"Trauern Kinder? Wie kann ich sie dabei unterstützen?", diese Fragen werden oft an die Sozialpädagoginnen der Christian Presl-Stiftung gestellt. Mit Alltagsmaske auch am Platz, Abstand und beschränkter Teilnehmerzahl fand nun dazu ein Themenabend dazu statt. Erzieher, Lehrer, Hospizhelfer und Menschen, die beruflich oder persönlich betroffen sind, wünschten sich mehr Sicherheit im Umgang mit trauernden Kindern.

Es ist nun einmal Realität. Kinder verlieren Vater, Mutter, Bruder, Schwester oder andere wichtige Menschen. Das können wir nicht beeinflussen. Umso wichtiger ist es, diese Kinder in ihrer Trauer wahrzunehmen - unabhängig davon wie alt sie sind. Ab welchem Alter trauern Kinder? Woran erkennen wir das? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer. Dass schon Säuglinge mit Unruhe, Schlafstörungen und Weinerlichkeit auf Trauer in ihrer Umgebung reagieren können, überraschte viele. Und so gab es Informationen darüber, wie Kinder in den unterschiedlichen Altersstufen auf Verluste reagieren und welche Vorstellungen sie vom Totsein haben. Kinder leben im Hier und Jetzt. Sie können Freude und Trauer nebeneinander empfinden. Das hilft ihnen, schwere Lebensphasen zu überstehen.

"Wenn wir erfahren, dass ein Kind einen Angehörigen verloren hat, sind wir betroffen. Wir wollen trösten und dafür sorgen, dass alles schnell wieder heil wird - das ist kein wirklicher Trost," erklärte Maritta Düring-Haas. Trauer darf und muss sein. Den Kindern normal begegnen und wahrnehmen, was sie trotz ihrer Trauer leisten. Gesprächsbereit sein, nachfragen, sich aber nicht aufdrängen, wird empfohlen. "Alles Gewohnte und Vertraute gibt den Kindern Sicherheit," berichtete Cornelia Weber. So können beispielsweise Nachbarn anbieten, das Kind zum Training zu fahren oder für ein warmes Essen zu sorgen.

Verbunden bleiben

Verstorbene sind unauflöslich mit unserer Biografie verbunden und sie wirken auch in unser zukünftiges Leben hinein. Kinder setzen sich, wenn sie älter werden, immer wieder mit ihnen auseinander und fragen nach dem Warum. Trauernde müssen nicht loslassen, die Verstorbenen vergessen, sie dürfen gedanklich mit ihnen verbunden bleiben.

Weil es schwer ist, Gefühle in Worte zu fassen, können Rituale hilfreich sein. Eine Gedenkecke in der Wohnung, im Klassenzimmer, in der Kindergartengruppe lädt ein, innezuhalten. Eine Schatzkiste gefüllt mit dem Lieblingsschal, der Kette, dem Parfüm der verstorbenen Mutter kann Erinnerungen wach halten. Mit der "Himmelspost" können Gedanken und Wünsche versendet werden. Bei allen Aktionen dürfen die Kinder ihre Ideen einbringen. Kinder sind kreativ und haben ein Gespür dafür, was ihnen guttut.

Auf viele Fragen der Kinder haben auch Erwachsene keine Antwort. "Was kommt nach dem Tod?," wollen Kinder manchmal wissen. "Geben Sie die Frage an die Kinder zurück: Wie stellst du dir das vor?, und schon sind sie in einem guten Austausch," rät Düring-Haas. Die Sozialpädagoginnen machten Mut, trauernden Kindern offen zu begegnen und sich von der unbefangenen Sichtweise der Kinder überraschen zu lassen.