Alle Jahre wieder drehen sich die Gedanken in der Vorweihnachtszeit um Geschenke für Familie, Freunde oder Kollegen. Die Steuerungsgruppe Fairtrade Town appelliert an alle Kissinger, dies mit dem Bewusstsein für fairen Handel zu tun. "Trotz oder gerade wegen der Corona-Krise dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, von wo aus unsere Konsumgüter den Weg in unsere Geschäfte gefunden haben", schreibt die Gruppe in einer Pressemitteilung.

Auch beim Christbaumkauf

Bad Kissingen ist seit September 2017 Fairhandelsstadt. Rund 25 hier ansässige Geschäfte, Firmen und Einrichtungen vertreiben fair gehandelte Produkte, etwa Kaffee, Tee und Süßigkeiten, aber auch Kleinkunstwerk und Kleidung. "Und sogar beim Kauf eines Christbaumes kann man auf faire Bedingungen achten", so Susanne Wahler-Göbel, Leiterin der Steuerungsgruppe. Denn was viele nicht wüssten: Rund 90 Prozent der Samen für die in Europa so beliebten Nordmanntannen stammten aus der bitterarmen Region Tlugi im georgischen Kaukasus, gesammelt von dortigen Saisonpflückern. "Es gibt kaum professionelle Ausrüstung für die gefährliche Arbeit in den Spitzen der bis zu 60 Meter hohen Bäume, aus der die Tannenzapfen gesammelt werden müssen."

Ohne Kakaosträucher auf den Plantagen afrikanischer und südamerikanischer Erzeugerländer keine Kakaobohnen für weltweit vertriebene Schokolade, immer noch ein beliebtes Geschenk, nicht nur zu Weihnachten. "Der Weltladen in der Prinzregentenstraße bietet ein reichhaltiges Sortiment. Vor allem gibt es Produkte aus der Firma Perú Puro des Nüdlingers Arno Wielgoss, dessen Schokolade inzwischen mehrfach ausgezeichnet ist", informiert Bianca Key, Vorsitzende des Eine-Welt-Vereins, der den Laden ehrenamtlich betreibt. Die Corona-Krise hat auch die Arbeit der Steuerungsgruppe stark eingeschränkt, schreibt Wahler-Göbel über das Jahr 2020. "Wir konnten die meisten Ideen nicht umsetzen. Sie sind aber nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Wie viele andere Vereine und Einrichtungen hoffen auch wir, dass nach dem Winter eine weitreichende Besserung zu spüren ist. Wir freuen uns, wenn wir mit unseren Aktionen wieder in die Fußgängerzone dürfen."