"Ä Öchtele" genießen beim abendlichen Einkaufsbummel in der Altstadt heißt in der Saalestadt "Dämmers(c)hoppen". An einem warmen Septemberabend über den Marktplatz oder durch die - autofreie - Kissinger Straße zu flanieren, war nach dem Geschmack von 400 bis 500 Besuchern, die sich rund um die "gute Stube" der Stadt tummelten.

Die Menschen begreifen es als Ersatz für die ausgefallenen Märkte, die sie im vorigen und diesem Jahr vermissten wie den Frühjahrs- und den Herbstmarkt, das Höfles-Fest und andere. Die am Dämmers(c)hoppen teilnehmenden Geschäftsleute gaben sich augenscheinlich besondere Mühe, die kleine "Markt-Schwester" attraktiv auszustatten. Wer einkauft, wird belohnt - mit einem Achtel heimischen Weins. "Zwiefelplootz" und Snacks dazu gab es bei der Bäckerei Marc Scheller, dem nicht ganz aus dem Stadtbild verschwundenen Verkaufswagen von Walter Emmert.

Neben Spezialitäten heimischer Bäcker, Winzer und der Gastronomie boten die Veranstalter musikalische Unterhaltung mit den Original Fränkischen Dorfmusikanten aus Ballingshausen, die am Marktplatz und in der Kissinger Straße aufspielten. Die Seele baumeln und den Trubel bei einem Glas Wein vorbeiziehen lassen, war nach dem Geschmack zahlreicher Gäste auf den Marktbänken. Zudem konnte man bis 20 Uhr einkaufen.

Handstand und Trapez

Der für 19 Uhr angekündigte Circus Luna präsentierte sich als Highlight, das einen wahren Besucherstrom auf den Marktplatz lockte. "Monsieur Abdul" mit seiner lustigen Handstand-Show erntete zunächst den Beifall der Zuschauer. Im Anschluss zeigte das Artisten-Duo Carina Guillermo und Leonid Luna ihre Künste am Hoch-Trapez, ein wirbelnder Akt aus Salti, Pirouetten und Schwüngen, der Bewunderung hervorrief. Den beiden jungen Artisten gebührte ein rauschender Applaus.

Auch wenn die Darbietungen eigentlich kontraproduktiv zur eigentlichen Absicht standen, mit verlängerter Öffnungszeit und einer Belohnung die Menschen in die Geschäfte zu locken, trafen die Veranstalter mit ihrer Idee den Nagel auf den Kopf. "Endlich wieder mal was los auf dem Marktplatz und nicht nur Kräne und Bauarbeiten", die Aussage eines Zuschauers belegte den Hunger der Besucher nach solchen Events.

Eine Geschäftsfrau und Floristikmeisterin nutzte das Dämmers(c)hoppen zur Neueröffnung ihrer "Floralen Werkstatt" in der Dalbergstraße, in der ehemaligen Bächerei Zahner. Kathrin Sell deckt mit dem neuen Standort zahlreiche Bereiche der Floristik ab.

Um die Ecke wartete Sport-Hohmann mit Angeboten im Außenbereich ebenso wie das Textilhaus Ortloff und das "Inside". Flaneure hatten es schnell begriffen: Wo die Luftballons schwebten waren die Geschäfte länger geöffnet.

Als die Läden ihre Türen schlossen, stand die Sonne schon tief am Horizont. Doch kaum jemanden zog es nach so dem schönen Spätnachmittag nach Hause. Man fand sich wieder am Stadtstrand von Marcus Beran, im Biergarten des "Irish Pub", am bewirteten Viehmarkt oder im Eis-Cafe "Fenice".

Ein kleines Konzert im Hof des Kellereischlosses das den Dämmers(c)hoppen flankierte, intonierte die Gesangs- und Instrumental-Gruppe Guig, die mit einem Dutzend Liedern den bisherigen Pächter des Winzer- und des Bocksbeutel-Kellers sowie wie der Vinothek, Stefan Merz, verabschiedete.