In der Sitzung des Marktgemeinderates Oberthulba waren die beherrschenden Themen die weitere Zusammenarbeit in den beiden Allianzen "Kissinger Bogen" und "Fränkisches Saaletal" sowie die aktuellen Entwicklungen bei der Stromtrasse P43. Daneben standen die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen, ein Bauvorhaben und der Rechnungsprüfungsbericht auf der Tagesordnung.

Oberthulbas Bürgermeister Mario Götz ist vom Erfolg der Allianzen "Kissinger Bogen" und "Fränkisches Saaletal" begeistert. Bereits seit sieben Jahren ist die Marktgemeinde in beiden Zusammenschlüssen vertreten und das lohnt sich: "In zwei Allianzen vertreten zu sein, ist zwar aufwändig, aber machbar. Bürger wie auch Verwaltung profitieren davon", ist er überzeugt.

Denn beide Allianzen sind Erfolgsprojekte: 2014 wurden in der Allianz Kissinger Bogen e.V. fast 50 Projekte initiiert - mehr als 50 Prozent davon wurden seitdem aktiv angegangen. Bei der Allianz Fränkisches Saaletal e.V. wurden im selben Zeitraum 34 von 51 Projekten umgesetzt beziehungsweise abgeschlossen. Das ergaben die beiden Evaluierungsberichte der Allianzen. Der Rat beschloss einstimmig, die Fortschreibung der jeweiligen Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepte (ILEK) der Allianzen und die weitere Zusammenarbeit in den Allianzen.

Denn auch in Zukunft gibt es viel zu tun: in der Allianz Kissinger Bogen stehen Themen wie Mobilität, Daseinsvorsorge, Tourismus und Verwaltungskooperationen auf der To-Do-Liste. Im Fränkischen Saaletal müssen unter anderem Energie und Klimaschutz, Regionalvermarktung und die innerörtliche Entwicklung angepackt werden. "Mein Dank gilt dem Management der beiden Allianzen, Stephanie Kunder und Holger Becker, für die gute Zusammenarbeit. Wir gehen davon aus, dass wir auch in den nächsten fünf Jahren gefördert werden", ist Götz zuversichtlich. In diesem Zusammenhang verwies er auf das Regionalbudget der Allianz Kissinger Bogen, mit dem 2022 die besten Kleinprojekte in den Allianz-Kommunen gefördert werden und rief Vereine, Privatpersonen und Unternehmen auf, daran teilzunehmen.

Dagegen rief ein Thema, das gar nicht auf der Tagesordnung stand, bei den Räten Sorgenfalten auf der Stirn hervor: unter Verschiedenes berichtete Götz über die aktuellen Entwicklungen in Sachen Stromtrasse P43. Das Verfahren im Bundesfachplanungs-Abschnitt B sei offiziell eröffnet worden, die Unterlagen vollständig. Bis 30. Dezember 2021 bestehe nun die Möglichkeit, Stellungnahmen zum Vorschlagskorridor und den in Frage kommenden Alternativen einzureichen.

P43: Bürger sind jetzt gefragt

"Diese Möglichkeit haben nicht nur Träger öffentlicher Belange, sondern jede Bürgerin und jeder Bürger, die in ihren persönlichen Rechten betroffen sind", oder sich zum Beispiel durch das veränderte Landschaftsbild beeinträchtigt fühlten. "Alle betroffenen Kommunen wollen ihre Bürger mitnehmen und um eine Stellungnahme bitten", betonte Götz. Dazu soll es Informationen auf der Homepage des Marktes geben und einen Flyer, der an alle Haushalte verteilt wird. Die Verwaltung könne dann alle Stellungnahmen sammeln und zusammen nach Berlin schicken, bot Götz an. 3. Bürgermeisterin Margot Schottdorf bekräftigte, dass jetzt die Bürger gefordert sind: "Je mehr mitmachen umso besser. Das ist unsere einzige Chance, sonst haben wir schon verloren!"

Des Weiteren wurden die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen in Oberthulba und Reith bekannt gegeben. In den Straßen "Hammelburger Straße", "Marktplatz" und "Thulbaer Straße" wurden die Messungen auf Anfrage durchgeführt. In der Hammelburger Straße fuhren 11,5 Prozent der Fahrzeuge vom Ortskern kommend mehr als die vorgeschriebenen 50 Stundenkilometer. Beim Gegenverkehr war dies nur in sehr geringem Maße der Fall. Auf Vermutung von Gemeinderat Thomas Schuhmann hin, dass die Ergebnisse in Hassenbach anders aussehen würden, bot Bürgermeister Götz eine Messung dort an.

Jeder zweite war zu schnell

Am Marktplatz, wo eine Geschwindigkeit von 30 km/h erlaubt ist, kamen Überschreitungen deutlich häufiger vor. Die verdeckte Messung ergab, dass 31,6 Prozent der Fahrzeuge Richtung Kissinger Straße zu schnell fuhren, in der Gegenrichtung war es sogar jedes zweite Fahrzeug. Gemeinderätin Daniela Spahn wies auf die starke Lärmbelästigung hin. In der Thulbaer Straße in Reith lagen die Geschwindigkeitsüberschreitungen in beiden Richtungen etwa bei 23 Prozent. Insgesamt war Gemeinderat Julian Ziegler positiv überrascht; er hatte mit höheren Geschwindigkeiten gerechnet. Bürgermeister Götz bot an, weiterhin an neuralgischen Punkten zu messen, die Thematik im Gemeinderat zu beobachten und, wenn gewünscht, in eine Diskussion zur kommunalen Verkehrsüberwachung einzusteigen. Der Bericht über die Rechnungsprüfung 2016 bis 2019 sowie eine Bauvoranfrage zur Errichtung eines Zweifamilienhauses in Oberthulba wurden einstimmig beschlossen.