Einen neuen Weg ging Bürgermeister Rainer Morper (ABB/Interessengemeinschaft), nachdem er die geplante Bürgerversammlung wegen der aktuellen Coronabedingungen absagen musste. Mit einem Flugblatt in allen Haushalten lud er die Bürger zu einer Online-Informationsveranstaltung ein. Der Web-Zugang wurde ausführlich erklärt und es wurde auch die Möglichkeit angeboten, telefonisch an der Veranstaltung teilzunehmen.

Die Zuschauer hatten die Möglichkeit, ihre Fragen und Anmerkungen an den Bürgermeister in einem Chat zu übermitteln. 82 Teilnehmer hatten sich in die Veranstaltung eingeklinkt. Da an vielen Bildschirmen mehr als eine Person teilgenommen haben dürfte, kann man mindestens von einer Teilnehmerzahl ausgehen, die der einer normalen Bürgerversammlung entspricht.

Kein Ersatz

Der Bürgermeister betont, dass dieses Web-Meeting kein Ersatz für die Bürgerversammlung ist. Sein Anliegen sei, den Bürgern aktuelle Informationen aus der Gemeinde zeitnah zu präsentieren. Die Bürgerversammlung soll zu einem späteren Zeitpunkt im kommenden Jahr nachgeholt werden.

Weniger junge Bürger

Wie bei der Bürgerversammlung üblich präsentierte Morper zunächst einige statistische Auswertungen. Die Einwohnerzahl der Gemeinde ist leicht gestiegen und liegt bei 1110 Bürgern. Während in dem Anteil der Altersgruppen bis 30 Jahre eine Abnahme deutlich erkennbar ist, steigt der Anteil der Bürger zwischen 50 und 65 Jahren deutlich. Die darüber liegende Altersgruppe ab 65 bleibt konstant.

Ein Einblick in die Gemeindefinanzen zeigt, dass die eigene Steuerkraft der Gemeinde bescheiden ist. Die Schlüsselzuweisungen und der Anteil an der Einkommensteuer bilden die wesentliche Einnahme der Gemeinde. Bei den Ausgaben bilden die VG-Umlage und die Kreisumlage die größten Posten. Zu den Gesamtinvestitionen von 240 400 Euro zählen Teile der noch nicht realisierten Erschließung des Baugebietes "Am Wengert II" . Hier soll zum Jahresbeginn 2021 die Ausschreibung erfolgen und man geht davon aus, dass mit einer Bebauung frühestens 2022 begonnen werde kann. Von den 18 geplanten Bauplätzen sind acht bereits vorgemerkt.

Noch schuldenfrei

Die Breitbandversorgung der Aussiedlerhöfe ist hier ein weiterer bedeutender Posten von 80 000 Euro, der allerdings noch bezuschusst wird. Der gesamte Haushalt der Gemeinde beträgt 2 614 920 Euro. Die Gemeinde ist schuldenfrei. Bedingt durch erhebliche Investitionsmaßnahmen in den kommenden beiden Jahren, wie das Baugebiet oder ein Regenrückhaltebecken, kündigt Morper an, dass dann eine Kreditaufnahme unvermeidlich sein wird.

Die Auslastung des Regelkindergartens und die Entwicklung des Waldkindergartens stellen einen weiteren Punkt seiner Informationen dar. Ein noch zu Jahresbeginn geplanter Neubau des Regelkindergartens wurde vorerst gestoppt, nachdem sich eine nennenswerte Anzahl von Ramsthaler Kindern im neuen Waldkindergarten angemeldet hat und sich damit die Auslastung im Regelkindergarten entspannte. Aktuell setze man sich dem Architekten im Hinblick auf einen An- oder Umbau des bestehenden Kindergartengebäudes auseinander.

30 Hektar für Solarstrom

Beim Thema Energie und Stromversorgung hat der Bürgermeister mehrere Informationen. Zunächst stellt der die Planung der Photovoltaik-Anlage "Am Häuslein" vor. Hier soll auf privatwirtschaftlicher Basis auf einer Fläche von 30 Hektar Solarstrom erzeugt werden. Ebenso informiert er über den aktuellen Stand der Planung zur Gleichstromtrasse "Südlink" und die Planungen der Höchstspannungsleitung "P43". Die Gemeinde will alles versuchen, dass diese neue Leitung ihren Bereich nicht berührt.

Als mittelfristige Projekte stellt Morper die Sanierung von Straßen wie der Siedlung, die bedarfsgerechte Sanierung des Kanals, eine umfassende Ortserneuerung als Ausrichtung für die Zukunft, die Gemeinschaftskläranlage und die Wasserversorgung heraus.

Im Jahr 2022 begeht die Gemeinde ihr 900-jähriges Jubiläum. Hierzu wurden drei Arbeitsgruppen gebildet die sich mit der Planung und Vorbereitung befassen.

Top: Kunstweg

Gut angenommen wird nach Angaben des Bürgermeister die Möglichkeit, sich am terroir-f-Punkt trauen zu lassen. Auch die Eröffnung des erweiterten Kunstwegs hebt er als positives Alleinstellungsmerkmal der Weinbaugemeinde heraus.

Sein Dank galt allen, die sich in diesem schwierigen Jahr in und für die Gemeinde engagiert haben. Besonders hebt er die Einkaufshelfer und die Unternehmen heraus, die älteren Bürgern bei der Versorgung mit dem täglichen Bedarf geholfen haben und dies aktuell noch anbieten. Auch die Musikanten, die die Bürger mit ihren sonntäglichen Konzerten erfreuten, hob er hervor.

Die Anfragen, die im Chat eingingen, hielten sich in Grenzen. Sie befassten sich mit einem möglichen Ausbau des Reichlersweges, der geplanten PV-Anlage "Am Häuslein" im Hinblick auf Belange des Naturschutzes und die Pläne für die Stromtrasse "P43".