"In Arte voluptas - in der Kunst liegt das Vergnügen" sagten sich vor fast genau 150 Jahren einige deutsche Männer und gründeten in Prag das erste "Schlaraffen-Reych". Es dauerte dann noch gute sechs Jahrzehnte bis auch in Bad Kis singen die Schlaraffen sesshaft wurden.


Frühe Anfänge

Die ersten Versuche im profanen Bad Kissingen ein Schlaraffenland zu gründen, gehen auf die Jahre 1923 bis 1929 zurück. Der Berliner Arzt Dr. Groß, der in der Sommerzeit in Bad Kissin gen, praktizierte, und sich den Vereinsnamen "Knappe 598", beziehungsweise später "Ritter Kissingen von der h. Berolina" gab, gründete hier einen ersten Stammtisch der Schlaraffen im Bratwurstglöckle. Jedoch, "nach dem frühen Ahallritt (Tod) des Ritters Kissing verlieren sich die schlaraffischen Spuren in Bad Kissingen" und im ganzen Reich wurden ab den dreißiger Jahren sowieso alle "Schlaraffenreyche" verboten.
Wieder waren es Kurgäste, die in den frühen fünfziger Jahren ein erstes halboffizielles Auftreten des Uhunestes, genannt "Feldlager Henneberga", ein so genanntes Freundschaftstreffen am 15. Lenzmond a.U. 93 (1952) im Wahlerbräukeller Bad Kissingen mitorganisierten. Von den damals 14 heimischen Recken schieden zwei alsbald durch "Allhalla-Ritt" (Tod) aus, zehn wechselten ihren Wohnort und verließen die Colonie "An den Quellen".
Am 22. Oktober1955 war es dann endlich soweit: aus der "Colonie" wurde nun offiziell das Schlaraffenreych 330 "An den Quellen" mit 26 Ritter, zwei Junkern, sieben Knappen und zwei Prüflingen. Unter den Fittichen eines imposanten Uhus von vier Metern Spannweite erklärten im Großen Saal des Regentenbaues drei auswärtige Oberschlaraffen - nach Ablauf der vorgeschriebenen Zeit - die Genehmigung zur "Gründung" des Reyches "Schlaraffia an den Quellen".
Gewaltig war auch die Teilnahme aus dem befreundeten Vereinen: "Botschaften aus 60 Reychen und an die fünfhundert Gastrecken ritten ein", so die Chronik.
Aber auch zum 60-jährigen kamen Teilnehmer aus der ganzen Bundesrepublik und Thomas Lotter, 2. Vorsitzender der Schlaraffia-Vereinigung "An den Quellen" konnte 133 Ritter und deren Gefolgschaft zur Sippung mit Geburtstagsfeier im festlich geschmückten RossiniSaal begrüßen.


Eigener Ungarnfürst

Ritter Pro-Saunio (Rainer Wirth) erquickte Gäste, Schlaraffen und Burgfrauen als waschechter "Rakoczy-Getaufter" bei der "39. Sippung mit 60-jährigem Stiftungsfest" mit einem Vortrag über den Fürsten Rakoczy wie es seiner Meinung nach gewesen ist und warum Kissingens Quellen eben Rakoczy und Pandur heißen. Dazu brachten die Schlaraffen sogar "ihren" eigenen Ungarnfürsten (Dr. Reiner Jesse ) mit, der ebenfalls zu den Rittern "An den Quellen" gehört.


Die Schlaraffen

Männerbund Schlaraffia ist eine weltweite Vereinigung deutschsprachiger Männer, die verbunden sind durch ihre Maxime Freundschaft, Kunst und Humor. Entstanden ist der Bund vor 150 Jahren in Prag.

Persiflage Schauspieler, Musiker und Künstler kamen in der "Winterung" (1. Oktober bis 30. April) in wöchentlichen "Sippungen" zusammen und persiflierten in ihrem Spiel Herrschaftsstrukturen und elitäres und nationalistisches Gehabe in der damaligen Donaumonarchie.

Vortragsduelle Witz und Geist beherrschten die "Sippungen", die nach einem - weltweit gleichen - "Ceremoniale" ablaufen. Der Helm ist aus Stoff, das Schwert aus Holz. So focht man Duelle aus, deren Sieger war, wer den besten Vortrag über ein Thema gehalten hat - und das ist bis heute so geblieben.

Deutsche Sprache In der Schlaraffia sind Menschen vieler Nationalitäten und Rassen vereint. Ihr verbindendes Element ist die deutsche Sprache, sowie Freundschaft, Kunst und Humor.