Mangelnde Fahrpraxis alleine ist schon ein gefahrvoller Begleiter in den ersten Monaten nach dem Erwerb des Führerscheins. Paart sich diese Unerfahrenheit dann noch mit Selbstüberschätzung, Imponiergehabe oder Gruppendrang, entsteht darauf schnell ein teuflischer Mix. Das mussten im Vorjahr 3571 junge Erwachsene in Unterfranken teils leidvoll in Erfahrung bringen. 1081 der beteiligten 18- bis 24-Jährigen wurden bei Verkehrsunfällen verletzt, 13 getötet. Nach Ansicht der Gebietsverkehrswacht Hammelburg sind das schlimme Zahlen, die dringenden Handlungsbedarf gebieten.
Mit dem altersgerechten Fahrsicherheitstraining "Könner durch Erfahrung" bieten die ehrenamtlich tätigen Verkehrswächter jungen Erwachsenen die Möglichkeit einer qualifizierten Weiterbildung. "Wer seinen Führerschein gut ein Jahr besitzt, sollte sich unbedingt diesem Training unterziehen", betont Moderator Dieter Eilingsfeld. "Seit Einführung des bayerischen Programms vor 32 Jahren ist zweifelsfrei der Nachweis erbracht, dass junge Menschen, die sich dieser Weiterbildung unterzogen haben, zu einem Drittel weniger an schweren und schwersten Verkehrsunfällen beteiligt sind", ergänzt dessen Bruder und Moderatoren-Kollege Jürgen Eilingsfeld.


Fahrzeugcheck und kurze Theorie

Wie sind die Dimensionen meines Fahrzeuges, wenn ich rangieren muss? Wo sind für mich und für mein Fahrzeug die Grenzen gesetzt? Wie kann ich mein Fahrzeug in brenzligen Situationen unter Kontrolle bringen? Auf all diese Fragen gibt es im Rahmen des rund fünf Stunden dauernden Trainings konkrete Antworten. Bevor die ersten fahrpraktischen Übungen anstehen, gibt es eine kurze Einweisung und einen Fahrzeugcheck. Stimmen die Reifendrücke? Habe ich genug Motoröl eingefüllt? Ist meine Sitzeinstellung perfekt?
Und schon geht es ans Eingemachte. Das Einschätzen des Abstandes beim Heranfahren an Hindernisse stellt dabei eine erste Herausforderung dar. Beim Slalom fahren kommt es auf die richtige Lenkradhaltung und die korrekte Blickführung an, ebenso auf angepasste Geschwindigkeit und die richtige Gangwahl.
Das Einschätzen des Bremsweges bei einer Gefahrenbremsung will gelernt sein. Genau das trainieren die Teilnehmer bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und werden dabei interessante Erfahrungen machen. Wie erhalte ich die Lenkfähigkeit meines Autos, wenn ich einem plötzlich auftauchenden Hindernis ausweichen muss? Und was passiert, wenn ich mich mal eben verzocke und mit überhöhtem Speed in eine Kurve einlenke? "Wer all diese Übungen absolviert hat, weiß nicht nur besser mit seinem Auto umzugehen und kann dieses konkreter in den jeweiligen Fahrsituationen einschätzen. Zugleich wird der Blick geschärft für die vielen Gefahren, die im Verkehrsalltag überall lauern und somit die Kompetenz jedes Fahrers positiv beeinflusst", rät auch Verkehrswacht-Vorsitzender Karlheinz Franz allen Führerscheinneulingen dringend zur Teilnahme an dem Fahrsicherheitstraining "Könner durch Er-fahrung".


Übung in Kleingruppen

Vom Zeitpunkt her ist das Training in den ersten beiden Jahren nach dem Führerscheinerwerb genau richtig platziert, erklärt der verantwortliche Leiter für die Fahrsicherheitsprogramme bei der Hammelburger Verkehrswacht.
Die Veranstaltung findet am Samstag, 11. Juni, statt und beginnt um 8.30 Uhr, Ende gegen 13.30 Uhr. Das Training erfolgt in Kleingruppen von fünf bis sechs Teilnehmern, noch dazu in lockerer Atmosphäre unter Gleichaltrigen und Gleichgesinnten. Das Training erfolgt außerhalb des öffentlichen Straßenverkehrs im so genannten Schonraum.
Infos und Anmeldung
Informationen zu Ablauf und Ort des Geschehens erteilen Dieter Eilingsfeld (Mobil: 0172-843 41 05, Festnetz 09732 / 5088, E-Mail: deilingsfeld@web.de) und Jürgen Eilingsfeld (Mobil: 0152-540 240 04, Festnetz 09732-5374, E-Mail: ju.an@online.de). Beide nehmen ab sofort auch die Anmeldungen für das Fahrsicherheitstraining entgegen.