"Es gibt keine Entscheidungen, nach denen man nicht wieder den normalen Umgang miteinander pflegen kann", mit diesen Worten bedankte sich August Weingart bei den ausgeschiedenen Mitgliedern der Gemeinschaftsversammlung. Der Zeitraum zum 1. Mai 2020 fühle sich jetzt schon relativ lang an. Zum einen hätte es an der zeitlichen Konstellation bis zur Aufstellung der neuen Gemeinschaftsversammlung gelegen und zum anderen natürlich an der Pandemie. Eigentlich hätte die Verabschiedung in lockerer Runde im neuen Rathaus stattfinden sollen, aber immer neue Auflagen hätten diese Pläne durchkreuzt.

In der Politik werde man häufig mit verschiedenen Sachverhalten konfrontiert und nicht selten wirkten diese ins Private oder in den Freundeskreis hinein. Noch schwieriger sei die Vertretung in der Gemeinschaftsversammlung, hier müsse oft abgewogen werden zwischen Gemeinde und Gemeinschaft. Für die fünf ausgeschiedenen Mitglieder gab es neben Urkunde und Gutschein ein Buch - Aquarelle vom Saaletal, Quelle bis Mündung. Verabschiedet wurden Patricia Schießer ( sechs Jahre), Alfred Graser (24 Jahre), Edwin Metzler (18 Jahre), Jochen Huppman (zehn Jahre) und Alfred Gündling (sechs Jahre).

Auf der Tagesordnung stand auch der Antrag des Elternbeirats zum Einsatz eines zweiten Schulbusses. Der Elternbeirat findet es unverhältnismäßig und nicht kindgerecht, dass sich Kinder über eine Stunde vor Unterrichtsbeginn auf den Schulweg begeben müssten. Zu diesem Thema wurde der Geschäftsführer KOB Claus Schubert eingeladen. Schubert erklärte, dass in Euerdorf das "Kleeblatt-System" Anwendung finde.

Die Schule liege in der Mitte und aus den umliegenden Ortschaften würden die Schüler abgeholt. Mit diesem System müssten 50 Prozent der Kinder rund 25 Minuten früher los, was den geographischen Lagen der Gemeinden geschuldet sei. Ein halbjährlicher Wechsel beim Anfahren der Ortschaften habe für die Schüler den Vorteil auch mal später aufstehen zu können, aber für die berufstätigen Eltern sei dies nicht so einfach zu realisieren. Als weitere Möglichkeit nannte Schubert den Schulbeginn auf 7:30 oder 8:15 Uhr zu ändern. Die Schülerbeförderung würde dann durch den ÖPNV erfolgen. Er könne die Wünsche zwar teilweise nachvollziehen, aber das System bestehe seit vielen Jahren und habe sich bewährt. "Unser Arbeitsgerät ist keine Schubkarre, sondern ein Bus, der in Anschaffung und Unterhalt richtig Geld kostet", argumentierte Schubert. Das Gremium lehnte den Antrag auf einen zweiten Schulbus einstimmig ab.

Außerdem sprachen sie sich mit 9:1 für die nachträgliche Übernahme der Bereitstellungskosten Schülerbeförderung während der Schulschließungen im Januar und Februar dieses Jahres aus. Die Situation sei aus der Pandemie heraus mit heißer Nadel gestrickt worden, so Weingart und Schubert betonte, dass es bei 15 von 16 Schulverbänden so gehandhabt worden sei. Die Kosten belaufen sich auf 3800 Euro für Januar und 2530 Euro für den Februar.

Bei der Änderung der Geschäftsordnung verwies Weingart auf die Mustergeschäftsordnung, die doch ein Maß an Rechtssicherheit bringe. Elmar Hofmann gab an, sich die benötigten Unterlagen gerne im Rathaus abzuholen. Thomas Hack warf ihm als Nichtteilnehmer am Ratsinformationssystem "Karikatur" und "Triezen der Verwaltung" vor. Hofmann verwehrte sich gegen die Vorwürfe.

Die Sanierung der Turnhalle Einhard-Grundschule steht zur Entscheidung an. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,77 Millionen Euro. Der Preisunterschied zwischen reiner Turnhallensanierung oder auch als Halle mit Veranstaltungsmöglichkeiten betrage 104 000 Euro, so Weingart. Der Markt Euerdorf müsse nun zeitnah einen Beschluss fassen, ob er den Unterschiedsbetrag trage und damit das Recht auf Nutzung für Veranstaltungen erwerbe.

Mit den 104 000 Euro sei es aber nicht getan. Dazu kämen noch die Kosten für eine neue Zufahrt, Parkplätze und einen Anbau, argumentierte Peter Bergel. "Ihr wollt die Halle als Schulturnhalle sanieren, uns den Unterschiedsbetrag zahlen lassen und die Halle dann auch nutzen", mutmaßte er. Martin Thürmer sprach sich dafür aus, dass die Halle ein VG-Gebäude bleiben soll. Die VG solle auch die Kosten tragen und anschließend solle ein Nutzungsvertrag abgeschlossen werden.

Mit einem aktuellen Internetauftritt soll die VG und ihre Mitgliedsgemeinden zukünftig dargestellt werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 7000 Euro. Man sei bemüht den Kindern im Klassenzimmer einen hohen Schutz zu bieten. Aber vor Anschaffung von Luftreinigungsgeräten wolle man die Tendenz im Landkreis abwarten. Abschließend sprach sich Martin Thürmer für die Änderung der Geschäftsordnung zum Thema Hybrid-Sitzungen aus.