Euerdorf
Einweihung

Rathaus Euerdorf: Kirchlicher Segen und gute Wünsche

Nach mehr als sechs Jahren Planung und Bau ist das neue Euerdorfer Rathaus als Sitz der Verwaltungsgemeinschaft offiziell in Betrieb genommen worden. Die deutlich gestiegenen Kosten sind zum Teil durch höhere Förderung gedeckt.
Pfarrer Matthias Karwath (l,) und seine evangelische Amtskollegin Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk (r.) nahmen die Segnung des Gebäudes und der Räumen im Beisein von Bürgermeister Peter Bergel (2. v. l.) und VG-Vorsitzenden August Weingart vor. F...
Pfarrer Matthias Karwath (l,) und seine evangelische Amtskollegin Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk (r.) nahmen die Segnung des Gebäudes und der Räumen im Beisein von Bürgermeister Peter Bergel (2. v. l.) und VG-Vorsitzenden August Weingart vor. Foto: Winfried Ehling
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Das neue Rathaus des Marktes Euerdorf und damit Sitz der Verwaltungsgemeinschaft wurde mit einem Bürgerfest eingeweiht und offiziell seiner Bestimmung übergeben. Bürgermeister Peter Bergel blickte auf die zurückliegenden sechseinhalb Jahre Plunungs- und Bauzeit zurück. Demnach wurde das Projekt 2015 in einem europaweiten Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben. Der Entwurf des Planungsbüros Lieb&Lieb aus Freudenstadt erhielt dabei den Vorzug und wurde vom damaligen Gemeinderat unter Bürgermeisterin Patrizia Schießer befürwortet.

Ein zunächst erwogener kompletter Neubau musste später einer Kombination aus Neu- und Bestandsbau weichen - wohl der zu erwartenden Förderung wegen. Der Abriss im Hof-Areal begann im September 2016, der Baubeginn folgte rund ein Jahr später. Im Januar 2021 sei die Verwaltung dank einer Gemeinschaftsaktion aller VG-Bauhöfe eingezogen.

Die Kosten für das Bauen im Bestand in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro liefen laut Bergel allerdings aus dem Ruder. Dank einer Förderung und einer Nachförderung von insgesamt 2,33 Millionen Euro der Regierung von Unterfranken blieb die Gemeindekasse vor einer "Ebbe" verschont und andere anstehende Projekte können angegangen werden, sagte der Euerdorfer Bürgermeister.

Trotz holprigen Bauverlaufs, Querelen und Verzögerungen "ist unser Rathaus ein repräsentatives Jahrhundert-Bauwerk geworden", betonte Bergel. Straßenseitig lehnt sich die Gestaltung an die ehemaligen Gebäudeteile an, der Innenhof hingegen zeigt sich modern mit angebauten Sitzungssaal und dem gläsernen Treppenhaus. "Unser neues Rathaus fügt sich als Ensemble gut ins vorhandene Umfeld ein", stellte der Bürgermeister fest, und fuhr fort: "Die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass sich ein Rathaus mit seiner Verwaltung als Dienstleistungsbetrieb präsentiert und als Ansprechpartner für Beratung und Unterstützung. Wir legen deshalb großen Wert auf Transparenz und Offenheit."

"Ich hätte in Bad Brückenau gerne auch ein solches Rathaus. Das wäre ideal für die Verwaltung", scherzte die stellvertretende Landrätin Brigitte Meyerdierks. Sitzungen im Freien wie sie jetzt in Euerdorf möglich seien, wären auch ihr Wunsch. "Der Neubau ist ein wichtiger und ein guter Schritt und für die Verwaltung und die Bürger ein echter Vorteil", befand der Sulzthaler Bürgermeister August Weingart, der in der laufenden Amtszeit den VG-Vorsitz übernommen hat. Einen Kompromiss hätten der Mietrahmen und die Ausstattungskosten erfordert, doch dies sei gelungen. Das Lob Weingarts galt den Bauhöfen und Verwaltungen für den schnellen Umzug in nur einer Woche und Hans-Jörg Kaiser für dessen beispielhaften Einsatz für das "Eingangstor des Marktes Euerdorf". Gemeinsame Lösungen sollten nach seinen Worten das künftige Ziel sein.

Gerhard Lieb vom gleichnamigen Planungsbüro nannte es "eine spannende Aufgabe" das früher abseits liegende Rathaus in die Mitte Euerdorfs zu verlagern. Das neue Konzept der Vertikal-Erschließung verknüpfte die drei Bestandsbauten an der Nordfassade, ein eingeschossiger Baukörper im Westen schafft Platz für den Sitzungs-Saal. Vom ebenfalls neu geschaffenen Innenhof profitiere der Saal durch den Ausblick. Auch ein direkter Zugang zum Hof ist entstanden.

Ein zentraler Eingangsbereich an der Hammelburger Straße 14 setzt sich in das Innere des Gebäudes fort. Von der Eingangshalle sind die verschiedenen Bereiche unabhängig voneinander erschlossen. Dem Eingangsbereich ist auch das Bürgerbüro mit der wahrscheinlich höchsten Besucherfrequenz zugeordnet. Mit seinem Dank für die partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten verband Lieb ein hohes Lob an Hans-Jörg Kaiser vom Technischen Bauamt und Bauleiter Alexander Albert.

Um den Segen Gottes für das Gebäude und die Menschen, die es nutzen, baten der katholische Pfarrer Matthias Karwath und die evangelische Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk, die ein buntes Kreuz als Symbol für die Vielfalt überbrachte. Zudem rief die Pfarrerin zu einem positiven Umgang mit den Angestellten der VG auf: "Ihnen gehört Dank gesagt. Beschimpfungen oder gar Bedrohungen sind nicht akzeptabel." In den Gängen und den Büros sind zahlreiche Bilder des heimischen Malers Klaus Oelert zu finden, der seine Werke als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte.