Blasmusik, Gesang, Volkstanz und fränkische Kost waren die Wegbegleiter für das Heimatfest. Die Frankenbrunner zeigten die vielfältige Tradition ihres Dorfes, dessen erste urkundliche Erwähnung 875 Jahre her ist.
Schirmherrin Irmgard Heinrich rief den Heimatgedanken ins Bewusstsein und erhielt von den sieben Vereinen des Ortes einen besonderen Dank und rote Rosen. "Du bist der Vereinsmotor", sagte der Ortsbeauftragte, Torsten Büchner, und erinnerte an Heinrichs unermüdliches Engagement als Mitglied des Kreistages, als Kreisvorsitzende der Landespflege und Gartenbaues, als Wortgottesdienst-Leiterin, als Festorganisatorin, als Jagdhornbläserin und als Trägerin hochwertiger Auszeichnungen wie die Ehrenbürgermedaille und das Bundesverdienstkreuz am Bande. Auch jetzt zur Feier sang sie im Chor der Frauenschola mit.


Historisches von Elmar Bürger

Die Texte handelten von der Heimat und von allem, was den Frankenbrunnern in diesem Zusammenhang lieb ist. Dirigent Florian Seuffert schwang seinen Taktstock sowohl für den Chor, als auch für die Blasmusiker des Musikvereins Frohsinn.
Auf die Geschichte seines Geburtsortes Frankenbrunn blickte Elmar Bürger, jetzt Studiendirektor in Münster-Schwarzach, zurück, und lieferte dazu auch gleich Zahlen und Fakten. "Im Jahre 1141 hieß dieser Ort noch Frankenborne", hatte er der Urkunde von Papst Innozenz II. entnommen. Fasziniert gingen die Zuhörer im Festzelt mit auf die historische Reise, die zurück bis zu den Merowingern, Alemannen und Thüringern reichte. Das benachbarte ehemalige Kloster und die Probstei Thulba sowie die bergan gelegene Kapelle St. Michael sind heute noch sichtbar.
Eine Führung gab es mit Pfarrer Karl Mauer, der auch den Festgottesdienst in der St.-Bonifatius-Kirche leitete. Worte für die Gefallenen sprach Gerhard Heilmann bei der Totenehrung im Namen seiner Kameraden.


Bewunderung für Dorfladen

"Mer könne zamm´ schaff´, aber auch zamm´ feiern", brachte Büchner den Zusammenhalt der Generationen in Frankenbrunn auf den Punkt. Zusammen getanzt hatten die Volkstänzer aus Frankenbrunn und Oberthulba in ihren original fränkischen Trachten. Zuvor hatte es noch einen prächtigen Festzug gegeben. Für Fahrzeuge war die Ortsdurchfahrt von Frankenbrunn gesperrt.
Bewundert wurde der ehemalige Dorfladen unterhalb der Kirche, der mit nostalgischer Ausstattung an jene Zeit vor dem Ladenschluss 1986 erinnerte. Sabine Freundschuh und Annette Weigand-Uebel hatten ihre Schürzen angezogen und standen hinter der historischen Ladentheke. Blechschachteln mit Keksen, große Glasflaschen für die "Zückerlich", Waschmittel, Seifen, Essigzapfstellen und verschiedene Gewürze in den Regalen erinnerten an die Gemischtwaren, wie sie zu Großmutters Zeiten üblich waren.
875 sei zwar keine runde Jubiläumszahl, sagte Bürgermeister Gotthard Schlereth. Dieses Fest sei aber ein willkommener Anlass, allgemein auf den Friedensgedanken und speziell auf die positive Entwicklung der Dörfer im Bereich des Marktes Oberthulba zu blicken.


Stolz und Gemeinschaftssinn

"Die 875 Jahre Gemeinschaft und Verbundenheit mit dem christlichen Glauben sollte man mit Stolz feiern", stellte Landrat Thomas Bold fest. Heimat sei dort, wo man geboren sei, die Geborgenheit einer Dorfgemeinschaft erlebe und seine Wurzeln habe. Die Marktgemeinde Oberthulba habe viel in ihre Dörfer investiert, so das Kompliment des Landrats. "Der Gemeinschaftssinn zeichnet uns Frankenbrunner seit vielen Jahrhunderten aus, das macht uns lebens- und liebenswert", sagte Büchner.
"Ich bin stolz auf unsere Vereine, die auch viel Jugendarbeit leisten", sagte Heinrich. Der Festerlös soll den Sanierungsmaßnahmen für die St.-Michaels-Kapelle zugute kommen.