bis zum Allgäu im Süden, ja gar weltweit", informierte der Werkstattleiter. Aktuell seien 320 Personen beschäftigt, darunter 74, die ein soziales Jahr ableisten. "In 2015 feiern wir unser 25-jähriges Bestehen. Noch steht das Festprogramm nicht. Wir können aber jede Unterstützung gebrauchen, um unsere Ausstattung zu ergänzen. Im Namen aller unserer Mitarbeiter danke ich ganz, ganz herzlich", schloss Denninger.
Das Konzert in der St.-Burkardus-Kirche arrangierten wie in den Vorjahren Bundespolizei und Gemeinde. Rund 500 Besucher, darunter MdL Sandro Kirchner und stellvertretender Landrat Emil Müller, konnte der Leiter des Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei Thomas Lehmann begrüßen. In den Vorjahren flossen die Erlöse an ein Schulprojekt in Afghanistan, an die Stiftung "Sonnenschein" Oerlenbach und an die Aktion "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks. "Diesmal wollen wir unser soziales Engagement mit einer Hilfe für die Lebenshilfe Nüdlingen unterstreichen. Seien Sie großzügig mit Beifall und Gabe!", ermutigte Lehmann.
Unter der Leitung von Dirigent Christian Lombardi begeisterte das symphonische Blasorchester mit exzellenten Vorträgen. Bereits das Eröffnungsstück "La Quintessanza" von Johan de Meij ließ ahnen, welch großartige Werke noch folgen werden: Feinste leise Töne von Holzbläsern und Schlagwerk, langsam aufbauend, erste Signale aus dem Blech bis hin zum pompös Monumentalen zeigte das Orchester, welche Klangbreite die Musiker wie in der Komposition "Der Traum des Oenghus" bieten können. Kleinere Einlagen wie das "Intermezzo aus Cavalleria Rusticana" schenkten Raum für Ruhe und Entspannung. Höchst romantisch erklang "For Natalie" aus der 3. Symphonie von James Barnes.
Eine große Bereicherung waren die Auftritte der in Schweinfurt geborenen und im fränkischen Weinland aufgewachsenen Sopranistin Sara Magenta Schneyer mit drei Arien verschiedenster Stilistik und Epochen: "Porgi amor" von Wolfgang Amadeus Mozart über das hochromantische "Verisimo" von Puccini bis zu "Spiel ich die Unschuld vom Lande" aus der "Fledermaus" von Johann Strauß. Obwohl Sängerin und Orchester nicht miteinander proben konnten, harmonierte die Sängerin stimmlich bestens mit dem stets stilsicher begleitenden Orchester.

Standing Ovations

"Ich habe keine Zeit mich zu beeilen", hatte Dirigent Christian Lombardi als Losung für den Abend ausgegeben. Dieses Ziel belegte das Orchester mit weiteren Zugaben mit "White Christmas" als Abschlusswerk. Standing Ovations belohnten Solistin und Musiker. Bürgermeister Franz Kuhn, selbst Hobbymusiker, würdigte die großartigen Vorträge mit der Anmerkung: "Für mich ist es ein Wunder, wenn 50 Musiker so zart und einfühlsam aufspielen."
Der guten Sache schloss sich der TSV Oerlenbach an: Er lud zu einer Begegnung auf dem Kirchplatz bei Glühwein und heißer Wurst ein. Auch dieser Erlös von 250 Euro floss in die Spendensumme.