Norbert Schaub sieht es sportlich: "Es gibt keinen Wahlkampf, ich mache nur ein Angebot", kommentiert der 47-jährige seine Kandidatur ums Amt des Hammelburger Bürgermeisters. 2018 kandidierte der Westheimer bereits für den Landtag, als SPD-Kreisvorsitzender hätte er auch Landrat Thomas Bold herausfordern können. Im vergangenen Sommer habe er sich dann aber entschieden, gegen den Hammelburger CSU-Bürgermeister Armin Warmuth anzutreten: "Ich finde es wichtig, dass es in der Stadt Hammelburg eine echte Auswahl gibt", begründet der SPDler seine Entscheidung.

"Es geht mir darum, Bürger für Politik zu begeistern", nennt Norbert Schaub als sein Hauptanliegen. Als Sprecher der SPD-Fraktion im Hammelburger Stadtrat sei er oft enttäuscht vom Interesse der Bürger: "Wir haben 2019 einen Haushalt mit 25 Millionen Euro beraten, und der Zuschauerraum war leer", nennt er als Beispiel. Deshalb schlägt er Bürger-Haushalte für alle Stadtteile vor, für die Kernstadt sogar für drei Teilbereiche jeweils einzeln. "Dann könnten die Menschen selbst entscheiden, was bei ihnen vor Ort investiert werden soll", fasst Schaub die Idee zusammen. Zwischen 30 000 und 50 000 Euro könnten so verplant werden, das sei nur ein kleiner Teil des Gesamt-Haushalts, würde aber nach Schaubs Überzeugung "die Bürger mitnehmen". Ob das Geld dann in ein städtisches Gebäude oder den Spielplatz des Stadtteils fließe, würde der Stadtrat nur noch formal bestätigen.