Mit dem dritten Auftritt im Rahmen der "Hamulissimo" - Sommerkonzerte gab "Tamara Project" ihre Visitenkarte auf dem Viehmarkt ab. Die Fans der Band bewiesen Durchhaltevermögen, denn die rund 150 Zuhörer harrten trotz anfänglichen Regens und kühler Temperaturen geduldig aus - was Gitarrist und Sänger Michael Fahrmeier mit dem Lob "Ihr seid ein tolles Publikum" bedachte.

Die Rock- und Blues-Cover-Band kennt die musikalischen Mittel, mit denen man Zuhörer in den Bann schlägt. Nicht zu schräg, nicht zu hart aber auch nicht zu soft, sondern die Quintessenz davon, aus der jeder Zuhörer sich das herauspicken kann, was ihm am besten gefällt. Covern, das Nachspielen von Titeln, ist für Band nicht einfach kopieren, sondern Songs zuweilen mit eigenen Stilelementen zu versehen und ihnen damit einen "persönlichen Stempel" aufzudrücken.

Gassenhauer

Dabei geht Tamara Project - die letzten "Überlebenden" von einst stolzen 16 Formationen der Musikinitiative Hammelburg - nach bewährtem Muster vor. Gassenhauer der 60er und 70er müssen schon aufgrund ihres Erfolgs und ihrer Bekanntheit sein. Ansonsten zielt die Gruppe - ob Interpreten oder Titel - gerne mal in Lücken mit Titeln ruhmreicher Bands, die nicht ganz so bekannt wurden wie ihre "Flaggschiffe" etwa "Call me the breeze" von J. J. Cale oder der Eagles "Long road out of Eden", das Martin Seeberger mit bestechenden Gitarrenriffs versah.

Die rhythmischen Viehmarkt-Klänge ließ sich auch Vize-Bürgermeisterin Elisabet Assmann nicht entgehen, die die Grüße der Stadt und des in Urlaub weilenden Bürgermeisters überbrachte. Sie dankte den Musikern, den Helfern unter Leitung von Elli Böck, aber auch dem Publikum, das sich durch den Regen nicht vergraulen ließen. Ein besonderer Dank galt der Wirtschaft am Viehmarkt für die Übernahme der Bewirtung. Ansonsten hoffte sie, "dass der Himmel Erbarmen haben möge" und der Regen weiterzieht.

Assmanns Wunsch erfüllte sich. Nach einer Stunde fiel kein Wasser mehr vom Himmel und die Laune beim Publikum und den Akteuren stieg. Insgesamt 35 Titel und drei Zugaben intonierte das routinierte Quintett mit Spielfreude und handwerklichen Können, das für Bands aus der kreativsten Ära des Pop, Rock und Blues Voraussetzung war. Ab und an überraschte die ehemalige Schulband verblüffenden Einfällen. Wer hätte George Gershwins "Summertime" aus "Porky and Bess" im Programm vermutet ? Ein Stück für Sängerin Claudia Kilian, die gemeinsam mit Martin Seeberger den von ihm komponierten Song "Not Nothing" beeindruckend meisterte. Die Frontfrau wusste ebenso beim Mix von Billy Withers "Ain't no Sunshine" und "Riders on the Strom" von Jim Morrisons Doors zu begeistern.

Für bebendes Bauchkitzeln - so bei Neil Youngs "Heart of Gold" - sorgte Bassist Martin Tomaschewski, der agilste unter dem Zeltdach. Detlef Mohr hatte die Trommeln sicher im Griff, Michael Fahrmeier ist der Allrounder im Tamara-Club. Der Sänger, Gitarrist und Blues-Harper (Mundharmonika) spielte seine Erfahrung aus mehr als 40 Jahren aus.

Fast Normalität

Die Zuhörer brachen mit einem wohligen Gefühl ihren Heimweg an. Bot die open air-Veranstaltung trotz Abstandsregeln und Selbstbedienung mit FFP-Maske wieder einmal ein gelungenes Event zu fast normalen Bedingungen und ein breit gefächertes Highlight für Musik-Fans aus mehreren Generationen.

Ein weiteres Konzert mit "simply accoustic", eine ähnliche Formation, in der auch Tamara-Mitglieder zu finden sind, folgt am Donnerstag, 19.August, 19 Uhr an gleicher Stelle.

heg/Foto(s): Ehling

2780 und 2792

Als widerstandsfähiges Publikum erwiesen sich die Zuhörer des Tamara-Project-Konzerts. Auch der anhaltende Regen konnte sie nicht vergraulen.