Bereits ein erstes Mal haben sich jene Jungen und Mädchen der Nüdlinger Kirchengemeinde St. Kilian im Pfarrsaal getroffen, die am Dreikönigstag als Sternsinger von Haus zu Haus ziehen werden. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Andreas Götz informierte die Zehn- bis Zwölfjährigen über den Verwendungszweck der Spendengelder und teilte sie jeweils zu dritt in Gruppen ein.
Doch noch immer fehlen Götz einige Sänger für das Dreikönigssingen am 6.
Januar. Nur 25 Schülerinnen und Schüler hatten sich im Pfarrsaal eingefunden, um sich einen Informationsfilm über ein Flüchtlingslager im afrikanischen Malawi anzuschauen, an das diesmal der Hauptanteil der Spendengelder fließen wird. "Wir brauchen aber mindestens 42 Kinder, aufgeteilt in 14 Gruppen", um alle Haushalte in Nüdlingen aufsuchen zu können, rechnete Götz vor. Vor ein paar Jahren hatte die Sternsinger-Zahl schon einmal nicht ausgereicht, weshalb damals dann manche Gruppen zwei Strecken laufen mussten.

Ab der dritten Klasse

Eingeladen zum Dreikönigssingen werden grundsätzlich alle Kommunionskinder und Firmlinge, aber auch alle Schüler der Schlossberg Grund- und Mittelschule ab der dritten Klasse. "Ich spreche viele auch Kinder persönlich an." Das ist für Götz recht einfach, immerhin ist er der Hausmeister der Schule. "Man muss aber die Schüler immer wieder aufs Neue für das Dreikönigssingen motivieren", weiß Götz aus langjähriger Erfahrung.
Das scheint ihm bei den bisher Gemeldeten allerdings gut gelungen zu sein. Amy Przeliorz (11) ist zum ersten Mal bei den Sternsingern. Sie hat schon viel über das Leben in Afrika gehört und gelesen. "Ich will den Armen helfen", ist ihre Motivation zur Teilnahme. Ihre gleichaltrige Freundin Hannah Mahlmeister macht sogar schon zum dritten Mal mit. "Die Menschen in Afrika tun mir leid, weil wir es so gut haben."
Auch Noah Rauch (10) will den Armen helfen. Er sammelt deshalb schon zum zweiten Mal am Dreikönigstag. Seine Freunde machen auch mit, "weil es Spaß macht". Das zweite Mal ist auch Moritz Thomas (12) dabei. Sein älterer Bruder war früher schon Sternsänger. Da ist Moritz mal mitgegangen und es gefiel ihm. Jetzt will auch er "für Kinder sammeln, die in Not sind".
"Das Dreikönigssingen macht den Kindern Freude", bestätigt Organisator Götz. Deshalb bringen viele Sternsinger auch ein Jahr später Geschwister oder Freunde mit. Vordergründig mögen die vielen Süßigkeiten, die die Sternsinger an den Haustüren zugesteckt bekommen, ein Grund zum Mitmachen sein. Doch das Ehrenamt "gibt den Kindern auch persönliche Anerkennung", erklärt Götz. Sogar richtig stolz dürfen die Sternsinger am Ende des Tages sein. "Jedes Jahr kommen so um die 4 000 Euro zusammen", berichtet Götz.
Jetzt bleiben nur noch wenige Tage. Götz muss noch ein Dutzend Sternsinger anwerben. Denn am Freitag, 3. Januar, ist um 11 Uhr die erste Gesangsprobe im Pfarrsaal. Zwei Lieder müssen einstudiert werden. Spätestens dann muss Götz 42 junge Sängerinnen und Sänger in 14 Gruppen eingeteilt haben, die dann am 6. Januar als morgenländische Könige Caspar, Melchior und Balthasar von Tür zu Tür gehen sollen.