Der weiteren Erschließung des Gewerbegebiets "Neumühle" steht nichts mehr im Wege. Für den Bauabschnitt II beschloss der Gemeinderat die Fortführung und Be- und Entwässerung der dortigen Stichstraße, um Interessenten entgegenzukommen, die sich dort ansiedeln möchten.
Nach der Submission haben sechs Baufirmen ihre Angebote abgegeben, von denen die Firma Ullrich (Elfershausen) mit einem Preis in Höhe von 157 000 Euro günstigster Bieter ist. "Damit liegt das Angebot weit unter den Schätzkosten", freute sich Bürgermeister Peter Hart (CSU/FWG). Der Rat stimmte einmütig zu und erließ den formellen Beschluss, die Planung in den Händen der Architekturwerkstatt zu belassen.

Bürgermeister ist dafür

Obwohl die Errichtung von Windkraftanlagen (WKA) auf Fuchsstädter Gemarkung noch vor vielen Prüfungen und Gutachten steht, wurde dies zum vieldiskutierten Thema der Sitzung. Bereits vorberaten, ging es dabei um den grundsätzlichen Beschluss, ob die Gemeinde Flächen für dieses Projekt zur Verfügung stellt. Für den Standort "Lauerbach" hatten sich bereits vor mehreren Jahren vier Unternehmen beworben. Die Gemeinde wies seinerzeit per Änderung des Flächennutzungsplans mögliche Areale aus.
"Aus meiner Sicht ist der Standort ideal. Er liegt rund 350 Meter über Grund und es ergeben sich keine Beeinträchtigungen für Fuchsstadt und die umliegenden Dörfer", so der Bürgermeister, der - bei Realisierung - mit "einem hohen Betrag im fünfstelligen Bereich" an Einnahmen rechnet. "Möglicherweise ist eine gemeinsame Erschließung mit dem Markt Elfershausen möglich", fuhr er fort. Dort führen Fachfirmen bereits Messungen durch (wir berichteten).

Bedenken

Einwand gab es von Vize-Bürgermeister Manfred Öftring (CSU), der errechnete, dass rund 3000 Quadratmeter Wald pro Windrad fallen müssten und fragte: "Ist es das wert?". Nach Meinung Öftrings gibt es noch kein vernünftiges Energiekonzept. "Auch deshalb", so folgerte er, "sollten wir keine schnellen Schritte machen und ruhiger und näher in die Planung eingehen". "Vor sieben Jahren wurde das Projekt wegen mangelnder Windgeschwindigkeiten verworfen", erinnerte er mit der Forderung, technisch-bauliche Daten vor einer Entscheidung einzuholen.

Vieles in Privateigentum

Hart wollte dagegen wissen, "ob wir den eingeschlagenen Weg weiter gehen. Die Bewerberfirmen warten auf Ergebnisse. Ohnehin sind vor der Umsetzung wind- und naturschutzrechtliche Gutachten notwendig".
Vorbehalte kamen auch von Bernd Stöth, der die fehlende Wertigkeit und Angaben über die genaue Anzahl der WKA vermisste. Zudem habe die Gemeinde keine Maßgabe über die Standorte, denn ein großer Teil des ausgewiesenen Geländes ist Privateigentum.
Nach eigenen Recherchen glaubt Oliver Lukaschewitsch (UWG), "dass unser Gebiet nicht gerade günstig für WKA ist denn hier weht nur eine schwache Brise. Mit dem Projekt wird auch ein Erholungsgebiet zerstört", mahnte er an mit dem Hinweis auf andere, regenerative Alternativen wie Biogas-Anlagen.
Willibald Kippes (CSU), der ebenfalls nähere Informationen über Standorte und Leistung forderte, wies auf einen Gesundheitsaspekt hin, den WKA angreifen, nämlich den Infra-Schall, also niederfrequente Schwingungen, die angeblich zu Schädigungen an Gebäuden, Schlafstörungen und sogar Fehlgeburten führen können. Deshalb sollte nach seiner Meinung ein Mindestabstand von 2,5 Kilometern zur Wohnbebauung eingehalten werden. Jürgen Wittmer (UWG) verwies bei diesem Thema auf einen "Placebo-Effekt von den Menschen, die daran glauben".
Während Wittmer "die Chance" befürwortete, sprachen sich Hans-Jürgen Pfülb (UWG) und Dirk Volz (CSU) für eine Bürgerversammlung zum Thema aus. Eine solche steht zum 26. März an. Bürgermeister Hart war dagegen der Auffassung, dass der Gemeinderat das Entscheidungsgremium in dieser Sache ist. Der Beschluss, mit möglichen Betreibern ins Gespräch zu kommen, die Bedenken auszuräumen und die Rahmenbedingungen abzuklären, wurde mit vier Gegenstimmen gefällt. Die Änderung des Flächennutzungsplans im Markt Elfershausen bezüglich der Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen auf seiner Gemarkung lehnten sogar fünf Räte ab.