Zum Neujahrsempfang gab es zu den vielen guten Wünschen für das neue Jahr ein Resümee zur geleisteten Arbeit der Marktgemeinde. Bürgermeisterin Patricia Schießer gewährte den Vertretern der politischen und kirchlichen Gemeinde, Institutionen, Vereine und Gewerbetreibende ebenso Einblicke in das derzeitige Geschehen sowie zukünftige Projekte.

So ließ die Bürgermeisterin zunächst die wichtigsten politischen Gegebenheiten Revue passieren. Sie warb um die Beteiligung an der anstehenden Europawahl: "Europa steht bei der Wahl 2019 am Scheideweg. Wir dürfen Europa nicht den Extremisten von rechts und/oder links überlassen." Für die Kommunen berichtete sie aufgrund der "erfreulich stabilen wirtschaftlichen Lage und der hervorragenden Situation am Arbeitsmarkt" von der "berechtigten Hoffnung auf ein positives Ergebnis", da die aktuellen Jahresergebnisse noch nicht konkret vorlägen.

Einnahmen stabil

Den zahlreichen Gästen, darunter auch Altbürgermeister Herbert Huppmann, Amtsvorgänger Reinhard Hallhuber und die Träger der Silbernen Bürgermedaille Oswald Schmitt, Robert Fell, Rudi Viering, kündigte die Bürgermeisterin für die Marktgemeinde an: "Unsere Einnahmensituation bleibt stabil bzw. entwickelt sich gemäß dem allgemeinen Trend postiv." Der gesamte Haushalt umfasste knapp 9,3 Millionen Euro.

Die Planungen für die Sanierung der Schulturnhalle sind abgeschlossen. Die Kostenschätzung für das Gemeinschaftsprojekt auf VG-Ebene beläuft sich auf knapp zwei Millionen Euro. "Die Gemeinderatsgremien behalten sich allerdings vor, erst nach Bekanntgabe der Fördersumme durch die Regierung den genauen Sanierungsaufwand zu definieren", so Schießer.

Zu den Dauerthemen zählen die gemeinsame Kläranlage mit Sulzthal und Ramsthal sowie der Breitbandausbau. Der Rathausneubau fordert nach wie vor den Gemeinderat. "Es geht langsamer voran, als geplant. Die Gründe dafür sind vielschichtig." Hier informierte die Bürgermeisterin über Unstimmigkeiten zwischen Planer und bauausführenden Firmen, für die Lösungen gefunden werden müssen, was meist unweigerlich zu Nachträgen führt. Zu zeitlichen Verschiebungen, auch durch Witterungseinflüsse, kommen Kostensteigerungen. "Bei allem Wenn und Aber stehe ich jedoch nach wie vor zur Entscheidung, das Rathaus in die Ortsmitte zu holen."

Mit rund 2,15 Millionen Euro schlug die Erneuerung der "Breet", der Auffahrt zum Siedlungsgebiet, zu Buche. Hier kam Unmut bezüglich der Straßenausbaubeiträge auf. "Es verbleibt bei der Regelung 'Bescheid ist Bescheid', das heißt vor dem 1.1.2018 erlassene Vorausbescheide bleiben bestandskräftig. Darin festgelegte Vorauszahlungen sind von den Anliegern zu entrichten, auch wenn einzelnen Raten nach dem 31.12.2017 fällig wurden", äußerte sich Patricia Schießer und zitierte aus den Vollzugshinweisen. "Das heißt aber auch, dass die letzte Rate nicht von den Anliegern bezahlt werden muss, sondern diese übernimmt großzügigerweise der Freistaat Bayern. (...) Der Marktgemeinderat wird sich aufgrund der neuen Rechtslage in einer seiner nächsten Sitzungen mit dem Thema beschäftigen."

2018 wurde außerdem die Hüllbrücke saniert und die Sanierung der Staatsstraße 2290 Richtung Aura angegangen. Bauhof und Verwaltung waren und sind hier ebenfalls gefordert, da die Maßnahmen auf Euerdorfer Gemarkung liegen. Die Umgestaltung der Saalewiese steht 2019 an. Auch auf dem Friedhof hat sich einiges getan. Baumaßnahmen stehen im Sommer an. Planungen für ein neues Baugebiet zwischen "Breet" und "Karwinkel" werden vorangetrieben. Um die Wasserversorgung sicherzustellen, wurde das Wassernetz auf Leckagen untersucht. Ein Ingenieurbüro wurde beauftragt, weitere Lösungsvorschläge zu unterbreiten, was auch möglicherweise die Suche nach einem neuen Brunnen beinhaltet.

In Wirmsthal wurde das Dach des Feuerwehrhauses saniert. Im Wirmsthaler Friedhof sind ebenfalls Ausbesserung- und Sanierungsarbeiten notwendig, die im Frühjahr angegangen werden. Für das "Schaub's Anwesen" sind nach einem Workshop nächste Schritte geplant. Aktuell wird hier auf die Auswertung eines Bodengutachtens gewartet, während sich die Gemeinde um Förderprogramme bemüht. Für die Sanierung der Wirmsthaler Kirche stehen Pläne und die Zusage finanzieller Unterstützung durch die Diözese und politische Gemeinde.

Zu den konkreten Maßnahmen gab es noch viele weitere Überlegungen, wie die Sicherstellung des Abwassersystems für Wirmsthal und Euerdorf, schnelles Internet, eine vielleicht autarke Energieversorgung, die Entwicklung des Innerorts aufgrund vieler Leerstände, die Parkplatz-Situation im Ort, die Lage des Bauhofes und des Feuerwehrhauses, der Zukunft der Feuerwehr, die Gemeindegebietsreform, ein möglicher Wohnmobilstellplatz in Wirmsthal, den Radweg nach Bad Kissingen und ob es einen barrierefreien Veranstaltungssaal geben soll. Außerdem ist offen, ob Euerdorf den Zuschlag für eine Umweltbildungsstätte erhält. Außerdem wird darüber nachgedacht, was für die die Vereine geleistetwerden kann.

Zum angehenden Bürgerentscheid zur haupt- oder ehrenamtlichen Tätigkeit des zukünftigen Bürgermeisteramtes im Markt Euerdorf gab die Bürgermeisterin zu bedenken: Bei dieser Entscheidung darf es nicht nur um die Kosten und schon gar nicht um die Personen gehen. Hier geht es um die Zukunft der Marktgemeinde. So habe sich der Verwaltungsaufwand immens erhöht und der Vermögenshaushalt in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

Selbstkritisch belichtete die Bürgermeisterin ihre bisherige Amtszeit und schaute auch der Tatsache ins Auge, gemeinsam mit dem Gemeinderat unpopuläre Entscheidungen getroffen zu haben, wie die Parkraumregelung oder die vorübergehende Schließung des Jugendzentrums aus Brandschutzgründen und weiteren Unregelmäßigkeiten. Auch die Vorkaufsrechtssatzung bei den Landwirten und die Ankaufssatzung bei Grundstückeigentümern der unbebauten Bauplätze stießen "nicht überall auf Begeisterung". "Im Sinne des Ganzen - also im Sinne des Marktes Euerdorf - war hier aber seit Jahren dringender Handlungsbedarf, um die Handlungsfähigkeit und die Zukunft des Marktes Euerdorf zu sichern. Die ärztliche Versorgung hingegen ist mit der Praxisübergabe von Dr. Ralph Brath an Dr. Dominik Lemmerich zum 1.1.2019 und der weiteren Arztpraxis Dr. Sobtzick / Holleber für die Zukunft gesichert, was die Bürgermeisterin sehr freute.