Es gibt viele, die sich mehr Grün auf dem Viehmarkt wünschen. "In Gesprächen wird man immer wieder darauf angesprochen", sagte Norbert Schaub, Sprecher der SPD. Seine Fraktion hatte daher vor wenigen Wochen den Antrag eingereicht, dass die Stadt Pflanzkübel auf dem Platz aufstellen sollte. Der Antrag rührte nun im Bau-, Forst- und Umweltausschuss an unterschiedlichen gestalterischen Ansichten.

"Die Bäume sind noch nicht sehr groß", erklärte Schaub. Pflanzkübel würden daher für zusätzliche Aufenthaltsqualität sorgen. Es gehe darum, einen Blickfang durch etwas Blühendes zu schaffen, führte seine Fraktionskollegin Rita Schaupp aus. Laut dem Antrag der SPD sollte die Stadt die Kübel zur Verfügung stellen, der Obst- und Gartenbauverein würde sich um die Pflege und jahreszeitliche Bepflanzung kümmern.

Elisabeth Assmann (Grüne/BfU) unterstützte den Vorschlag. Sie sagte: "Mein Anliegen wäre mehr Schatten." Sie brachte eine "vertikale Begrünung" ins Gespräch sowie Hochbeete und "urban gardening", die gärtnerische Nutzung kleiner Flächen im öffentlichen Raum.

Patrick Bindrum (CSU) erinnerte dagegen daran, dass zusätzliche Pflanzkübel mit dem allgemeinen Gestaltungskonzept der Planer kollidieren würden. Daher würden diese sicher etwas dagegen haben. Bindrum erklärte, dass der Platz eben so ist, wie es der Gestaltungsentwurf vorsah, der ausgewählt wurde. Das sagte er auch grundsätzlich im Hinblick auf mögliche spätere Diskussionen zum geplanten Bürgerhaus, für das es ebenfalls einen Wettbewerbsentwuf gibt.

Bindrum erwähnte die Stellungnahme der Jury des Architektenwettbewerbs für den Viehmarkt. Darin sei von einem nüchternen Platz ohne Firlefanz die Rede. Dominik Sitter (Bürgerliste Obereschenbach) kritisierte, dass die Stadt auf diese Weis an die Vorgaben der Architekten gebunden sei.

Dass die Architekten über Pflanzkübel auf dem Viehmarkt nicht begeistert sein würden, bestätigte Stadtbaumeister Detlef Mohr. Die aufgestellten Bänke hätten schon für Diskussionen gesorgt. Laut Mohr wäre eine Begrünung an den Häusern entlang noch die am einfachsten durchzusetzende Variante. Damit würden keine Kübel bei Veranstaltungen stören, worauf Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) hinwies. "Ich will nicht, dass wir ständig Kübel hin- und hertragen müssen", sagt er.

Vor einigen Monaten standen einige Zeit lang Pflanztröge aus Cortenstahl wie jetzt in der Bahnhofstraße auf dem Viehmarkt. Als Probelauf bezeichnete Warmuth das. "Die Kübel haben das Pflaster voll gerostet", berichtete Bindrum. Mohr erklärte die Rostspuren damit, dass die Kübel zu früh aufgestellt worden waren - noch bevor die Oberfläche komplett durchgerostet war. Cortenstahl bildet eine charakteristische Korrosionsschicht aus, die die tieferen Stahlschichten schützen soll.
Die Pflanzkübel die jetzt im Bauausschuss zur Diskussion standen, wären beschichtet. Sie hätten sich im Farbton an das restliche Mobiliar auf dem Viehmarkt, wie zum Beispiel die Bänke, angepasst. Doch der Antrag der SPD scheiterte. Mit 5:6 stimmten die Ausschussmitglieder gegen die Aufstellung von Pflanzkübeln.