Mit der Querterrassierung eines zwei Hektar großen Weinbergs betritt das Weingut Neder Neuland. Erst durch Zukauf und Tausch kam es zu diesem zusammenhängenden Stück, das in Teilbereichen eine Steigung bis 60 Prozent aufwies.

Winzermeister Ewald Neder und seine Frau Helga haben das Weingut gemeinsam aufgebaut. Sohn Lorenz ist seit 2012 mit im Betrieb tätig. Er hat ein Studium zum Techniker für Weinbau und Kellereiwirtschaft in Veitshöchheim absolviert. Bruder Andreas mit seiner Frau Lisa helfen aus, wenn sie gebraucht werden.

Ziel für das Weingut Neder sei immer eine optimale Traubenqualität, aber nicht zu jedem Preis. Vor jedem Eingriff in das Ökosystem Weinberg wäge man die Folgen für Boden, Tiere und Pflanzen ab. Dazu passe auch der Eingriff mit der Querterrassierung, so Lorenz Neder. Zwar könnten auf der Fläche nur noch halb so viele Rebstöcke angepflanzt werden wie vorher, aber es brächte auch einige Vorteile mit sich.

Neben der Arbeitserleichterung sei kaum noch Erosion zu befürchten, selbst bei Starkregen. Zum anderen erwarte man eine bessere Wasserversorgung durch "mächtigeren" Boden. Trotzdem würde eine Bewässerung für die Erstbepflanzung mit eingebaut. Die entstandenen Hänge sollen mit Regio-Saatgut angesät werden für eine nachhaltigere Flora und Fauna.

"Der Weinberg grenzt direkt an das bestehende Biotop, dort soll ein Steinriegel entstehen, auch damit opfern wir nochmal Fläche für die Natur", so Neder. Bepflanzt werde der neue Weinberg mit den Rebsorten Silvaner und Grauburgunder, mit denen das Weingut gute Erfahrungen habe. Pro Terrasse wird eine Rebzeile gepflanzt, den übrigen Platz benötigt der Weinberg-Traktor. Natürlich sei auch viel Zeit für Planung und Antragstellung draufgegangen, aber die Untere Naturschutzbehörde hätte das Projekt begrüßt.

Die Terrassierung erledigt eine Fachfirma, die Maschinenführer von Bagger und Raupe hätten schon 30 Jahre Erfahrung mit dem Arbeiten in solchen Steillagen. "Wenn jeder, der vorbeikam und uns zuschaute, nur zwei Löcher gegraben hätte, wäre der Weinberg schon zum Bepflanzen bereit", schmunzelte der Baggerfahrer beim Termin mit der Presse.