Grundsätzliches, aber auch Details erfuhren die Teilnehmer des Eigentümer-Dialogs bei einer Veranstaltung zum Thema Südlink in der Mehrzweckhalle Sulzthal. Der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW hatte zum Dialog die Grundstückseigentümer aus den Gemarkungen Oerlenbach, Ramsthal, Sulzthal und Wasserlosen eingeladen, deren Grundstücke auf der geplanten Trasse verlaufen. Neben Bürgerreferent Christoph Göpfert standen Experten vom Trassenverlauf, Logistik, Genehmigung, Kommunikation und Umweltplanung Rede und Antwort. Die Coronavorschriften wurden eingehalten, die Teilnehmer mussten geimpft sein oder konnten sich vor Ort einem Schnelltest unterziehen.

Fünf Großbildschirme, großformatige Karten und ein Kabelgrabenmodell mit Baufahrzeugen veranschaulichten die geplante Trassenmaßnahme. Julius Bayer, Verantwortlicher für die Technische Trassierung, ging auf den Aufbau des Kabelgrabens ein. Das Regelprofil der einfachen 525 kV-Strecke sieht einen Abstand von 1,9 Meter der beiden Kabel vor. Anschließend würden sie mit 1,3 bis 1,5 Meter Bettungsmaterial und entnommenem Bodenaushub überdeckt. Übrig bliebe ein acht bis zwölf Meter breiter Schutzstreifen.

Pro Vorhaben werde ein Schutzrohr für die Lichtwellenleiter zur Datenübertragung zwischen den Netzverknüpfungspunkten mitverlegt. Die Querung von Hindernissen wie Gewässern oder Straßen könne mit Hilfe einer geschlossenen Verlegung erfolgen. Zum Einsatz kämen dabei unterschiedliche Verfahren wie Rohrpress-, Spülbohrverfahren oder Mikrotunnel.

Trasse kann nach den Bauarbeiten genutzt werden

Nach der Bauphase könne die Trasse wieder landwirtschaftlich genutzt oder begrünt werden, muss jedoch von tiefwurzelnden Gehölzen, Bäumen und Bebauung frei gehalten werden. Mögliche Maßnahmen und Empfehlungen zur Folgebewirtschaftung würden immer dem jeweiligen Standort angepasst und zwischen Bewirtschaftern, Bodenkundlicher Baubegleitung und Vorhabenträgern abgestimmt.

Gleichzeitig muss sich der Vorhabenträger das Recht zur Nutzung der fremden Grundstücke sichern. Im Falle der dauerhaften Inanspruchnahme erfolge dies mit der Einholung einer beschränkten persönlichen Dienstbarkeit, durch welche der Bau, der Betrieb und die Unterhaltung der Leitungsanlage sichergestellt wird. Im Rahmen der rechtlichen Vorgaben werde die Nutzung in Form einer Einmalzahlung entschädigt.

Das Erdkabel selbst wird an der Oberfläche nicht sichtbar sein. Oberirdisch zu sehen sind die Konverterstationen und deren Freileitungsanbindungen. Außerdem sind Linkboxen für Mess- und Erdungsstellen sowie Lichtwellenleiter-Zwischenstationen für die nachrichtentechnische Übertragung vorgesehen. Linkboxen müssen zugänglich sein und werden mit einem Abstand von drei Kilometer errichtet. Für die Sicherstellung der Kommunikation sind ca. alle 100 Kilometer Lichtwellenleiter-Zwischenstationen erforderlich. Diese werden in der Regel in der Nähe der Kabeltrasse in wenig sensiblen Bereichen aufgestellt. Der Flächenbedarf beträgt einschließlich Sicherheitszone 500 Quadratmeter.

Insgesamt finden neun Veranstaltungen an sechs Standorten statt, bei denen der aktuelle Planungsstand und Alternativen vorgestellt werden. Erst aus der Feinplanung werde sich der genaue Trassenverlauf entwickeln. Ein Landwirt scherzte: "Wir könnten uns viel besser damit anfreunden, wenn ihr gleichzeitig zum Kabel eine Bewässerung für unsere Felder mit Einbauen würdet".

Nächster Termin Der Eigentümerdialog für Arnstein und Thüngen findet heute, Montag, 21., und Dienstag, 22. Juni statt. Die Grundstückseigentümer sind dazu in die Stadthalle Arnstein eingeladen. Infos unter www.buergerdialog-stromnetz.de/veranstaltung/suedlink-eigentuemerdialog-in-unterfranken/