Euerdorf
Gemeinderat

Noch bleibt der Markt im VHS-Verbund

Die höheren Tarife pro Einwohner sorgen für Unmut in der Gemeinde. Nun überlegt Euerdorf, selbst ein Programm anzubieten. Auch Thema: der Brennholzpreis.
Der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Euerdorf: Eine Kirchenführung steht am 23. Oktober auf dem Programm der Volkshochschule Euerdorf.
Der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Euerdorf: Eine Kirchenführung steht am 23. Oktober auf dem Programm der Volkshochschule Euerdorf. Foto: Annett Lüdeke/Archiv

Der Markt Euerdorf bleibt vorerst im Verbund der Volkshochschule. Die aus Bad Kissingen angezeigte Tariferhöhung für Gemeinden - die Kommunen zahlen künftig 1,20 Euro statt 50 Cent je Einwohner - wurde vom gesamten Gemeinderat heftig diskutiert. Nur wenige Kurse werden vor Ort gut nachgefragt, das sind Angebote rund um den Sport und Veranstaltungen, die im Umfeld des Museums stattfinden. Ein weiteres Jahr wird Euerdorf vorerst als Außenstelle aktiv bleiben, aus dem Gemeindeparlament mehrten sich aber die Stimmen, Angebote in Eigenregie für die Bürger auf die Beine zustellen.

Günstiger als die Forst-Betriebsgesellschaft es vorgeschlagen hatte, aber teurer als bisher, wird das Holz aus heimischen Anbau. Für Hartholz müssen Bürger künftig 70 Euro (brutto), für Nadelholz 50 Euro für den laufenden Festmeter berappen. Die Ratsmitglieder diskutierte verschiedene Rechenmodelle und einigten sich letztendlich auf die von Bürgermeister Peter Bergel vorgebrachten Werte für Ortsansässige.

Auch Tarife für Wasser erhöht

Weil die Gemeinde finanziell relativ gut dasteht, fallen auch die künftigen Gebühren für Trinkwasser, Schmutz- und Regenwasser nicht so hoch aus, wie es kalkulatorisch notwendig gewesen wäre. Elmar Hofmann überzeugte mit seinen Argumenten die Ratskollegen und war maßgeblich am Schlusskompromiss beteiligt, der 1,60 Euro für den Kubikmeter Trinkwasser betragen und der für das Schmutzwasser mit 3,95 Euro beziffert wird. In Wirmstal soll ein neuer Treffpunkt - Dorfplatz mit Gemeinschaftshaus - entstehen. Die Ideenliste aus dem Ortsteil umfasste vieles: vom warmen Gastraum über eine beheizbare Kalthalle bis hin zu ausreichend Parkplätzen und einem barrierefreien Zugang. Ehe alles konkret geplant wird, sollen die Bedingungen vor Ort noch mal unter die Lupe genommen werden, der Gemeinderat setzte aber die ersten Eckpunkte und sprach sich für den Gastraum (für 30 Personen mit Küche und Toiletten) aus, bewilligte auch die Kalthalle für größere Treffen, hier sollen 90 Menschen Platz finden und stimmte für weitere Details. Die Frage nach dem Parkplatz oder nach einer Heizmöglichkeit wird das Gemeindeparlament an Fachleute weiterreichen, ehe Gewerke rund um den neuen Dorfplatz ausgeschrieben werden.

Spendenbox ist voll

Der Wohnmobilstellplatz wurde von den Nutzern sehr gelobt, das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Gästen; die Spendenbox war dort mit 400 Euro auch bestens gefüllt. In der Spendenbox am Museum waren 140 Euro eingeworfen worden, der Bürgermeister bilanzierte beide Einnahmen.

Eine Klimaschutzkoordination mit dem Landratsamt strebt keiner der Ratsmitglieder an. Sieben Kommunen müssten dem Kreis ihr Interesse signalisieren, damit die Stelle geschaffen werden kann. Um Energie zu sparen, bleiben die Beleuchtung für Kirche und Pulverturm ausgeschaltet. Auf adventliche Stimmung will Euerdorf nicht verzichten. Bürgermeister Bergel bezeichnete die Kosten für die wohlige Stimmung im Ort als überschaubar. In Euerdorf entsteht eine (weitere) psychotherapeutische Praxis. Alle Ratsmitglieder befürworteten die Umnutzung der bisherigen Wohneinheit. Nicht ganz einig war sich das Gremium im Fall des Zauns der Firma Lohfink. Der ist höher als im Bebauungsplan vorgesehen, darf aber erst mal so bleiben.

Eine Expertise soll das Sturzflut-Management beleuchten. Dank der hohen Förderquote hofft der Markt auf eine fundierte und günstige Schwachstellen-Analyse. Bei der vereinfachten Umlegung geht es um die neue Vermessung der Grundstücke im Bereich Am Steinbruch/Alte Kissinger Straße. Alle Ratsmitglieder befürworteten dies. Auch die Vereinbarung zur Anbindung des Gewerbegebietes Auraer Straße wurde einstimmig verabschiedet. Die "üblichen 20 Prozent" schießt die Gemeindekasse für das Honorar des Architekten zu, der SV Wirmstahl hatte um Hilfe gebeten.